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Dolomiten Pepa Šindel und Eva Hammelmüller klettern Affinità elettive (9a+)

05. August 2026  in News

Eva Hammelmüller klettern Affinità elettive (9a+)
Foto
  • Klettern

Sie ist jung und gut besucht: Die Linie "Affinità elettive" in den Dolomiten. Pepa Šindel hakte das Ausdauerbrett im Juli ab. Eva Hammelmüller gelang ihr Durchstieg zum Augustanfang.

Affinità elettive

Die Route "Affinità elettive" (übersetzt: Wahlverwandtschaften) wurde im Herbst 2025 vom italienischen Kletterer Andrea Milani erstbegangen. Die 9a+-Linie ist eine Hommage an die Brüder Luca und Mario Prinoth.
"Affinità elettive" ist eine Verbindungsroute, die den ursprünglichen Startpunkt der Linie The Search umgeht und stattdessen der Route Wrangler (8b/+) folgt. Daraus ergibt sich ein 50 Meter langes, hartes Testpiece im elften Grad.
"Wrangler" war 2009 von Luca Prinoth eingerichtet worden, der im selben Jahr bei einer Lawine ums Leben kam und die Route unvollendet hinterließ.

Die Route beginnt mit einer 8b/8b+-Seillänge im Frankenjura-Stil über Pockets, geht dann in eine 8c+-Seillänge über, die Kraft und Ausdauer erfordert, und immer weiter zieht … bis hin zur letzten 9a-Seillänge, 55 Meter über dem Boden!
Pepa Šindel - Instagram
Pepa Šinde klettert Affinità elettive (9a+)

Verwandtschaft

Es ist ebenfalls ein Bruderduo, das an einem Tag im Juli den Durchstieg des einen feiert. Der 18-jährige Tscheche Pepa Šindel beweist seine Ausdauer in der 60-Meter Linie, während sein drei Jahre jüngerer Bruder Venca Ausdauer beim Sichern und Anfeuern beweist.
Bei seinem Durchstieg war Pepa satte 45 Minuten am Stück in der Wand. An seinem dritten Tag im sechsten Versuch schaffte er den Durchstieg.
Etwas Glück war ebenfalls mit am Start, denn kaum hatte er den Umlenker geklippt, begann es in Strömen zu regnen und die Wand war binnen Sekunden durchnässt.

Meine ersten Versuche auf dieser Route dauerten jeweils etwa 90 Minuten, bevor ich den Dreh raus hatte. Danke, Bruder, für all deine Geduld. Zuerst dachte ich, ich hätte keine Chance, alles zusammenzusetzen, weil der Ausdauerbedarf wahnsinnig hoch ist, auch wenn es zwischendurch gute Ruhepunkte gibt. In der letzten Seillänge ist man buchstäblich schon nach nur drei Zügen aus dem Nichts gepumpt.
Pepa Šindel - Instagram

Aufgehört und durchgestartet

Im Dezember 2025 verkündete Eva M. Hammelmüller das Ende ihrer Wettkampfkarriere und verlegte ihren Fokus im Klettern komplett an den Fels. Das gelingt ihr ganz offensichtlich mit Erfolg, die Tickliste, die sie seitdem füllt, ist beachtlich:
Vier Mal 8c+, vier Mal 9a und im April holte sie sich ihre erste Begehung einer Route im elften Grad. Nun ist der 26-jährigen Österreicherin in der Linie "Affinità elettive" in den Dolomiten erneut ein 9a+-Durchstieg gelungen.

Eva Hammelmüller klettern Affinità elettive (9a+)
Wie sehr habe ich diese Reise geliebt.
Von meiner Ankunft hier in den Dolomiten ohne jegliche Ausdauer, als ich mich von einem Haken zum nächsten hochkämpfte, über das Wegrennen vor Regenschauern und das Beobachten, wie die Route (und meine Tickmarks…) in den täglichen Gewittern versanken… bis hin zum Sammeln von Flugmeilen und dem langsamen Gewinnen von Selbstvertrauen, wieder hoch über dem vorherigen Haken zu stehen.
Eva Hammelmüller - Instagram

Eva M. Hammelmüller hat die 60 Meter, die ihr Kraft und Präzision abverlangten und für ordentlich gepumpte Arme gesorgt haben, überwunden und sich nach Laura Rogora und Pepa Šindel in die Liste der Wiederholer:innen eingereiht.

Vom Lernen, Geduld zu haben, damit sich meine Haut von der Hitze erholen und meine Unterarme den Pump wieder abschütteln konnten, bis hin zum endgültigen Ganz-Oben-Stehen auf diesem 60 Meter hohen Ungetüm.
Wie sehr habe ich diese Reise geliebt.
Grazie mille an die Locals, insbesondere an Andrea Milani, für eure Gastfreundschaft und dafür, dass ihr den Psych mit mir geteilt habt!!
Eva Hammelmüller - Instagram

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Text
Hanna Rexer f. kletterszene.com
Foto
Marco Zanone / Red Bull Content Pool, Eva M. Hammelmüller