Auch Eva-Maria Hammelmüller beendet ihre Wettkampfkarriere
Mit der Saison haben sich einige Athlet*innen von der internationalen Wettkampfszene verabschiedet. Auch Eva-Maria Hammelmüller von Team Austria zieht nun den Schlussstrich unter ihre langjährige Karriere.
„Eigentlich hat sich dieser Schritt schon 2024 abgezeichnet„, erzählt Eva-Maria Hammelmüller in einer Pressemitteilung des Österreichischen Kletterverbands. „Ich habe gemerkt, dass ich draußen einfach mehr Spaß habe – und dass ich nicht bereit bin, das komplett aufzugeben, nur im Wettkampf alles auf eine Karte zu setzen.“ Nachdem die Entscheidung für sie feststand, nahm die Österreicherin in der Saison 2025 nochmal vier Weltcup-Termine mit – „eine Art Abschiedstour für mich“, so die 25-jährige Lead-Spezialistin.
Kein Ende, sondern eine Umorientierung
Hammelmüller kletterte seit mehr als zehn Jahren als Teil des österreichischen Nationalkaders. Bis vor wenigen Jahren nahm sie neben ihrer Paradedisziplin Lead auch an einigen Welt- und Europacups im Bouldern teil. 2022 gewann sie Boulder Continental Cup in Prag und widmete sich in den darauffolgenden Saisons ganz dem Leadklettern.

Trotz einiger Halbfinal-Teilnahmen im Weltcup wurde die Freude der Niederösterreicherin am Wettkampfklettern über die Jahre immer weniger. Auch der mentale Aspekt habe sie oft davon abgehalten, im Wettkampf dieselbe Leistung wie im Training zu erbringen, sagt Hammelmüller. Am Fels lief es dafür umso besser: Seit 2024 gelangen ihr 13 Routen im Grad 8c+ und vier 9as, darunter zuletzt Omen Nomen in Arco und Joe-cita in Oliana.
Die Liebe zum Fels war es schließlich, die den Ausschlag für ihre Entscheidung gab – gegen die Wettkämpfe und für mehr Zeit draußen. „Am Fels fühle ich mich frei“, so Hammelmüller. Ihr Schlussstrich für Weltcups sei kein Karriereende im klassischen Sinn, sondern eher eine Umorientierung – „hin zu dem, was mir wirklich taugt.“
Am Fels gibt es kein Ranking, keinen Druck, keinen Vergleich. Ich kann mich zu hundert Prozent für andere freuen, ohne dass ihre Leistung meine schmälert.
Eva-Maria Hammelmüller
Hammelmüller bleibt als Trainerin beim Alpenverein
Ganz verlässt Eva-Maria Hammelmüller die Welt des Wettkampfkletterns allerdings nicht. Schon jetzt betreut sie jede Woche Kinder und Jugendliche des Alpenvereins in Österreich und gibt ihre langjährige Erfahrung an die nächste Generation weiter. Eine ideale Kombination mit ihrem Lehramtsstudium, sagt die 25-Jährige: „Es ist ja im Grunde das Gleiche: planen, vermitteln, motivieren – nur dass ich’s mit Kids mache, die brennen fürs Klettern.“
Dieses Jahr haben auch einige deutsche Wettkampfathlet*innen ihr Karriereende verkündet. Der Wechsel in den Trainerstab ist dabei keine ungewöhnliche Entwicklung: Auch Christoph Hanke hat 2025 die Weltcup-Bühne gegen eine Stelle als Bundestrainer Lead beim DAV eingetauscht.
Video-Link: https://youtu.be/orVGoafNBik?si=Dua7A_FuO_isM9jH