Emma Twyford punktet (9a), Giuliano Cameroni klettert Finish Line (8C) und Anna Stöhr klettert Ali Baba (8a+ 8Sl.)

Anna Stöhr und Kilian Fischhuber klettern Ali Baba (8a+ 8Sl.)

Wer glaubt, dass Anna Stöhr und Kilian Fischuber ein ruhiges Rentnerleben schieben, täuscht sich gewaltig. Anna Stöhr wagt sich sogar in neue Gefilde der Vertikalen und verschiebt mit Kilian Fischhuber ihre persönlichen Grenzen noch oben.

For me Ali Baba is very special, because climbing this route was a huge challenge. I have never done such a hard multipitch. I went through a process. When I first tried ‘ALI BABA’  I was scared of its steepness, the height and even the distances between the bolts (although it is very well-equipped). I know it is by far not the hardest multipitch in the world, but for me it was a huge challenge.

Anfang April diesen Jahres ging es für die beiden in die schöne Verdon Schlucht um die 250 Meter lange Route Ali Baba (8a+) zu versuchen. Da kletterten sie allerdings nur die ersten vier der acht Seillängen. Bei ihrem nächsten Aufenthalt im Juli stiegen sie die Routen dann schon zwei Mal durch. Die wichtige Rotpunktbegehung gelang ihnen allerdings erst jetzt im September. Kilian stiegt sie am 12 September durch und Anna zog sechs Tage und nach 10 harten Stunden in der Wand nach. Am besten erzählt euch Anna selbst wie es ihr bei dem Go erging

On my next attempt, I already fell on pitch 2. I tried to keep a cool head on the second go. When I took another fall at the end of pitch 6, I knew I had to try extremely hard on my next attempt. The weather was supposed to get bad by 5 pm. Pressure was on. When I fell at the very end of pitch 7, I almost wanted to give up. Kilian convinced me to take a 1,5hour break and to try again. The weather somehow improved. When I tied my shoes again I knew I had to give everything to stand a chance. Somehow I was able to focus solemnly on the next move. I did not think about success, failure or anything else. I simply climbed until the anchors. It took 10 hours to complete the route, but once on top I could not stop smiling.

 

Emma Twyford punktet The Big Bang (9a)

Am Abend des 17. September gelang es Emma Twyford als erste Frau Englands einen 9a Umlenker zu klippen. Das es seit der Erstbegehung im Jahre 1996 durch Neil Carson nur eine weitere Begehung der Route gab, setzt dem Ganzen noch eine Krone auf. Und da stellt man sich dann auch gleich die Frage, warum sucht man sich ein Route aus, die in den letzten 23 Jahren nur zweimal geklettert wurde. Dank der mangelnden 9a’s in England und den Ansturm auf Rainshadow (9a) in Malham blieb nicht mehr viel übrig. Zudem steht The Big Bang (9a) von Emmas Wohnung quasi um die Ecke und dies ist beim Projektieren von solch einem Kaliber bekanntlich von Vorteil. In den ersten beiden Jahren, wo Emma immer mal wieder in die Route reinschaute, klappten zwar die Ersten überhängenden Klettermeter im Grad 8b+ aber die Crux, bzw. besser gesagt der plattige Abschlussboulder im Grad 7C/7C+ wollte einfach von ihr nicht beklettert werden und wehrte sich hartnäckig. Als Emma einen Tipp von Wiederholer, James McHaffie, zur Griffreihenfolge in der Schlüsselstelle bekam, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis „alles“* zusammen passte und sie den Umlenker klippen kann. Mitte September war es dann soweit und Emma Twyford ist die erste Engländerin mit dem Grad 9a in der Tickliste!

*) Warum „alles “ in Anführungszeichen steht: Die Route steht in Wales, da braucht man auf gute Wetterbedingungen nicht wirklich hoffen. 

 

Giuliano Cameroni klettert Finish Line (8C) und Legacy (9a)

Der gebürtige Tessiner, Giuliano Cameroni, hatte eine wirklich beeindruckende Saison in den Rocklands. Wie sich herausstellte konnte Giuliano dieses Jahr allein in den Rocklands drei 8C Boulder klettern. Seine letzte Begehung hört auf den Namen The Finnish Line (8C) und wurde von keinem Geringeren als Nalle Hukkataival erstbegangen. Dieser Boulder ist schon eine Hausnummer für sich. Wobei wir hier definitiv von einem mehrstöckigen Haus reden, da das Teil so richtig hoch ist. Sobald man in „the Coop“ (so heißt der Sektor) ist, sieht man die Kante über alle Boulder hinaus ragen. Laut Mr. Cameroni war der Durchstieg dann auch noch etwas unsicher, da zum einen die Hände etwas zu sehr schwitzten und zum anderen die Sonne ihm direkt in seine Augen schien. Ob das nur übertriebene Ausschmückungen sind um die ohnehin imposante Begehung noch imposanter zu machen? Egal, Respektpunkte gibt es für diese Begehung auf jeden Fall.

Nun zu einem anderen Thema, denn Giuliano hat sich nicht nur dem Bouldern in den Rocklands gewidmet, sondern auch mehr als einmal ins Seil eingebunden. Wozu? Naja, natürlich auch um Boulder zu putzen, aber das meinen wir gar nicht. Nein, uns geht es tatsächlich um eine Sportkletter-Route. Und zwar die wahrscheinlich schwerste Route Südafrikas, man munkelt 9a. Nun gibt es allerdings auch eine Geschichte hinter der Erstbegehung. Eingebohrt wurde sie eben nicht von Giuliano sondern von einer ganz anderen Legende. Wir reden hier von keinem Geringerem als Fred Nicole. Der hat die Route 2014 entdeckt und 2015 (nachdem er die Erlaubnis von Cape Nature hatte) dann eingebohrt. Wie es die Anstandsregeln nun einmal verlangen, fragte Giuliano auch brav, ob er die Linie probieren kann. Eine eindeutige Antwort bekam er allerdings nicht so wirklich, denn Fred überließ Giuliano die Wahl und wünschte ihm viel Glück, unabhängig welche Entscheidung er treffen würde.

Entgegen der Meinung vieler anderer entschied sich Giuliano dann die Route zu versuchen und so war wenige Zeit später Südafrikas schwerste Tour „Lagacy“(9a) geboren. Fred zog kurz darauf nach und holte sich somit die zweite Begehung der Tour. Allerdings hätte Mr. Cameroni auch einfach einräumen können, dass Fred nach so vielen Jahren und einer Hüft-OP endlich knapp an der Tour dran war und ihm den Vortritt lassen können. Schließlich hatte Fred sich die Arbeit gemacht das Teil einzubohren. Erwähnen sollte man aber, dass Fred die Sache selbst eher gelassen sieht und sich einfach nur über seinen Durchstieg freut. Herr Nicole ist zudem der Meinung, ein konstruktiver Meinungsaustausch könnte nie schaden.

Aus diesem Grund ein kurzer Kommentar aus der Redaktion:

Wir wissen noch nicht so ganz was wir davon halten sollen. Zum einen gab Fred die Tour nicht wirklich frei und zum anderen überließ er Giuliano die Entscheidung. Als wir zum Klettern anfingen, war es eine Frage des Anstandes, die Finger solange von einem Projekt zu lassen, bis es entweder erstbegangen wurde oder man ein klares Ja vom Erschließer bekam. Diese ungeschriebene Regel respektierte man auch. Zudem gab und gibt es immer noch genug freie Linien auf der Welt, die man selbst einbohren und Erstbegehen kann und so eine Route läuft einem auch nicht davon.

Die Young Guns Redaktionsmitglieder meinen, es wäre  wünschenswert sich noch einmal Gedanken über den Status von Projekten zu machen. Und in Betracht zu ziehen, dass man die Regeln eventuell ändern sollte. Eine zeitliche Begrenzung des geschlossenen Projekt-Status wäre vielleicht wünschenswert. Doch bis dahin sollten alle nach den Regeln spielen um die Fairness in unserem Sport zu bewahren.

 

Klettern wie Dülfer – Roland Hemetzberger im Wilden Kaiser

Zwei Kletterer, zwischen denen 100 Jahre Klettergeschichte liegen: Roland Hemetzberger aus Oberaudorf und Hans Dülfer. Michael Düchs begleitet Hemetzberger in seiner Route „Delirium“ und findet erstaunliche Parallelen zwischen den beiden.

 

Zopa ruft seine Kindertrage Little Hiker zurück

Zugegeben, dies hat jetzt wenig bis gar nichts mit Klettern zu tun. Da es aber um Kraxen und somit um den vermeintlichen Nachwuchs der Kletterszene geht, sollte dies nicht unerwähnt bleiben.

Ein kleiner Teil (Reiter der Tasche mit Reißverschluss) kann leicht vom Produkt gelöst werden und das Kind kann das kleine Teil in den Mund nehmen. Hier besteht Erstickungsgefahr. Außerdem können die Rohre des Rahmens, sowie die Befestigungsvorrichtung des Kinderrückhaltesystems brechen. Die Schultergurte können rutschfest sein und der Klappmechanismus kann leicht von einem Kind bedient werden, das dann von dem Beförderer abfallen kann. Das Produkt entspricht nicht der einschlägigen europäischen Norm EN 13209-1.

  • Von Behörden angeordnete Maßnahmen: Rücknahme des Produkts vom Markt
  • Art des Risikos:  Ersticken durch blockierte Atemwege, Verletzungen

 

Berichtigung zur Olympia Nominierung im Team Japan:

Bei der Kletter WM Berichterstattung, schrieben wir dass die beiden Japanischen Athleten Miho Nonaka und Kai Harada, durch ihre Platzierungen bei Combined Finale sich für Olympia qualifiziert hätte. Dem ist nicht so!

Sie haben zwar sehr guten Chancen, die weiteren Olympia Tickets im Team Japan werden aber erst nach den Wettkämpfen von Toulouse, Asian Championships und dem Japan Combined Cup vergeben.

 

„Olympia ist eine Chance“ – Alex Megos im aktuellen sportstudio – ZDF

Alex Megos versucht beim Klettern die Grenzen des Machbaren zu verschieben. Im Gespräch mit Dunja Hayali spricht Megos über seine Anfänge, das Gefühl am Berg und die Olympischen Spiele in Tokio.

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