Janja Garnbret und Tomoa Narasaki gewinnen die Goldmedaille im Olympic Combined

Der letzten beiden Tage der Kletter-WM 2019 in der Esforta Arena Hachioji in Tokio standen ganz im Zeichen der Medaillenentscheidung im Olympischen Kombinationsbewerb.  Nachdem die Damen bereits am Dienstag um die letzten Medaillen und die ersten Olympia-Tickets gekämpft haben, waren am Mittwoch morgen die Herren an der Reihe. Durch die besondere Konstellation, dass vier Japaner im Finale mitkämpfen, aber nur Zwei zu Olympia dürfen, sind alle Nicht-Japaner bis einschließlich Rang 10 bereits qualifiziert. Doch für die vier japanischen Superstars im Finale heißt es: alles geben! Nur die besten Zwei dürfen ihr Heimatland bei der Heim-Olympiade 2020 vertreten

 

 

Jakob Schubert  gewinnt Silber in der Kombination

In der ersten Kombinations-Runde, dem Speedbewerb, gelang Jakob Schubert im Viertelfinal-Run gegen den Franzosen Mickael Mawem beinahe eine Überraschung. Nach einem Fehler des haushohen Favoriten ging Schubert auf der 15-Meter-Normroute in Führung und musste sich am Ende lediglich um 9 Hundertstel geschlagen geben. Im Platzierungs-Run war Schubert dann schneller als der Deutsche Alexander Megos und beendete den Speed-Bewerb auf Platz 7.

Im Boulderbewerb hatte Schubert dann am zweiten und dritten Boulder jeweils einen sehr guten Versuch, scheiterte aber jeweils knapp am Top. Mit insgesamt 3 Zonen in 6 Versuchen beendete Schubert den Boulderbewerb damit auf Platz 5. Mit einem Score von 35 Punkten bedeutete dies Platz 7 in der Zwischenwertung nach 2 von 3 Bewerben. Boulder-Weltmeister Tomoa Narasaki war nach 2 von 3 Runden mit einem Gesamtscore von 2 Punkten (Platz 2 im Speed x Platz 1 im Bouldern) der Kombinations-Weltmeistertitel nur mehr theoretisch zu nehmen. Der Kampf um Silber und Bronze war jedoch noch komplett offen, obwohl der Kasache Rishat Khaibullin und der Japaner Kai Harada die besten Ausgangspositionen vor der letzten Disziplin inne hatten.

Schubert, der stets über den aktuellen Zwischenstand informiert war, wusste, dass im Kampf um Edelmetall unbedingt ein Top im Vorstieg notwendig ist, und das in einer möglichst schnellen Kletterzeit, sollten andere Athleten die Route auch toppen.

Da sich Alexander Megos im Boulderbewerb verletzte (Verdacht auf Ringbandverletzung) und aufgeben musste, eröffnete Schubert den abschließenden Vorstieg-Bewerb, da in gestürzter Reihenfolge der Zwischenwertung gestartet wurde. Jakob Schubert zeigte in seiner Paradedisziplin Vorstieg warum er in dieser Disziplin bereits 2-facher Weltmeister (2012, 2018) und 2-facher Vize-Weltmeister ist (2016, 2011) ist. Schubert fand gleich von Beginn an den perfekten Rhythmus, nützte die Rastpositionen clever aus und meisterte die Finalroute in nur 03:32 Minuten. Die Halle bebte und Schubert legte seinen Konkurrenten wie erhofft vor. Sowohl der Kasache Khaibullin als auch der Japaner Harada hielten dem Druck im Vorstieg nicht stand und erzielten nicht die notwendigen Lead-Resultate um vor Schubert zu bleiben. Auch Boulder-Weltmeister Schubert kam nicht annähernd in Top-Nähe, beendete aber hinter Schubert den Lead-Bewerb auf Platz 2 und sicherte sich dadurch den Weltmeistertitel vor Jakob Schubert. Platz 3 ging an den Kasachen Rishat Khaibullin. Schubert schaffte damit auch in seinem dritten WM-Finale bei der Kletter-WM 2019 eine Medaille und darüber hinaus die Olympia-Qualifikation, Schuberts größtes Ziel im Vorfeld der WM.

„Wahnsinn. Ich habe eigentlichKLETTER WM 2019 - IFSC CLIMBING WORLD CHAMPIONSHIPS - Hachioji/Tokyo (JPN) 11th - 21st August 2019 / image shows: Jakob Schubert (AUT) schon vor dem heutigen Finale mehr erreicht als ich mir vorgenommen habe. Das es jetzt noch mit der dritten Medaille geklappt hat ist unglaublich. Vor allem, da es nach den ersten beiden Disziplinen nicht so gut ausgeschaut hat, wie ich mir das vorgestellt habe. In meiner allerletzten Route hier im Finale wollte ich allen noch einmal zeigen – inklusive mir selbst – was ich drauf habe. Dass das dann so aufgeht ist natürlich genial. Mit drei Medaillen und dem Olympia-Ticket im Gepäck geht’s morgen dann nach Hause. Besser geht´s nicht. Danke ans gesamte KVÖ-Betreuerteam um mich herum, die Betreuung hier war einfach nur perfekt!“ strahlte Jakob Schubert nach der Siegerehrung in der Mixed-Zone.

 

Alex Megos über die WM und seine Verletzung

Eine vertikale Achterbahnfahrt, so lässt sich für mich diese WM am besten zusammenfassen!

Auch durch die guten Platzierungen in den Weltcups vorher wusste ich, dass ich in meiner Spezialdisziplin, dem Lead, gut in Form war und habe mir dort den zweiten Platz gesichert, worüber ich mich sehr freue! Der erste Platz war in Reichweite, ganz klar, aber diesmal sollte es eben nicht sein …

Mein großes Ziel, die Qualifikation für die olympischen Spiele 2020 in Tokyo, habe ich erreicht. Ich habe mir eine 50/50 Chance ausgerechnet, mich bereits hier in Hachioji zu qualifizieren und war dann doch sehr erstaunt, dass es in der Quali überragend gut lief.

Auch im anschließenden Finale habe ich mich unglaublich gut gefühlt und meine persönliche Bestzeit im Speed um mehr als eine halbe Sekunde gesteigert. Ich bin voller Zuversicht und Motivation in den Boulderwettbewerb gegangen und dann spürte ich auf einmal beim zweiten Versuch im ersten der drei Boulder einen Schmerz im kleinen Finger an der linken Hand. Klar denkt man sich, das geht schon noch, aber ich habe nach einem kurzen Test auf einem der Griffe gemerkt, dass ich keine Kraft mehr auf dem Finger bringen kann und die Finger sind beim Klettern genauso entscheidend wie die Füße beim Sprint. Um kein Risiko einzugehen, habe ich mich entschlossen, den Wettbewerb an dieser Stelle zu beenden, auch wenn es mir unglaublich schwer gefallen ist!

Die Euphorie im gesamten Team hat mich bis hierhin getragen und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen für die großartige Unterstützung bedanken!

Olympia ist nicht übermorgen, ich werde nun erstmal feststellen lassen, was los ist und dann zusammen mit meinen Trainern nach vorne schauen, um mich für das nächste Jahr wieder in Topform zu bringen!

 

Mit einer sensationellen Aufholjagd holt sich Janja Garnbret die 3. Goldmedaille

Nachdem die Damen bereits gestern um die letzten Medaillen und die ersten Olympia-Tickets gekämpft haben, waren heute die Herren dran. Durch die besondere Konstellation, dass vier Japaner im Finale mitkämpften, aber nur Zwei zu Olympia dürfen, sind alle Nicht-Japaner bis einschließlich Rang 10 bereits qualifiziert. Trotzdem hieße es für die vier japanischen Superstars im Finale, alles geben! Denn nur die besten Zwei dürfen nächstes Jahr ihr Heimatland bei der Heim-Olympiade vertreten. Die Zuschauer konnten sich auf jeden Fall auf einen knallharten Wettkampf freuen!#IFSCwch Hachioji 2019 Olympic Combined Pic: © IFSC/Daniel Gajda & © IFSC/Eddie Fowke

In einer sensationellen Aufholjagd hat sich Janja Garnbret (SLO) die Goldmedaille im Olympic Combined gesichert:

Nach Bouldern und Speed lag sie noch auf Platz vier. Durch einen Top im Lead schob sie sich auf den ersten Platz vor. Spannend war ebenfalls das interne Duell der vier Japanerinnen im Finale: Da nur zwei Frauen pro Land starten dürfen, konnten sich nur die beiden besten Japanerinnen qualifizieren. Am Ende lachte Akiyo Noguchi vom zweiten Podiumsplatz und Miho Nonaka vom fünften. Auf Platz drei landete die Britin Shauna Coxsey.

 

Ergebnisse der IFSC Olympic Combined World Championships 2019

Damen:

1 GARNBRET Janja SLO
2 NOGUCHI Akiyo JPN
3 COXSEY Shauna GBR

4 MIROSLAW Aleksandra POL
5 NONAKA Miho JPN
6 MORI Ai JPN
7 ITO Futaba JPN
8 KLINGLER Petra SUI
9 RABOUTOU Brooke USA
10 PILZ Jessica AUT

33 LETTNER Sandra AUT

36 KOLLER Anne-Sophie SUI

38 YOKOYAMA Sofya SUI

43 KÜMIN Andrea SUI
44 SHIRAISHI Ashima USA

48 HÖNIG Afra GER
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Männer:

1 NARASAKI Tomoa JPN
2 SCHUBERT Jakob AUT
3 KHAIBULLIN Rishat KAZ

4 HARADA Kai JPN
5 NARASAKI Meichi JPN
6 FUJII Kokoro JPN
7 MAWEM Mickael FRA
8 MEGOS Alexander GER
9 FOSSALI Ludovico ITA
10 MCCOLL Sean CAN
11 FLOHÉ Yannick GER

16 KRUDER Jernej SLO
17 HOJER Jan GER
18 ONDRA Adam CZE
19 GHISOLFI Stefano ITA
20 CHON Jongwon KOR

24 Sascha Lehmann SUI
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Road to Tokio 2020 – Die ersten Tickets sind vergeben

Neben den drei Medaillen wurden auch die ersten sieben Tickets für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vergeben. Die glücklichen Olympioniken /-innen heißen:

Damen:

Janja Garnbret (SLO)
Akyio Noguchi (JPN)
Shauna Coxsey (GBR)
Aleksandra Miroslaw (POL)
Petra Klingler (SUI)
Brooke Raboutou (USA)
Jessica Pilz (AUT)
Miho Nonaka (JPN)*

Männer:

Tomoa Narasaki (JPN)
Jakob Schubert (AUT)
Rishat Khaibullin (KAZ)
Kai Harada (JPN)*
Mickael Mawem (FRA)
Alexander Megos (GER)
Ludovico Fossali (ITA)
Sean McColl (CAN)


Brooke Raboutou,Jessiy Pilz, Ludovico Fossali und Sean McColl waren zwar nicht im Finale, rücken aber nach, da sich von den vier Japanerinnen und Japaner nur jeweils zwei für Tokio qualifizieren können. Kai Harada und Miho Nonaka qualifizierte sich über die Heimquote. Dadurch rückte auch Petra Klingler vor. Insgesamt wurden an diesem Tag also acht Tickets vergeben. Sieben regulär über die WM und eine über das Heimkontingent der austragenden Olympia-Nation.

*) Richtigstellung: sicher in Tokyo 2020 dabei sind Akiyo Noguchi und Tomoa Narasaki… Miho und Kai haben bisher nur die Möglichkeit auf das zweite Ticket…das hängt noch von Toulouse, Asian Championships und Japan Combined Cup ab ob sie das dann wirklich bekommen…

Adam Ondras Kommentar zur Aberkennung der wertvolle Klettermeter:

…..When I got down, I was told that I was in third place and I have a chance to nominate for the finals. Unfortunately, a few minutes later, there was a protest against me, because I stepped on the technical bolt. The situation was discussed a very long time, the protests and counter-protests were filed. The result was, unfortunately for me, that I was disqualified and I was given only ten points (according to the last hold before the given bolt). This meant the last or next-to-last place for me and clear failure without a nomination for the finals.

From my point of view, it was at least questionable, whether I really stood on the bolt or not. I have looked at different video shots from different angles. From what I saw, I couldn’t say for sure that I really stood on it or not. Of course, it is not easy for the referee to decide within a few minutes and I certainly do not take it personally. The decision was made and for me it means that I will have to go to the next qualifying competition and prepare very well for it. It will affect my preparation for the Olympics, but I hope it will not affect the fact of whether I go to the Olympics or not.”

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