Angy Eiter und Kim Marschner klettern 9a, Laura Rogora 9b, Alex Puccio und Brooke Raboutou bouldern 8B+

Alex Puccio & Brooke Raboutou bouldern 8B+

Die Überschrift lässt ja schon erahnen, dass es den ein oder anderen Low Gravity Day gegeben haben muss, aber so ganz ohne klettertechnisches Können und Kraft in den Fingerkuppen sind dann diese Massen an 8B Bouldern doch nicht zu klettern. Alex Puccio legte mit Doppelgänger Poltergeist (8B) los, um dann ein paar Tage später noch eine Wiederholung von The Wheel Direct (8B+) nachzuschieben.

Brooke Raboutou hängte schon Ende Juni mit ihrer Begehung von Automator (8B) die Messlatte für kommende Projekte recht hoch. Nach ein paar Trainingseinheiten am Griffbrett fielen dann im Juli die Boulder The Shining 8A+/8B und Wheel of Chaos (8B+) und zu guter Letzt auch noch Doppelgänger Poltergeist (8B)

 Angy Eiter begeht Fluch der Meere (9a)

  • Pure Dreaming (9a)
  • La Planta de Shiva (9b)
  • Schatzinsel (9a) 
  • Queen Anne‘s Revenge (9a+) 
  • Big Hammer (9a)
  • Era Vella (9a) 
  • Hades (9a)
  • Zauberfee (8c+/9a)
  • 25 Weltcupsiege
  • 3-fache Weltcupgesamtsiegerin
  • 4-fache Lead Weltmeisterin
  • 6 fache Gewinnerin der Rock Master in Arco

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Das ist nur ein kurzer Auszug aus der beindruckenden Klettervita von Angy Eiter, der sie selbst ein weiteres Kapitel hinzugefügt hat. Alles begann als Angy auf der Suche nach einer schönen, nicht unbedingt schweren, aber doch kletterbaren Linie war. Sie musste nicht lange suchen, da ihr Mann Berni noch ein 25 Meter langes und recht steiles Projekt offen hatte und dies zu teilen bereit war. Ein paar Tage des Ausboulderns und Moonboard-Trainingseinheiten später war es dann so weit und es ging an die ernstgemeinten Gos.

„My latest project has occupied my head and I really wanted to complete this one. It‘s neither any level of success nor any grade I am looking for. This outcome happened accidentally and regardless of what the grade could be, I was psyched to try it. My improvement from one sesh to the next pushed me further. Yesterday I tried it again after a couple days away from it. Totally unexpected I managed the crux, a strange power move snapping a pocket from a bad crimp. I continued with the flow and tried to control the next powerful „campus-jumps“. Then, the last moves required accuracy…

so Angy auf Instagram

Sie gewann den Kampf gegen die Schwerkraft und konnte die Erstbegehung von Fluch der Meere (9a) erfolgreich abschließen. Zu ihrem Bewertungsvorschlag meinte sie nur:

As for the grade I don’t have a good comparison at the moment but I guess it should be around 9a. Thanks to my husband for giving birth to this great line“

Im folgenden Video könnt ihr Angy bei ihrer letzten Erstbegehung Schatzinsel (9a) sehen

Kim Marschner 9a in Frankenjura

Im Jahre 2011 gelang Markus Bock mit der Erstbegehung von The Elder Statesman (9a/9a+) ein weiteres Meisterwerk der Fränkische Kletterkunst. Seitdem erfreut sich die 15 Meter kurze Route größter Beliebtheit und man einigte sich denn recht schnell auf den grad 9a, bzw. weil in Franken immer noch UIAA Bewertung hoch im Kurs liegt, 11.

Kim Marschner klettern news kletterszene

Genau unter diesem fränkischen Elfer, stand kürzlich Kim Marschner, der trotz Erfolge in TV-Sendungen wie Ninja Warriors, die Wurzeln seiner Sportlichkeit nicht vergessen hat. Die ersten acht boulderlastigen Züge, wo es eine extrem flache Leiste zu halten und ein Sprung von einem Fingerloch auf eine weitere kleine Leiste zu halten gilt, meisterte Kim ohne größere Probleme. Auch die anschließenden 15 Züge, bei denen pure Leistenpower und eine ordentliche Fußtechnik gefragt sind, klettert Kim sturzfrei bis zum Umlenker und reiht sich damit in die namhafte Wiederholerliste ein.

Laura Rogora klettert 9b

Wo anfangen und wo aufhören, diese Fragen stellen wir uns meistens dann, wenn jemand und in diesem Fall Laura Rogora etwas richtig Schweres geklettert ist. Denn zum Einen möchten wir euch ja eigentlich etwas über die Route und die Person erzählen, die die Route wiederholt hat. Und zum Anderen liegt einem einfach die pure Freude auf der Zunge, die einen am liebsten gleich das „Bäm, 9b!“ in der ersten Zeile tippen lassen möchte.

Hier ein paar grundlegende Fakten über die Geschichte dieser Route:

Alles fing 2007 mit der Erstbegehung von Ali Hulk (9a) an. Eine Route, die mitten in der Ali Baba-Höhle anfängt. Mit dem Grad 9a war die Kreation zwar schon echt schwer, da man aber mit eine Stehtstart mittig der Höhle anfing, nicht unbedingt … schön…  Vor allem in Anbetracht dessen, dass die Spanier Wert darauf legen, dass die komplette Linie geklettert wird. Aus diesem Grund hängte das spanischen Powerhouse Dani Andrada recht schnell mit Ali Hulk Extension (9a+) einen ordentlichen Stehtstart am Höhlenanfang dran. Warum wir das mit dem Stehstart so sehr betonen, löst sich gleich auf. Denn mit Ali Hulk Extensión Sit Start (9b) kam dann im November 2007 die Sitzvariante dazu und auch diese geht auch auf das Konto von Herrn Andrada.

Die 33 hauptsächlich waagrechten Klettermeter sorgen bei jedem/ bzw. jeder Wiederholer/in mit den insgesamt 85 Zügen für den Pump seines/ihres Lebens. So auch kürzlich bei Laura Rogora. Mit ihrer Wiederholung von Pure dreaming plus (9a+) hatte Laura im Juni diesen Jahres ihre erst 9a+ punkten können und legte jetzt mit Ali Hulk Extension total (Sit Start) (9b) nach.

Hier ist Laura in ihrer letzten 8c+ / 9a Route Underground in Arco zu sehen.

Cedric Lachat wiederholt WoGü (8c)

Die WoGü wurde ’97 von Beat Kammerlander eingebohrt und projektiert, aber nie selber frei durchstiegen. Seitdem haben sich viele daran probiert, was dieser Mehrseillänge einen gewissen Ruf bescherte. Erst 2008 konnte der damals 15-jährige Adam Ondra die Route am Stück frei klettern. Und selbst danach dauerte es wieder ein paar Jahre bis Edu Marin 2016 und Roland Hemetzberger 2017 diese Route wiederholen konnten. Die Schwierigkeiten der einzelnen Seillängen sind 8c, 8a, 8c, 8b+, 8b+, 8a+, 7c+, wobei Edu Marin damals meinte die erste Seillänge könnte sogar 8c+ sein. All diejenigen die sich schon einmal mit Beat Kammerlander Routen befasst haben, wissen aber auch, dass der klettertechnische Schwierigkeitsgrad gerne mit weiten, um nicht zusagen sehr weiten Haken abständen als kleines Schmankerl on Top auf die Wiederholer/innen wartet.

Einer von ihnen ist nun auch der Schweizer Cedric Lachat. Cedric gehörte in den Jahren 2001 bis 2013 zu den Top 10 im IFSC Wettkampfzirkus und kann neben sieben 9a+ Rotpunktbegehungen auch auf die ein oder andere schwere Alpinroute zurückblicken. Bei einem Interview zu seiner Begehung mit unseren Kollegen aus England meinte er:

It’s easier to do a 9a or even a 9a+ in a day! Wogü requires a lot of experience.“

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Rosenheim lädt zur Bayerischen Speed Meisterschaft

Es gibt gute Neuigkeiten aus und für die bayrische Wettkampfszene! Erfreulicherweise können wir euch mitteilen, dass kurzfristig am 02.09.2020 noch eine Bayerische Meisterschaft Speed für die Altersklassen Jugend A- D in Rosenheim stattfinden kann. Bei einem Blick in den Kalender werdet ihr feststellen, dass dies ein Mittwoch in den Ferien ist. Ja, das ist korrekt. Der Landesverband will damit ein Angebot für die, die ihren Urlaub zuhause verbringen schaffen und sind sich bewusst,

dass einige Athleten mit Sicherheit im wohlverdienten Sommerurlaub sind. Aus diesem Grund wird der Wettkampf nicht in eine Gesamtwertung einfließen oder für weitere Nominierungen herangezogen.

Das Klettergebiet Bettlerküche hat mit Park- & Abfallproblemen zu kämpfen

Das beliebte Klettergebiet Bettlerküche hat mit Park- und Abfallproblemen zu kämpfen, was zu Konflikten führte. Die Interessengemeinschaft IG Klettern Jurasüdfuss bittet deshalb, auf das Klettern an Wochenenden beim Sektor Parkplatz zu verzichten. Der Grund für das “Kletterverbot” ist dass durch die neue Beliebtheit in der Kletterszene und die wenig vorhandenen Parkplätze dafür gesorgt haben, das die Besucher wiederum auf Futterwiesen und privaten Grundstücken geparkt haben, was zu Schäden der Vegetation und grossem Ärger der Eigentümer führte. ..weiterlesen

Jan Hojer über seine Anfänge, die Faszination seiner Sportart und Olympia

Jan Hojer erzählt uns in dieser Episode: – Wie Jan es kurz vor dem Lockdown gerade noch nach Deutschland geschafft hat – Wie Jan in der Corona-Zeit trainiert – Wieso Jan die Verschiebung der Olympischen Spiele recht leicht gefallen ist – Was ihm durch den Lockdown am meisten fehlt – Wie er sich mit anderen Athleten und Verbänden austauscht und informiert bleibt – Wie Jan reagiert hat, als Klettern eine Olympische Disziplin wurde – Wie er bei der Olympia Qualifikation den schweren Rückschlag seiner Schulterverletzung überwunden hat – Welche Rolle mentale Stärke

beim Klettern spielt – Wie Jan es in Toulouse geschafft hat deutschen Rekord und seine persönliche Bestzeit zu klettern – Was Speed-Klettern ausmacht und wieso es eigentlich das Gegenteil des eigentlichen Sports ist – Wie die Disziplinen Speed-Klettern, Boulder und Lead-Klettern funktionieren – Wie er sich gefühlt hat, als er sich für Olympia qualifiziert hat – Wie er mit seinem Trainingspartner und Freund Yannik Flohé in einer besonderen Konkurrenzsituation umgegangen ist – Wie sich das Bewusstsein über das Klettern allgemein verändert hat – Wie ihn seine Schwester durch ein Schulprojekt zum Klettern gebracht hat – Was Jan an dem Kletter-Sport so fasziniert – Was Jan nach seiner Wettkampf-Karriere plant – Wie er sich die Olympischen Spiele in Tokio vorstellt – Wo Jans Lieblingsort zum klettern ist und welchen Ort er als absoluten Geheimtipp nennt

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