Old School und New Generation [Dani Andrada]
27. Januar 2010 | News | Veröffentlicht von gerhard | 7 Kommentare
Diese Woche las Dani Andrada den Artikel von Alex Huber über das Auf- und Abwerten der Routen, die Massen an harten Begehungen und vieles mehr auf 8a.nu und da Dani sich gerne an derartigen Debatten beteiligt, hat er sich dazu entschlossen seinen persönlichen Standpunkt darzustellen, auch wenn dieser nicht von jedem geteilt werden wird:
Anfangs möchte ich feststellen dass ich der Meinung bin, dass viele Homepages die Essenz des Kletterns zerstören indem sie Streitigkeiten heraufbeschwören, die in den meisten Fällen gar nicht existieren. Hinzu kommt dass es viele Lügen gibt, die diese Medien, welche unfähig sind irgendeine Art der Revision zu betreiben, einem völlig unschuldigen und respektvollen Publikum auftischen. Auf diese Art wird ein total imaginäres Bild einer “objektiven Wahrheit” geschaffen, es wird eine Rangliste des Kletterns ohne jede Glaubwürdigkeit erstellt, obwohl die meisten Kletterer davon wissen.
In Bezug auf Routen und ihre Bewertung glaube ich, dass es überall auf der Welt schwere und leichte gibt. Ja, ich kann sogar dem zustimmen, dass die technisch anspruchsvollen Routen von früher härter waren. Aber aus dem einfachen Grund, dass man heutzutage mehr im Überhang klettert. Bezüglich unwiederholter Routen kann ich nur sagen, dass ich auch einige Routen ohne Wiederholung aufzuweisen habe. Aber trotzdem denke ich, dass es nicht nur an der Schwierigkeit liegt, sondern sicherlich auch daran, dass sie schlicht und einfach niemand versucht. Wenn es nämlich ein Gebiet wie Santa Linya gibt, mit 21 tollen Routen von 9a bis 9b, mit einfachem Zustieg, fast immer gutem Wetter und wo ein Grossteil der stärksten Kletterer der Welt vorbeischaut, dann scheint es es mir normal dass dort viele schwere Routen wiederholt werden, oder?!
Ausserdem glaube ich dass, wenn man über bestimmte Routen redet und Anschuldigungen hervorbringt, es gut wäre wenn man jene Routen probiert hätte oder wenigstens unter ihnen gewesen wäre…
Bezüglich “Action Directe” bin ich der Meinung dass es Wolfgang sicherlich egal gewesen wäre ob es nun 8c+ oder 9a gewesen wäre. Ich habe diese Route 1994 versucht und es ist leicht darüber zu reden ohne sie geklettert zu haben… Sie hat viele Wiederholungen und gilt als schwer, oder?! Sicherlich ist sie das, sie misst 10 Meter. Sagt mir mal, wie viele 9a´s mit 10 Metern sind das nicht sind! Es ist sehr schwierig um nicht zu sagen unmöglich, eine Route mit 10 Metern und Bouldercharakter mit einer Kraftausdauerroute mit 40 oder 50 Metern zu vergleichen. Ich weiss es nicht, ich glaube nur es ist nicht alles Gold was glänzt.
Ich könnte auch vieles sagen, zum Beispiel tauchen in vielen meiner Routen neue Griffe auf und die Leute denken immer noch, der Schwierigkeitsgrad sei der Gleiche. Das passt einfach nicht zusammen… Und dann noch, dass viele Kletterer verkaufen müssen was es nicht gibt, wie etwa Solobegehungen, die eigentlich Boulder sind und viele Dinge mehr.
Letztendlich weiss jeder was er tut. Wir müssten bescheidener sein. Du bist kein Held, nur weil deine Route aufgewertet wird.
Man sagt die Wahrheit tut weh, also bleibt uns nichts anderers übrig als zu klettern, mehr Routen zu eröffnen und weniger zu reden.
Text: Dani Andrada (Quelle) / Übersetzung: Thomas Knoche für Kletterszene.com
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7 Anworten zu “Old School und New Generation [Dani Andrada]”
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Schlagwörter: Action Directe, Alexander Huber, Dani Andrada, Wolfgang Güllich
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hm – viel geredet, wenig gesagt. Was ist die Message?
…..dass er kein freund vom 8a rankig ist. zum beispiel….
….dass die leute selber wissen müssen, was sie erzählen und was sie wirklich geklettert sind…. usw……
sobald es um Kohle geht, also Sponsoring ins Spiel kommt, reicht es nicht mehr aus, dass es die Leute selber wissen, was sie gemacht haben.
Das ist wie Zeugnisfälschen für eine Bewerbung.
Und das der Sport den Weg der Professionalisierung geht, ist nicht mehr aufzuhalten und hat ja auch für die “nichtprofis” viele Vorteile: besseres Equipment, bessere Trainingsmöglichkeiten, usw.
aber was ist dann mit den guten alten zeiten? da war klettern noch nicht cool, und wenn man nicht tennis gespielt hat, war man ein aussenseiter… jetzt sind wir schon soweit, dass wir uns die frage gefallen lassen müssen, “in der halle oder gehst du auch an den fels”.
Wenn man sowohl den Artikel von Alex Huber als auch den Kommentar von Dani Andrada aufmerksam durchliest, wird dem informierten Leser auffallen, dass die sich gegenseitig ganz schoen an´s Bein pissen. Die Schaerfe der Kommentare ist nicht offensichtlich, aber durchaus wahrnehmbar. Ich weiss nicht, ob Alex Huber den Konter von Dani Andrada gelesen hat. Falls ja, freue ich mich auf die Fortsetzung!
glaub nicht, das alex den komentar schon gelesen hat. die huberbuam sind grad in patagonien unterwegs! sollten uns aber mal überlegen, ob wir ihnen ein iphone mit kletterszene.com flatrate… dann sind sie immer auf dem neusten stand. Aber thomas, ich glaub auch, dass die beiden nicht kuscheln werden, wenn sie sich sehen. ;o)
Dass der Artikel von Dani an Alex Huber adressiert ist, lässt sich nicht übersehen. Ich kann aber nicht erkennen wo der Artikel auf den er antwortet ihn angreift, oder fühlt er sich einfach als Vertreter der “neuen” Generation angesprochen?
Außerdem find ich es etwas seltsam, dass Dani schreibt, dass das Internet Streits heraufbeschwört, die es eigentlich nicht gibt und gleichzeitig einen anzettelt, oder schwelt da schon länger eine Fehde zwischen den beiden?