Christof Rauch wütet in Franken und klettert 9a in Nago, Michaela und Paige klettern (8c+) und das Café Kraft wird 7

Christof Rauch auf Kurzbesuch in Franken und Nago

Christof Rauch, der vor letztes Wochenende wieder mal nach dreijärhiger Abstinenz im Frankenjura unterwegs war, konnte dort — gelinde gesagt — alles niederreißen, was bei drei nicht auf dem Baum war. An gerade mal einem Tag boulderte er gemeinsam mit Moritz Perwitschky (Instagram) und Philipp Gassner (Instagram):

 

„Hilli Billi“ (8B)

„Tamagochi“ (8A) flash

„Violation“ (8A+)

„Dritte Wahl“ (8A)

„Burg Saburac“ (8A)

Burg Saburac ext“ (8A+)

 

Am zweiten Tag war es „nicht sooo erfolgreich“, vor allem auch weil viele Boulder nass waren, aber auch hier konnte gemeinsam mit Thomas Lindinger (Instagram) eine Teambegehung des Leistenklassikers Omega Mann (8A+) verbucht werden.

Kaum zu Hause, packte Christof auch wieder die Sehnsucht nach etwas wärmeren Gefilden und so ging es über den Brenner nach Arco. Dieses Mal — und das ist die eigentliche Sensation — mit Seil und Gurt! Trotz dieses ungewohnten Extragewichts zwickte er recht schnell die Markus Bock Route Bucking Bronco (8c/c+) in Nago weg und widmete sich anschließend der Route Sid Lives (9a).  Aber auch hier ging alles recht schnell. Etwa zwei Tage boulderte er die Route aus und im sechsten Go klippte er auch schon den Umlenker.  Was für Christof seinen zweiten Elfer innerhalb von fünf Monaten bedeutet. Keine schlechte Bilanz für einen „reinen“ Boulderer.

Michaela und Paige klettern Necessary Evil 5.14c / (8c+)

Ebenfalls eine Art Teambegehung konnten Michaela Kiersch und Paige Claassen in der Virgin River Gorge machen. Die beiden starken amerikanische Klettererinnen, beide mit einer Reihe von schweren Wiederholungen, posteten auf Instagram, dass sie die berühmte Necessary Evil (5.14c/8c+) punkten konnten. Für’s Protokoll bemerkte Kiersch, dass sie die erste weibliche Begehung der Route gemacht hat.

Die Route befindet im nördlichen Arizona und wurde 1989 von Boone Speed  eingebohrt. 1997 wurde sie von den damals gerade 16-jährigen Chris Sharma erstbegangen. Damals war das nicht nur sein medialer Durchbruch in Europa, sondern auch die schwerste Route Amerikas.

Paige Claassen schreibt:

A life goal achieved! Finally held that little coin stack long enough to slot my hand in that crackie chan and hold on for the ride to the top.

“After working Necessary Evil three years ago and bailing because it got to warm, I spent the last two months of 2017 moonboarding and weight training according to my training program written by Justen Sjong.” Continue reading below.

Ks.com: Am Rande möchten wir nur kurz erwähnen, dass Adam bei seinem letzten Besuch nicht hochkam und darauf sind die Amis unheimlich stolz.

Tom Randall wiederholt La Fuerza de la Gravedad (8b+)  in Vadiello

Der britische Trad-Kletterer Tom Randall hat wieder zugeschlagen.  Aber fangen wir von vorne an. Im Sommer 2017 widmete sich Carlos Logroño einer Risslinie in Vadiello. Da er bei seiner Erstbegehung auf die herkömmliche Sicherungen verzichtete und die Linie mit Friends und Keilen klettern wollte, kam schon vor der Erstbegehung Tom Randall ins Gespräch und er meldete auch gleich Wiederholungslust an. Nachdem das Projekt befreit wurde und somit für weitere Interessenten frei war, buchte Tom den Flug und traf sich mit Risskletterschüler und Jugendweltmeister Hannes Puman. Da Hannes davor noch nie einen Friend gesetzt hatte, aber die Züge klettern konnte wiederholte er die Routen mit vorab gesetzten Placements.  Tom machte bei diesen Ausflug gar keinen Stich. Dies konnte er natürlich nicht auf sich sitzen lassen und buchte gleich den nächsten Flug.  Drei Wochen später kam er Mittags in Madrid an, schnappte sich das Auto von Talo Martín und stieg noch am selben Tag um 18 Uhr Abends ein. Eine Stunde später stand  La Fuerza de la Gravedad (8b+) in seiner Tickliste.

Für eine richtige Tradbegehung zählen nur Begehungen, wenn die Placements auch selbst beim Go gelegt werden. Aus diesem Grund wurde Hannes zwar erwähnt, da er aber nichts gelegt hat, war es nur eine Begehung ohne Ticklisteneintrag.

Da das Video von der Begehung noch nicht fertig ist, zeigen wir euch eines von Alban Levier und seinem letzten Trip auf die Reunion Inseln

Ks.com: Wenn wir uns das so überlegen…Urlaub wäre mal wieder recht nett!

Birthday Kaffeekränzchen-Cup 2018!


Allmächd, Reto, Hannes und die Cafe Kraft Crew werden sieben Jahre alt. Oida leck und so weiter :) Das wollen und werden die eingebürgerten Franken mit einem großartigen Kaffeekränzchen-Cup, Freibier und einem Screening (neudeutsch für »Film-Vorführung«) des supercoolen Films “DIRTBAG: Fred Becky” am 10. März gebührend feiern!

 

Alle Details der Veranstaltung:

  •  freier Eintritt & Freibier zum Film
  •  Kaffeekränzchen-Spezial-Parcours
  •  griffiges Schuh-Testival von Ocun
  •  fantastische Preise
  •  Film: »DIRTBAG: The legend of Fred Beckey.
  •  Eiweiß-Nachschub durch den Foodtruck

  • Einlass ab 9 Uhr
  • Kletterstart um 10 Uhr
  • Kletterende um 17 Uhr
  • Finale um 18 Uhr
  • Preisverlosung, Siegerehrung & Film ab 19.30

 

Team Germany in Japan

Um sich vom Team Japan den schwarzen Gürtel abzuholen und um es 2020 in Tokyo etwas spannender zu machen sind die stärksten Jungs und Mädels aus dem DAV Kader mit Trainer und Routenschrauber-Sensai Dirk ins Land des Lächelns geflogen. Neben den obligatorischen Trainingssessions und Friseurterminen (?!) gab es zum Abschluss des Trips dann noch einen kleinen Wettkampf gegen und mit den Kollegen aus Japan.

 

Adam Ondra im Interview mit Rock and Ice

Die Rock and Ice Crew schnappten sich Adam nach seinem )a+ Flash für ein Interview, was unserer Meinung sehr gelungen ist.

What made you think Supercrackinette would be such a good candidate for a flash?

It doesn’t look like super tricky climbing. It looked like small crimpy incuts, which is the kind of climbing I like. The main difficulty is power endurance. The route is maybe 20 meters long, but the core of the climbing is even shorter because  the last four or five meters aren’t that hard. The hard part is 28 moves with my beta.

The individual moves aren’t super hard, but the hard thing about it is it’s really hard to even chalk up. You have to just keep going, and the whole climb is draining you, and your fingers just want to open.  …weiterlesen

Seven Summits, die Pole – und Entdeckungen zwischen Chiemgau und Allgäu

Wer die Seven Summits, also die höchsten Gipfel der sieben Kontinente, sowie Südpol und Nordpol erreicht, der bekommt keine Olympiamedaillen, hat aber hat den „Explorers Grand Slam“ geschafft. Die erste Deutsche, der das gelungen ist, ist Julia Schultz aus Memmingen. Ohne PR- und Vermarktungs-Trara, ganz still und leise hat sie diese extremen Punkte der Erde erreicht. Angefangen hatte es vor zehn Jahren mit dem Kilimandscharo auf einer Tour mit dem Allgäuer Bergführer-Urgestein Udo Zehetleitner. Mit ihm und dem Team von „Bergauf-Bergab“ hat Julia Schultz jetzt einen kleinen Ausflug in ihren „Hausbergen“ unternommen – und dabei tatsächlich Neuland betreten.
In zwei weiteren Beiträgen geht es noch um winterliche Entdeckungstouren in ganz anderer Hinsicht: Einmal bei der Frage, wie Kinder mit Spaß und Vergnügen das Skitourengehen lernen können; im zweiten Fall erleben junge Flüchtlinge den Winter und die Berge in ihrer neuen Heimat mit Schneeschuhen – und bergab mit Schlitten.

  • Sendetermin: Bergauf-Bergab am Sonntag, 25. Februar 2018, 18.45 Uhr im BR Fernsehen

Pirmin Bertle vs Adam Ondra

Freud und Leid liegen oft sehr nahe beisammen und dies musste Pirmin Bertle nach Adam Ondras Wiederholung seiner ersten 9b (Meiose) am eigenen Leib erleben. Denn nach der Wiederholung veröffentlichte Adam in seiner 8a.nu Tickliste seine persönlichen Bewertungsvorschlag.

Meiose (9a+) Soft One day ascent, third go. Nice short power endurance on tiny holds. Low end 9a+ with kneepad.

Das kann für einen Erstbegeher, der richtig viel Zeit in die Route gesteckt hat, ein Schlag ins Gesicht sein und muss auch erst erst einmal verdaut werde. Und genau da begann dann die öffentliche Diskussion.

Grob zusammen gefasst (hier sein Originalbeitrag), sieht Pirmin nicht ein, dass Adam seine Route abwertet und will dies so einfach nicht akzeptieren. Dies begründet er zum einen mit der Körpergröße von Adam und dessen Vorteil in der Route (Stichwort: Knieklemmer / Rastposition) und — etwas weiter gefasst — mit dem logischen Ansatz von Onsight- und Rotpunkt-Niveau und dem generellen „Problem“, dass in der West Schweiz generell „leichter“ bewertet wird und dies Adam bei anderen Wiederholungen nicht gestört hat.

….I am measuring 184cm and have proportionally long legs as well, but I can only clip and chalk there. I can hardly take the left hand off the wall. And I worked a lot on my knee pad engineering in there. A lot. And as the average high end climber should be about 10cm shorter, Adam’s downgrading argument seems highly personal. (Applying only for about 3% of potential aspirants.)….

….In addition smaller climber can’t down climb from the third bolt and thus have to clip just before the first crux. What makes a downgrading even more a luxury problem for “tall” climbers like him.

… Adam sent Meiose in four tries on two days (he already flashed the first crux – doing Chromosome Y – in 2014): the perfect logic 9b thus. …weiterlesen

Diese Diskussionen über Schwierigkeiten beim Klettern sind ungefähr so alt wie das Klettern selber und eigentlich auch überflüssig, da mit der die Zeit die kommenden Wiederholer, mit ihren persönlichen Bewertungsvorschlägen zeigen werden, wie schwer die Route wirklich ist und damit die Bewertung peu à peu nivelliert wird. Trotzdem bleibt bei aller Überflüssigkeit auch immer ein leichter und fader Nachgeschmack, denn auch wenn man den direkten Ticklisten-Vergleich einmal weglässt, gibt es da ja auch noch Adams Flash-Begehung von Chromosome Y (9a) und die hat er auch als soft** eingestuft. Chromosome X (9a) stuft Pirmin selbst als die leichtere von den beiden Chromosome Linien ein. Wie schwer muss dann der Verbindungsboulder sein, damit am Ende 9b raus kommt? Was denkt ihr darüber?

Meiose (9b) setzt sich lt. Primin (2015) aus der Verknüpfung  der schweren Teilabschnitte von Chromosome Y und Chromosome X zusammen. In Zahlen bedeutet dies: 8B Boulder, 7B+ Boulder, schlechter Ruhepunkt, 8A+/8B Boulder, guter Ruhepunkt, 15m 7b+ = , oder einfacher gesagt: 9a + schlechter Ruhepunkt + 8c+.

*) Ihr wist, dass dies nichts zu bedeuten hat
**) Dies wurde von Alexander Rohr auch bestätigt

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