Alexander Megos Klettern Interview

Yannick Flohe, Alex Megos und Martin Keller bouldern 8C, James Pearson und Caroline Ciavaldini klettern zwei der härtesten Trad-Routen Großbritanniens

Dreamtime (8B+/C) unter Dauerbeschuss

Alle Jahre wieder… und so trifft sich auch in diesem Winter die eingefleischte Boulergemeinde bei besten Grip-Verhältnissen im schönen Tessin.

Ein gern angepeiltes Ziel ist der Dreamtime Block in Cressciano. Denn auch wenn drei der vier Highend Boulder schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, finden sich immer noch Aspiranten, die sie noch nicht begehen konnten. Sei es der Schweizer Projektiermeister Martin Keller oder die beiden DAV Kader Kollegen Yannick Flohe und Alex Megos.

Jan Hojer Dreamtime (8C) Tessin

Auch wenn Martin Keller in all den Jahren, die er schon im Grad 8C unterwegs ist und Riot Act Low (8C), The Story of 2Worlds (8C) , Gepresster Hase (8B+) , Ninja Skills Down Sit (8C), Insanity Of Grandeur (8C), wir könnten noch viele weitere Boulder im Grad 8B+/ 8C aufzählen, dann aber riskieren den anfänglichen und bekannten roten Faden dieses Absatzes verlieren …. wo waren wir? Ah, ja! … in seiner Tickliste stehen hat, fehlte ihm noch der Fred Nicole Boulder Dreamtime (8B+/8C).

Über die letzten 17 Jahre versuchte er sich immer mal wieder daran, musste miterleben wie sein Projekt zerstört und dank Adam wiederbelebt wurde. Diese Woche passten alle nötigen Umstände zusammen und Martin konnte sein lange gepflegtes Projekt klettern.

Da die Verhältnisse an diesem Tag so gut waren und Yannick Flohe sich eh gerade in den schweizer Bouldergebieten austobt, war es wohl keine Überraschung, dass auch er unter Dreamtime stand. Was aber „überrascht“ bzw. sehr beeindruckt, ist die Tatsachen, dass der Gute nur eine vierstündige Bouldersession benötigte, um den Boulder auszutoppen. Unter uns, Alex hat da etwas länger gebraucht. Man muss aber auch sagen, dass Alex Haut und der Tessiner Gneiß nicht so gut miteinander harmonieren. Da hilft auch die pure carrot Power nicht weiter. Alex Megos wäre nicht so gut, wenn er über die Jahre nichts dazu gelernt hätte und aus diesem Grund steht auch Dreamtime (8B+/C) in seiner Tickliste. Und ob er jetzt zwei Session dafür benötigt hat oder nicht, da fragt nächste Woche keiner mehr nach.

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Video-Link: https://youtu.be/u_j2HjG8Fao

Alex Megos wiederholt Story of Two Worlds (8C)

Da Alex eh schon im Tessin war, Chironico im Schnee unterging und noch ein paar kalte aber sonnige Klettertage übrig waren, lag wohl nichts näher als einfach auf die Rückseite des Dreamtime Blocks zu gehen und dort weiter hart andrücken. Denn bekanntermaßen befindet sich dort Dagger (8B+) und die dazugehörige Graham Sitzstart-Variante Story Of Two Worlds (8C). Mit Yannick hatte Alex auch noch einen starken Motivationstrumpf am Start. Denn jeder weiß, dass es sich trotz Video-Betas, zu zweit immer besser ausbouldern lässt. Es wundert wohl kaum jemanden, dass nun auch dieser 8C-Boulder in Alex Tickliste steht.

Alex hat bei seinem Instagram Post zu dieser Begehung ein, unserer Meinung nach, recht gutes Statement zu der Ehrlichkeit im Klettersport gepostet. Dies würde den Rahmen der heutigen Shortnews sprengen, wir gehen aber demnächst noch darauf ein.

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Video-Link: https://youtu.be/9nHbk-6FrCw

Alexander Huber befreit ein 30 Jahre altes Projekt an der Waidringer Steinplatte

Kurz vor dem Wintereinbruch gelang Alexander Huber die lang ersehnte Erstbegehung einer makellos glatten, nach Süden ausgerichteten und atemberaubenden Linie an der Waidringer Steinplatte. Die Route, Highway, wurde bereits 1987 von Thomas Schäfer und Norbert Wich mit ein paar technisch gekletterten Passagen eingerichtet. Alex Huber hatte kurz nach der Erstbegehung schon versucht, die Linie zu freien zu klettern, musste aber in der sengenden Mittagssonne beim Erreichen der Seillänge 4 aufgeben.

Koasabluad - Alex Huber - Guido Unterwurzacher

2018 kehrte er in die Steinplatte zurück, um seine Erstbegehung des Mauerläufers (8b+) ca. 100m weiter rechts von Highway zu machen. Während das Ausboulderns von Mauerläufer kam auch wieder Highway ins Gedächtnis zurück und hat ein weiteres Mal seine Neugierde geweckt .

Nachdem Alex in diesem Sommer Magellan (8a 6Sl/ 200m) am Urlkopf , Sonnenkönig (8b 6Sl.) am Untersberg und Siete Venas (8c/ 6Sl.) am Alpeltalkopf in den Berchtesgadener Alpen befreit hatte, widmete er sich dem alten Projekt. Die sechs Highway-Seillängen bewegen sich in den Graden 6b, 7b+, 7c, 8a+, 8a+ und zum Abschluss gibt es noch einmal eine schöne 6c+ Seillänge. Auch wenn dieSchwierigkeitsgrade auf den ersten Blick als nicht allzu schwer eingestuft werden könnten, sollten alle motivierten WiederholerInnen nicht vergessen, dass sich bei Highway um eine reine Plattenkletterei handelt.

Not one single ledge, even not one single big hold… it’s like dancing in the ballroom of micro footholds.

so der 51 jährige Berchtesgadener auf seinem Instagram Account

James Pearson und Caroline Ciavaldini wiederholen zwei der härtesten Trad-Routen Großbritanniens

James Pearson konnte kürzlich die mit E8 bewertete Route Harder, Faster E8/7A wiederholen. Seine Frau Caroline Ciavaldini zog mit einer Begehung Gaia E8/6C gleich nach.

Gaia wurde 1986 von Johnny Dawes erstmals geklettert und wurde durch die bis ins Knochenmark gehenden Eröffnungsszenen des Kult-Klettervideos Hard Grit, wo Jean Mihn Trin-Thieu von der Schlüsselstelle stürzte, zu sehen war. Durch das Aufweichen diverser Ethiken und zum Schutz der KlettererInnen wurde die Headpoint ( Toprope ausbouldern von Trad Ruoten) immer beliebter.

Seither gab es zahlreiche Gaia-Wiederholungen – meist durch Männer. Nachdem die Amerikanerin Lisa Rands 2006 in den sauren Apfel gebissen hatte und sich die erste Damenbegehung holte, folgten Katy Whittaker 2013 und nun Caroline Ciavaldini.

Wo Gaia (E8/ 6c) nach rechts abbiegt, geht Harder, Faster (E8/7a) gerade weiter und steigt in einer kraftvollen, aber auch wackligem Kreuzzug an Sloper in der Platte aus. Egal bei welcher der beiden Routen: man sollte kurz vor dem Top tunlichst einen Fahler vermeiden. Denn ein Abflug führt zweifellos zu einem Grounder, der nicht ungefährlich enden kann.

Harder, Faster (E8/7a) wurde von Charlie Woodburn im November 2000 eingerichtet und seitdem nur einmal im Jahr 2003 von dem verstorbenen Australier Lucky Chance (früher Toby Benham) wiederholt. Harder, Faster gilt als eine der gefährlichsten und am wenigsten wiederholten Trad-Routen der Insel und Pearson unterstreicht einmal mehr seinen Platz unter den besten Trad-Kletterern.

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Video-Link: https://youtu.be/VVG9RcY5Eog

Klatsch und Tratsch aus der Szene

Mélissa Le Nevé im Interview

Was vorher nur den Männern gelungen war, hat Mélissa letztes Jahr geschafft: Sie ist die Action Directe (9a) im Frankenjura geklettert. Sechs lange Jahre hatte sie darauf trainiert bis ihr Traum endlich wahr wurde. 

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Video-Link: https://youtu.be/ku-GwEoY3Xc

Alex Huber im Live Stream Vortrag bei Welt & Wir

Alexander Huber zeigt nicht nur einen Querschnitt seines abenteuerlichen Lebens, sondern er erzählt auch von den Wundern der Berge: Watzmann, Matterhorn, Nameless Tower oder die Berge der Antarktis sind der Stoff, um von den größten Momenten einer Leidenschaft zu sprechen.
In „Best of Berg“ verschiebt Alexander Huber scheinbare Grenzen, ob im Fels, im Eis oder in der Höhe. Der Jüngere der zwei „Huberbuam“ zeigt seine schönsten und auch prägendsten Momente in der steilen Welt der Berge.

Ein Erlebnis der ganz besonderen Art- mit unglaublichen Bildern, arrangiert mit faszinierenden Filmsequenzen und steiler Musik. 

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Video-Link: https://vimeo.com/494393722

Ein Rückblick auf das Bergsportjahr 2020

[Bayerischer Rundfunk]

Ein Jahr neigt sich dem Ende zu, in dem die Pandemie uns alle gezwungen hat, umzudenken und unsere Pläne immer wieder neuen Situationen anzupassen. Bergauf-Bergab blickt aus bergsteigerischer Sicht zurück auf das wahrhaft außergewöhnliche Jahr 2020, in dem viele professionelle Bergsportlerinnen und Bergsportler die Abenteuer vor der Haustür gesucht und gefunden haben: Sowohl die Huberbuam als auch Ines Papert und Luka Lindic eröffneten neue Kletterrouten in den Berchtesgadener Alpen, Lukas Irmler beging die längste Highline Deutschlands am Wendelstein, Toni Palzer gelang die komplette Watzmann-Überschreitung in unter drei Stunden, andere kombinierten lange Radtouren durch die Alpen mit spektakulären Klettereien oder Wildwasserfahrten.

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Video-Link: https://youtu.be/dNaTobUJxRw
  • Credits Text Kletterszene.com
  • Credits Fotos Kletterszene.com Archiv,
  • Beitragsdatum 30. Dezember 2020