Daniel Woods und Carlo Traversi bouldern 8C’s, Julia Chanourdie klettert 9a+

Julia Chanourdie klettert Super Crackinette (9a+)

Im Oktober 2016 besuchte Alexander Megos das französische Klettergebiet St. Léger und ebnete mit seiner Erstbegehung Super Crackinette (9a+) den Weg für den ersten 9a+-Flash in der Kletterhistorie durch Adam Ondra (und dieser ist, was das Bewerten von Linien betrifft, eher auf der ehrlichen Seite) und den persönlichen Höhepunkt in Julia Chanourdies Kletterkarriere. Zumindest bis jetzt, denn die junge Französin würde an sich auch noch in Tokio starten und mit 23 Jahren hat sie eh noch einen lange Karriere vor sich. Gerade einmal 17 Tage und einen Tipp von Sébastien Berthe für die Ausstiegsplatten benötigte Julia für die Megosische Verbindung der Route Superbe bombé en (8c) und der Schlüsselstelle von Crackinette (8c), die am Ende mit einem ehrlich verdienten 9a+ Umlenker belohnt .

Nach Margo Hayes und Anak Verhoeven ist sie die dritte Frau die diesen Grad in ihre Tickliste schreiben kann*.

*) Frau Eiter hat den Grad übersprungen und gleich 9b getickt.

Julia enchaîne un 9a+ ! Supercrackinette à Saint Léger

Perf team Climb Up | Décidement Julia Chanourdie est en forme ! L'athlète de la team Climb Up, qualifiée pour les prochains JO, vient d'enchaîner son premier 9a+ à Saint Léger avec Supercrackinette ! Enorme perf !Bravo Julia, continue de nous faire rêver !#climbup #grimperensemble

Gepostet von Climb Up am Freitag, 13. März 2020

Carlo Traversi topt Dreamtime (8C)

Schon zu Beginn seines Kletterdaseins sah Carlo Bilder von Fred Nicole in Dreamtime und war sofort angetan von der puren Ästhetik der Linie. Als es dann realisierte, dass der Boulder fb 8C sein soll, konnte er sich zur damaligen Zeit nicht einmal erträumen einen solchen Boulder jemals zu klettern. Doch angetan von der Suche nach der schönsten kletterbaren Linie, entwickelte der junge Carlo Traversi immer mehr Skills und Rohstrom um eben auch die schönen Boulder klettern zu können, welche zuvor noch zu hart waren. Nun hat Carlo auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber unterkriegen lässt er sich davon nicht. Und so wurde mal schnell ein Flug von den USA ins Tessin gebucht und die Matten unter den Boulder seiner Träume gelegt. Einige Tage lang kämpfte Carlo mit dem Boulder- ohne Erfolg. Doch als dann die Meldung kam, dass Trump die Grenzen dicht macht, entschloss Carlo schnell den Rückflug zu buchen und alles auf eine Karte zu setzen. Denn in der Schweiz für längere Zeit sitzen zu bleiben konnte er sich, auch wenn der Gedanke verlockend war, einfach nicht leisten. Mit dem extra Druck saß Carlo dann mal wieder am Start, chalkte die Hände, ging die Beta noch ein letztes Mal im Kopf durch und zog an. Diesmal klappte alles und so konnte Mr. Traversi sich vor dem Rückflug noch schnell den lang ersehnten Durchstieg von Dreamtime (8C) abholen bevor es dann wieder in die Heimat ging.  

Michael Piccolruaz wiederholt Sierra Madre (8C)

Michael Piccolruaz wiederholt Sierra Madre (8C)

Der gebürtige Italiener Michael Piccolruaz ist vor einiger Zeit nach Innsbruck* gezogen um dort an der Uni zu studieren. So jedenfalls liest sich die offizielle Version, welche er wahrscheinlich seinen Eltern erzählte. Denn wir kommen einfach nicht von dem Gedanken weg, dass Michael eigentlich nach Innsbruck gezogen ist um dort zu trainieren. Ganz abwegig ist der Gedanke sicherlich nicht, Innsbruck bietet immerhin top Trainingsbedingungen.

Und dass die eben nicht nur gut sind, um am Plastik und für Wettkämpfe fit zu werden bewies uns Mr. Piccolruaz mit seiner Begehung von Sierra Madre (8C). Der Boulder steht im Zillertal, wurde von Flo Schmalzl erstbegangen und verläuft durch ein perfektes Granit-Schild. Den Boulder musste Michael durchaus länger probieren und somit wurde das Ganze zu einem harten Kampf gegen den eigenen Kopf. Doch mit der richtigen Crew, top Bedingungen und der nötigen Fitness musste die Linie irgendwann einmal fallen. Kurz bevor auch Österreich die Schotten dicht machte und zwecks Ausgangssperre das Bouldern draußen unmöglich machte, kämpfte sich Michael zum Top dieser absoluten King-Line.

*) Innsbruck: Quasi das Erlangen 2.0 der Kletterneuzeit

Stefan Koechel bouldert Klem Loskots 8B+ -Klassiker im Maltatal

Im November 2001 kletterte kein geringerer als Klem Loskot, mit Bügeleisen (8B+) den schon kürzlich erwähnten feuchten Traum jedes Boulderers. Mit dieser Erstbegehung tauchte das Maltatal auch plötzlich in den internationalen Klettermedien auf und legt den Grundstein für seine weltweite Bekanntheit. Denn Klems Bügeleisen war zu diesem Zeitpunkt einer der schwersten Boulder der Welt. Wenn man genug Fingerstrom und Körperspannung am Start hat, liegt es quasi auf der Hand, dass man sich mit seinen Crashpads unter das 45 Grad steile Schild begibt und die ein oder andere Session verbringt. Bei Stefan war die erste Session schon 2016, aber dank seiner Hartnäckigkeit und ständigem Verbessern der Beta, hat es kürzlich mit der Wiederholung geklappt.

Daniel Woods klettert Primitivo (8C)

Mr. Wood nutze seinen Lauf nach Off the Wagon Sit (8C) (welchen er eine Woche zuvor klettern konnte) aus und zog direkt weiter zum nächsten Tessiner highend Boulder. Das Ziel war Primitivo (8C). Den Steh-Start (8B) hatte Daniel schon zuvor geklettert. Nun galt es, „nur“ den ersten Zug zu sticken, die Schulter im Schraubzwingen-Style ordentlich arretieren und dann alles an den Steh-Start anzuhängen. Laut Woods gelang dies am besten in einer Nightsession verbunden mit Rage Against The Machine auf einem „Guerrilla Radio“.

Es mag sein, dass es Förster und Grundstückbesitzer gibt, die keine Problem mit Nightsessions haben. Trotzdem befinden sich die Boulder immer noch in der Natur und stehen somit im Lebensraum von Tieren. Die Frage, die sich bei Nightsession stellt ist doch die, wie sehr respektieren wir das, was wir so lieben und bei einem Herrn Woods die Lebensgrundlage darstellt? Bluetooth Boxen in der Natur, Herr Woods und Co? Ohne Worte!!

Selbst wenn man es unbedingt benötigt, sollte man zumindest den Anstand haben, das Ganze nicht auch noch groß als cool zu promoten, denn solch Vorbilder braucht unser Sport nicht.

Mehr Respekt, weniger Egoismus #savebouldering.

(Kletterszene.com Redaktion)

Wie dem auch sei- trotz dieses äußert fraglichen Verhaltens gratulieren wir Herrn Woods zu seiner Last-Minute Begehung von Primitivo (8C). Denn Aufgrund der aktuellen Lage im Tessin machte sich auch er kurz nach dem Durchstieg wieder auf den Heimweg in die USA.

#styathome

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