Waldbrand Fast 1.000 Hektar Wald von Fontainebleau zerstört
14. Juli 2026 in News
- Bouldern
Nach ersten Informationen brach das Feuer am Sonntagnachmittag aus. Begünstigt durch die anhaltende Hitzewelle breiteten sich die Flammen laut Behördenangaben rasant auf fast 1.000 Hektar aus – rund 5 Prozent des gesamten, etwa 20.000 Hektar großen Waldes. Damit zählt der Brand zu den größten, die jemals in der Île-de-France registriert wurden.
Im Ort Le Vaudoué mussten rund 15 Wohnhäuser evakuiert werden, nachdem sich die Flammen bis auf etwa 100 Meter genähert hatte. Rund 200 weitere Anwohner suchten vorsorglich Schutz in Turnhallen. Mittlerweile sind mehr als 500 Feuerwehrleute im Einsatz und werden von Löschflugzeugen, die eigens aus Südfrankreich in die Region verlegt wurden, unterstützt.
Diese Gebiete sind betroffen
Laut Berichten der Kollegen von planetgrimpe.com sind bislang folgende Sektoren betroffen:
- Barbizon (Brand seit Sonntag unter Kontrolle)
- Achères-la-Forêt
- Le Vaudoué
- Les Écrennes (Brand seit Sonntag, 18:00 Uhr, unter Kontrolle)
- Fontainebleau (Brand noch im Gange)
- Noisy-sur-École (Brand noch im Gange)
Der Zugang zum Wald von Fontainebleau ist derzeit komplett gesperrt. Die entsprechende Verbotsverordnung wurde von der Präfektur Seine-et-Marne erlassen.
Eine Entwicklung mit Ansage
Für alle, die regelmäßig in Bleau unterwegs sind, kommt das Ausmaß der Katastrophe nicht völlig überraschend. Das Terrain, das die Kletterszene so schätzt, ist aus mehreren Gründen ein perfekter Nährboden für Feuer: Waldkiefern, Farne und Heidekraut sind hochentzündlich, der sandige, wasserdurchlässige Boden speichert kaum Feuchtigkeit. Dazu kommen der massive Besucherandrang von rund 15 Millionen Menschen pro Jahr und ein sich beschleunigender Klimawandel – eine Kombination, die praktisch alle Risikofaktoren vereint. Verschärft wird die Lage zusätzlich durch das Absterben bestimmter Baumarten, wodurch sich seit Jahren immer mehr brennbares Material im Wald ansammelt. Diese ganzen Faktoren machen den Wald um Fontainebleau seit Jahren zu einer tickenden Zeitbombe.
Der Brandgefahrenindex hat mittlerweile die Stufe "sehr extrem" erreicht – eine direkte Folge von drei aufeinanderfolgenden Hitzewellen und extremer Dürre.
Welche Boulder-Klassiker betroffen sind:
Besonders bitter für die Boulder- und Kletterszene: Noisy-sur-École liegt mitten im Herzen des Massif des Trois Pignons – einem der meistbesuchten und bekanntesten Bouldergebiete von Bleau überhaupt. Dazu zählen unter anderem:
- Cul du Chien (Sektor 91.1) – das Gebiert mit seinen zwei berühmten Dächern, "Le Toit du Cul du Chien" und "L'Autre Toit", ein Pflichtprogramm für alle Bouldernde.
- La Roche aux Sabots – klassisches Einsteigergebiet direkt am Parkplatz beim Friedhof von Noisy-sur-École, was bei Familien und Bleau-Neulingen besonders beliebt ist.
- Le Vaudoué / Diplodocus – ein für seine markanten, dinosaurierartigen Felsformationen bekannter Sektor nahe dem Wanderparkplatz von Le Vaudoué, einem der akut evakuierten Orte.
Alle drei Gebiete liegen in unmittelbarer Nähe der aktuell aktiven Brandherde. Wie stark die Felsen durch die Hitze beschädigt sind, gibt es aktuell keine offiziellen Angaben und lässt sich seriös erst nach vollständiger Löschung der Brände beurteilen. Sandstein reagiert empfindlich auf extreme Hitzeeinwirkung, was Rissbildung und Absprengungen zur Folge haben kann.