Dave Graham und Seb Bouin klettern 9a+ in Spanien, Flo Wientjes bouldert 8B+/ 8C im Tessin und Babsi Zangerl wird von National Geographic nominiert

Flo Wientjes wiederholt The Kingdom (8B+) im Tessin

Flo Wientjes wiederholt The Kingdom (8B+) Ende Mai 2014 gelang bei einem Tessin Aufenthalt dem US Powerhouse Carlo Traversi mit The Kingdom (8C) eine Erstbegehung in Brione, die sich sehen lassen konnte. Der 11 Zug lange Boulder teilt sich in zwei Teile. Die ersten 5-6 Züge verlangen so ziemlich alles an Körperspannung und Fingerkraft von den Wiederholern so dass sie hoffentlich noch genügend Reserven parat haben, wenn es die letzten sechs Züge im 7A Gelände Richtung Top geht. Carlo ist von diesem Boulder so überzeugt, dass er mal zu Nalle meinte, wenn er einen richtigen 8C Boulder im Tessin versuchen wolle, soll er sich doch The Kingdom (8C) anschauen. Wenn da mal die Klappe nicht größer war, als er selbst. Denn ein knappes Jahr später kam Jimmy Webb ins schöne Tessin und nach 2 Tagen ausbouldern, wurde die Linie, wie auch viele weitere bei diesem Trip, auf 8B+ abgewertet. Seitdem steht der Boulder in Brione und wehrte sich gegen jegliche Begehungsversuche. Flo Wientjes gelang nach gerade einmal 4 Sessions nun die dritte Begehung von dieser Linie und meinte voller Stolz:

„The Boulder includes two brutal shoulder moves with really high feet so I thought it should definitely suits my climbing style. After my first Session I realized I can do each individual move. After my second Session I started to link moves together also did a decent go. Yesterday in my 4th Session I was able to put all the moves together and topped out one of my dreamlines. Super Happy right now.“

Jetzt ist Flo aber auch das Zünglein an der Schwierigkeitsgradwaage. Denn aktuell steht es bei 8C vs. 8B+ 1:1 und Carlo kann noch seinen Boulder mit 8C bewerben. Wenn wir Flo bei seinem Instagram Post aber richtig verstanden haben tendiert auch er eher zu dem Grad 8B+. Was für Carlo’s große Klappe am Anfang ein kleiner Dämpfer wäre. So ist das halt mit dem Wald; so wie man es rein ruft, kommt es auch meistens zurück.

 

Isabelle Faus wiederholt Catllica (8B)

Isabelle Faus zählt schon seit längerem zur Weltspitze was Outdoor Bouldern angeht. Doch zur Zeit hat die gute Frau wohl einmal einen richtige Lauf. Haben wir doch erst vor kurzem über die Amerikanerin und ihre Begehung von Memory is Parallax (8B+) berichtet, so hat die Dame in der Zwischenzeit schon den nächsten Top-Griff in der Hand gehabt. Denn Frau Faus kletterte vor kurzem mit Catllica (8B) ihre bereits 21. Boulder im Grad 8B und schwerer . Das ist mal ein echter Batzen an schlechten Griffen, die sie  da schon festgehalten hat. Und dann tauchen da auch noch andauernd Videos von Isabelle auf die einen glauben lassen, die Frau würde nur noch senden.

Great one! Harder if you don’t swing your feet early, can’t belive how good this one turned out! Chad vision.“

 

Dave Graham klippt in La Rambla (9a+) den Umlenker

Dave Graham at Petzl RocTrip - Red River GorgeLa Rambla (9a+) oder genauer gesagt La Rambla directa (9a+) (da schon früher Varianten wie La Rambla „original“, La Rambla extension oder La Rambla directa geklettert wurden) war zum Zeitpunkt ihrer Erstbegehung* eine der schwierigsten Kletterrouten der damaligen Zeit.

Da Alexander Huber damals 1994 noch nicht genug Druck auf die Leisten brachte, um La Rambla wie in Spanien üblich bis zum Ende der Felswand erstzubegehen, gab es nach 40 Metern einen Umlenker und den Grad 8c+. Das ging natürlich gar nicht, und so boulderten Alex und das spanische Powerhouse Dani Andrada vier Jahre später die letzten Meter aus. Dabei umkletterten sie aber den eigentlichen Cruxboulder, der mit dem Grad 8A auf einen wartet. So war die Linie zwar bis oben erstbegangen, hatte aber diesen hässlichen Rechtsschlenker und blieb weiterhin 8c+ schwer. 2003 nahm sich dann Ramon Julian Puigblanque der Huber Kreation La Rambla (8c+) an, und kletterte die kletterethisch korrekte Direktvariante La Rambla directa (9a+).  Soweit so gut, wenn da nicht im Dezember 2006 kein geringerer als Chris Sharma die (9a+) Variante wiederholte. Laut Ramon fand Chris eine leichtere Griffkombination als er heraus. Der Aufschrei des Spaniers war nicht nur groß, sondern auch etwas lächerlich, denn obwohl Chris eine vermeintlich leichtere Möglichkeit fand, hatte er die Route nicht abgewertet. Zudem sind wir ja auch nicht in der Kletterhalle. Die Kletterszene wunderte sich damals nur, denn die Zeit und die kommenden Wiederholer & -innen würden so oder so zeigen, ob die Route eine 9a+ ist oder nicht. Soviel zur Geschichte der Linie.

Einer der wenigen, der schon zur Zeit der letzten beiden La Rambla „Erstbegehungen“ zu den Top Ten der Szene gehörte und mit Action Directe (9a) auch schon 2001 einen 11er in der Tickliste stehen hatten, war Dave Graham. Dass der spanische Klassiker bis Dato noch nicht in seiner Tickliste stand, ist eine kaum zu glaubende Tatsache, die geändert werde musste. Diese geschah nun am 2. März 2019, als Dave den Umlenker nach 45 Meter anstrengender Kletterei geklippt hatte.

  • La Rambla 8c+ wurde von Alexander Huber 1994 erstbegangen
  • La Rambla extension (8c+): Verlängerung der Huber Erstbegehung mit einem leichten Rechtsschlenker, der die Crux von der directa Variante etwas / komplett umgeht
  • La Rambla directa (9a+) laut Ramon Julian Puigblanque die einzig wahre La Rambla (9a+)
*) Zählt bei allen drei Varianten

 

Seb Bouin wiederholt Pachamama (9a+)

Wir haben schon oft genug erwähnt, dass Seb Bouin kein Profikletterer in herkömmlichen Sinne ist und nebenher noch „Vollzeit“ als Sportlehrer arbeitet. Wir wollen darauf auch nicht mehr länger herumreiten. Bei der Tatsache, dass er aber schon mehr als 32 Routen im Grad 9a bis 9b* in seiner Tickliste stehen hat ist dies schon noch einmal erwähnenswert. Nachdem letztes Jahr das Wetter einen Strich durch Seb’s 9a+ Pläne zog, musste er erneut nach Oliana um die hängen gebliebenen Säcke abzuholen. Unter anderem wartete da noch die 50 Meter lange und durchaus auch steile Sharma Route Pachamama (9a+) auf ihn. Nachdem er fünf Tage mit Ausbouldern und Versuchen setzen, immer näher an den Umlenker kam, gelangen ihm am sechsten Tag Schlussendlich die 50 Meter ohne Abflug durch zusteigen und den Umlenker von Pachamama (9a+) klippen zu können.

This line is for me one of the best in Oliana (or the best). Thank’s Chris Sharma for bolting this one. I tried it last year but weather was a disaster. It was wet every time. This year it took me two little travel (1.5 weeks both).

*) Fairness halber geben wir zu, dass diese Information von 8a.nu stammt

 

 

 

 

National Geographic nominiert Babsi Zangerl, ihre Hartnäckigkeit und Magic Mushroom Begehung zum Adventure of the Year

Es ist schon eine kuriose Sache beim Klettern, dass egal wie lang oder schwer eine Linie ist, der Erfolg ist meist auf einen einzigen Zug zurückzuführen. Babsi Zangerl gilt als eine der besten Allround Kletterinnen der Welt, und sie musste sich  mit einem solchen Cruxzug 820 Meter über dem Boden mittig im El Capitan im Nationalparks auseinandersetzen.

Zangerls persönliche Crux bestand darin herauszufinden, wie man einen Abschnitt überwindet, der nicht gerade zu ihrer Spannweite passte. Bei 1,60 Meter Körpergröße war sie teilweise zu weit überstreckt, um noch genügend Spannung für den Zug halten zu können. Ihre einzige Chancen über diesen Stelle hinauszukommen war davon abhängig, ob sie ihren linken Fuß einfach von einem Tritt zum nächsten bekommt, ohne ihr Gleichgewicht zu verlieren und rückwärts in die Tiefe zu fallen.

“I almost gave up at this point,” she says. “I tried everything.”

Es war Mitternacht und Babsi kletterte im Schein der Stirnlampe hoch und begab sich ein weiteres Mal in besagte Schlüsselstelle. Sie fiel mit einem Schrei vor Angst und Frustration in die Dunkelheit, bevor das Seil ihren Sturz auffing. Sie kletterte wieder in die gleiche Stelle und fiel wieder, und wieder und wieder und wieder. Bis sie die Crux schlussendlich gelöst hatte und die Route Magic Mushroom als erste Frau frei klettern konnte. Alex Honnold meint im NG Artikel über Babsi…

She’s such an unassuming ‘world’s best.’ She’s so mellow that it’s hard to think of her as ‘the best,’ which is a good thing.

Unter folgenden Link könnt ihr den ganzen Artikel bei National Geographic online nachlesen – Link – 

 

Nathan Phillips and Melissa Le Nevé gewinnen die diesjährigen CWIF

CWIF 2019Letztes Wochenende fand das legendären Rab CWIF Kletterfestival im Climbing Works Sheffield statt, was der Brite Nathan Phillips und die Französin Melissa Le Nevé nach einem heftig umkämpften Finale für sich entscheiden konnten.

Das Finale der Herren brachte einige verzweifelte Probleme mit sich und der 24-jährige Phillips sicherte sich seinen Titel vor dem letzten Problem, indem er die Griffe der Zone schneller sicherte als der Kanadier Sean McColl.

Bei den Damen sorgen Chloe Caulier, Melissa Le Nevé  und Staša Gejo sorgte bis zum letzten Boulder für ein spannendes Finale.  Melissa lag nach dem dritten Finalboulder auf Platz vier und legte am letzten Boulder mit einem Top im zweiten Go die Siegeslatte recht hoch und schob Staša die nur den Bonus erreicht auf Platz zwei. Jetzt konnte nur noch Chloe mit einem Top Melissa von Platz eins verdrängen. Bämm, erster Go und der Topgriff ist in der rechten Hand von Cloe. Dann schlug schlagartig die Schwerkraft zu und für die zweite Hand blieb keine Zeit. Quasi, zurück auf Los und zeihe keine 4000 Euro ein. Auch im zweiten Versuch kletterte Chloe solide bis zum Topgriff (dieses mal mit links zuerst), konnte aber wieder nicht mit der zweiten Hand dazu greifen und so gewann sie nach Mellisa Le Neve und Staša Gejo einen hart umkämpften dritten Platz.

 

Nürnberg bekommt einen Bergsportladen

Ihr habt richtig gelesen, es gibt immer noch junge motivierte und Fachkompetente Klettersportbegeisterte, die ins offline Business einsteigen. Am 16.3 eröffnet Tobi sein Eldorado  in der Schweiggerstraße 14 / Nürnberg und wirft dabei den Grill an!  Von K wie Kletterszene.com Werbepartner über Patagonia, Rab,  Prana, E9, Black Diamond, Petzl, Edelrid, DMM, Ocun, La Sportiva, Scarpa, Evolv, Tenaya, bis zu Thermarest haben sie alles was man für’s Klettern, Bouldern und Wandern benötigt.  Mit über 20 Jahren eigener Erfahrung im Kletter- und Outdoorsport steht die ehemalige Toni Weiß Crew für eine kompetente und individuelle Beratung. Vorbei schauen lohnt sich.

 

 

And The Oscars goes to Free Solo mit Alex Honnold

Ihr habt es bestimmt schon bei unserem Instagram Kanal gesehen, wenn nicht wird es Zeit das ihr uns da Liket, wie man so schön sagt. Da Instagram aber nicht für alle Internetnutzer der Nabel der Welt ist, noch einmal kurz für all diejenigen, die es noch nicht mitbekommen habe sollten.  Der Film Free Solo mit Alex Honnold und seinem Free Solo go – weil Name Programm – am El Capitan in Yosemite, hat in der Kategorie, bester Dokumentarfilm den Oscar gewonnen.  Respekt!!

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