Bergwelten: Hans Kammerlander – Making of Manaslu

Hans Kammerlander stellt sich seinem Schicksalsberg. Vor 26 Jahren erlebt er bei einer Expedition auf den Manaslu den Tod von zwei Freunden hautnah mit. Für den atemberaubenden Kinofilm über diese Tragödie kehrt der Südtiroler Extrembergsteiger zurück nach Nepal auf den „Berg der Seelen“.

Ein schicksalhaftes Gewitter, das es gar nicht geben durfte

Diese Folge von Bergwelten zeigt die aufwendige Produktion des Kinofilms „Manaslu – Berg der Seelen“ (Start: 14. Dezember). Der Film behandelt die dramatischen Ereignisse jener Expedition im Jahr 1991, als Hans Kammerlander am Weg auf den achthöchsten Berg der Welt zwei seiner besten Freunde verliert. Einer stürzt aus unerfindlichen Gründen ab, der andere wird – direkt neben Kammerlander – vom Blitz erschlagen. Während eines Gewitters, das es in dieser Form eigentlich gar nicht geben hätte dürfen. Durch brennende Ölfelder im zweiten Golfkrieg, der nach der gewaltsamen Eroberung Kuwaits durch den Irak ausbricht, erreichen damals Partikel in der Atmosphäre sogar den Himalaya. Die Folge: Auch in großen Höhen kommt es zu elektrisch aufgeladenen Hochspannungsfeldern.

 

Ein Rekord für die Ewigkeit

Im Herbst 2017 kehrt Kammerlander auf den Manaslu zurück. Stürme mit bis zu 80 km/h Windgeschwindigkeit und eisige Temperaturen von minus 35 Grad verlangen den Schauspielern bei den Dreharbeiten alles ab. Kultregisseur Werner Herzog, ein langjähriger Freund Kammerlanders, glänzt in der aufwendigen Produktion als Darsteller vor der Kamera.

Die einstige Tragödie hat Kammerlander nie richtig verarbeitet. Die Frage „Warum lebe ich noch und warum sind die meisten meiner Freunde tot?“ tickt ständig in seinem Kopf. Die schrecklichen Erlebnisse am Manaslu sind auch der Grund, warum er darauf verzichtet, als erster Mensch die höchsten Gipfel dieser Welt ohne zusätzlichen Sauerstoff zu besteigen. Doch auch so ist Kammerlander einer der größten Alpinisten aller Zeiten. Am Beginn seiner Karriere begleitet er Reinhold Messner auf die letzten sieben von 14 Achttausendern. In der Folge prägt er den Begriff „Speed Bergsteigen“ maßgeblich mit. Nicht weil er das Risiko liebt, sondern Schnelligkeit für ihn Sicherheit bedeutet. Kammerlanders Maxime: Mit minimalistischer Ausrüstung zum Gipfel marschieren, sich nur auf seine geistige und körperliche Leistungsfähigkeit verlassen. 1996 sorgt er mit einer Fabelzeit für weltweites Aufsehen: 16 Stunden und 40 Minuten über die Nordroute auf den Mount Everest – eine Rekord, der bis heute unerreicht bleibt! Als erster Mensch fährt Kammerlander danach mit Skiern vom Dach der Welt. Nur weil er die Fahrt wegen der Schneeverhältnisse unterbrechen muss, um einige Felsstufen abzuklettern, gilt die historische Leistung nicht offiziell als erste Skiabfahrt vom Everest.

Bergwelten: Hans Kammerlander – Making of Manaslu, Montag, 10.12., ab 20:15 Uhr

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