Alexander Megos gewinnt in Briancon seinen ersten IFSC Lead Weltcup

Sensationeller Erfolg für Alex Megos beim dritten Leadweltcup der Saison im französischen Briançon gewann er seine erste Weltcup-Goldmedaille. Bisher konnte er schon Silber- und Bronzemedaillen auf Lead- und Boulderweltcups sammeln. Mit einer eindrucksvollen Leistung war er von Anfang an in Briançon unter den Führenden und hängte die Konkurrenz im Finale dann knapp ab. Damit sicherte er sich erstmals den obersten Podiumsplatz auf einem Leadweltcup. Jessica Pilz von KVÖ Team, zeigte einmal mehr eine sehr überzeugende Leistung. Die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin kletterte im Finale zum Top und wurde nur aufgrund des Halbfinalergebnisses Zweite hinter Janja Garnbret.

Bereits zum 29. Mal fand am vergangenen Wochenende ein Leadweltcup in der französischen Kleinstadt Briançon statt. An der eigens errichteten Wettkampfwand forderten die Routenbauer den Athleten einiges an Ausdauer ab. Schon ab den ersten Metern neigte sich die Wand nach vorn, und weiter oben folgte eine stark überhängende Dachpassage vor dem Runout an einer Platte. Die Routen waren nicht immer auf Anhieb leicht zu lesen und die Athleten benötigten neben viel Ausdauer auch eine Menge an Kreativität und Technik.

 

Sieben KVÖ-AthletInnen im Halbfinale

Die Qualifikation fand bei besten Bedingungen statt. Jakob Schubert und Max Rudigier schafften den Halbfinaleinzug ohne Probleme. Georg Parma fehlte nicht viel um ins Halbfinale zu klettern, er beendete den Bewerb auf dem 29. Rang.  Matthias Schiestl kletterte auf Rang 49. Mathias Posch wurde 60.
Bei den Damen kletterten Jessica Pilz, Hannah Schubert, Katharina Posch, Julia Fiser und Christine Schranz ins Halbfinale. Die 16-jährige Sandra Lettner, die mit einem 4. Platz beim Boulder Weltcup im April für Aufsehen gesorgt hatte und ihr Debüt im Vorstieg-Weltcup feierte, wurde 38.

 

Jakob Schubert und Jessica Pilz verlängern ihr Final-Abonnement

Im Kampf um die Finaltickets ließen die zwei stärksten KVÖ-Vertreter keine Zweifel aufkommen: Jakob Schubert und Jessica Pilz qualifizierten sich am Freitagabend souverän für das Finale. Max Rudigier zeigte im Halbfinale eine ordentliche Leistung und wurde 15. Katharina Posch zeigte nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen ihre beste Saisonleistung bisher. Sie fiel an der gleichen Stelle wie drei spätere Finalistinnen, die aufgrund ihres Ergebnisses in der Qualifikation vor ihr lagen. Das bedeutete am Ende Platz 10. Hannah Schubert, die sich auf Rang 4 qualifiziert hatte, verlor im unteren Teil der Route aufgrund eines Fehlers viel Kraft und stürzte  vor der Schlüsselstelle (Rang 13).  Christine Schranz beendete das Halbfinale auf dem 18. Rang. Julia Fiser wurde 21.

 

Jakob Schuberts Podest-Serie reißt nach zwei Jahren

Seit dem Weltcup in Briançon 2016 stand Jakob Schubert bei jedem internationalen Bewerb im Vorstieg, bei dem er antrat, auf dem Podest. Ausgerechnet bei seiner Rückkehr in die französische Alpenstadt riss diese Serie. Nach einer starken Vorstellung im Finale, wo er weit oben mit der Hand abrutschte und stürzte, lag er auf Zwischenrang 2, mit drei verbleibenden Startern. Nachdem Domen Skofic (SLO) gleich weit kletterte wie Jakob Schubert musste sich der Tiroler aufgrund des Halbfinalergebnisses am Ende mit Rang 4 begnügen.

„Ich habe mich gut gefühlt, es war eine coole Route! Ich bin oben ein bisschen mit der Hand weggerutscht. Ein Zug wäre ganz sicher noch gegangen, deshalb bin ich ein bisschen enttäuscht. Am Ende lag es an meiner etwas schlechteren Halbfinalleistung, dass meine Podest-Serie nach zwei Jahren gerissen ist. Es war eine knappe Angelegenheit. Schade, aber meine Form stimmt auf jeden Fall und die nächste Chance kommt schon in einer Woche“, so Jakob Schubert im Anschluss.

Alex Megos gewinnt vor zwei Leadweltcup-Gesamtsiegern

Schon in der Qualifikation brachte Alex Megos tadellose Leistungen an die Wand und kletterte beide Qualifikationsrouten bis zum Top. Das schaffte neben ihm nur der letztjährige Leadweltcup-Gesamtsieger Romain Desgranges. Im Halbfinale bekamen es die Athleten mit einer sloperlastigen Route mit vielen Halfgrip-Griffen zu tun. Viele Athleten wurden hier durch einen falschen Griff oder einen rutschenden Tritt aus der Wand geworfen. Megos kam auf eine Höhe von 39+ Zügen – nur Domen Skofic, der Leadweltcup-Gesamtsieger von 2016, kletterte noch zwei Züge weiter. Als Zweitplatzierter zog der Franke somit ins Finale ein und ging hier als Vorletzter an den Start. Die Finalroute forderte den Athleten eher klassische Ausdauerkletterei an kleinen Leisten ab – die Paradedisziplin von Alex Megos. Ohne größere Probleme kletterte er bis ganz nach oben und stürzte erst am Zug zum Topgriff. Diese Höhe erreichte aber keiner der anderen Finalisten, und so sicherte sich Megos den ersten Podiumsplatz vor Romain Desgranges auf Rang zwei und Domen Skofic auf dem dritten Podiumsplatz.

 

Die Ergebnisse der anderen DAV-Starter

Neben Alex Megos gingen in Briançon auch Christoph Hanke (DAV Ringsee), Martin Tekles (DAV Achental), Philipp Martin (DAV Allgäu-Kempten), David Firnenburg (DAV Rheinland-Köln) und Sebastian Halenke (DAV Schwäbisch-Gmünd) an den Start. Hanke, Tekles und Martin schafften mit den Plätzen 35, 36 und 44 nicht den Sprung ins Halbfinale. Und auch Sebastian Halenke hatte Probleme, die erste Qualifiaktionsroute richtig zu interpretieren und verpatzte sich damit den Einzug in die nächste Runde. Ebenso David Firnenburg, der vor allem mit der zweiten Route in der Qualifikation nicht gut zurecht kam und sich so am Ende mit Platz 70 zufrieden geben musste.

 

Jessica Pilz klettert im Finale zum Top und holt Platz 2

Jessica Pilz lag nach dem Halbfinale auf dem dritten Zwischenrang. Im Finale untermauerte sie ihre aktuelle Top-Form auf beeindruckende Art und Weise. Sie kletterte ohne Mühe als erste Finalistin zum Top. Anak Verhoeven (BEL), die nach ihr kletterte, schaffte den letzten Zug nicht. Als Letzte ging Janja Garnbret (SLO) an den Start, die ebenfalls zum Top-Griff kletterte. Das bedeutete wegen dem Halbfinalergebnis den zweiten Rang, über den sich die 21-jährige Niederösterreicherin zurecht freute:

„Es war super, nach Chamonix wieder ein Finale durchzusteigen! Ich fühlte mich sehr gut und hatte oben noch Reserven. Schade, dass mir im Halbfinale ein Fehler passiert ist und das Finale ein Tick zu leicht war, um mit Janja um den Sieg zu kämpfen, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Platz 2 ist die erhoffte Bestätigung nach dem Sieg von Chamonix und ist gut fürs Selbstvertrauen in Richtung Heim-WM!“

Der Sieg ging an Janja Garnbret. Anak Verhoeven wurde 3.

Ergebnisse des IFSC Lead World Cup in Briançon 2018

Damen:

1 GARNBRET Janja SLO
2 PILZ Jessica AUT
3 VERHOEVEN Anak BEL

4 SHIRAISHI Ashima USA
5 MARKOVIC Mina SLO
6 LUKAN Vita SLO
7 KRAMPL Mia SLO
8 ARC Nolwenn FRA
9 JANICOT Hélène FRA
10 POSCH Katharina AUT

13 SCHUBERT Hannah AUT

18 SCHRANZ Christine AUT

21 FISER Julia AUT

35 CHOONG Katherine SUI

53 KIESGEN Lilli GER
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Herren:

1 MEGOS Alexander GER
2 DESGRANGES Romain FRA
3 SKOFIC Domen SLO

4 SCHUBERT Jakob AUT
5 GHISOLFI Stefano ITA
6 JOANNES Thomas FRA
7 LEHMANN Sascha SUI
8 SHIMIZU Hiroto JPN
9 HOMMA Taisei JPN
10 BAILEY Sean USA

15 RUDIGIER Max AUT

29 PARMA Georg AUT

35 HANKE Christoph GER
36 TEKLES Martin GER

37 VOGT Dimitri SUI

44 MARTIN Philipp GER
45 NISHIDA Hidemasa JPN
46 HALENKE Sebastian GER

60 POSCH Mathias AUT

69 HARDMEIER Obed SUI
70 FIRNENBURG David GER
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Letzte WM-Generalprobe im Vorstieg wartet am 27. und 28. Juli in Arco (ITA)

Der nächste Vorstieg Weltcup steht in rund einer Woche am 27. und 28. Juli in Arco (ITA) an. Die Österreicher dürften gute Erinnerungen an diesen Bewerb haben: Mit Jakob Schubert (1.) und Max Rudigier (3.) kletterten 2017 gleich zwei Herren Pause an, bevor am 6. (Damen) und 7. September die Qualifikationsrunden bei der Heim-WM in Innsbruck anstehen.

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