Adam Ondra begeht Move (9b/+), HJ Auer macht Erstbesteigung in Pakistan am Kunyang Chhish Ost, Alex Megos befreit Australiens erste 9a [Shortnews]

Sodala, nachdem gerade die letzte Station des Boulderweltcups in München läuft, widmen wir uns dem guten, alten Fels. In diesem Fall, bzw. den Routen, die drin sind. Erstmal gar nicht so alt und dann sehr alt. Aber im Prinzip ist diese heutige Ausgabe der Shortnews eine Story voller superner Superlative…

adam-ondra-move-c-zieglerLos geht’s mit Adam Ondra, der hat mal wieder in Norwegen zugeschlagen. Genauer gesagt in seinem selbst erkorenen Mekka namens Flatanger. Eine von weitem betrachtet sehr unspektakuläre Höhle, die aber bei genauerer Betrachtung — für den Kabelkletterer — so einiges zu bieten hat. So wurde dort Change von ihm erstbegangen, weltweit die erste 9b+. Im Mai fuhr er dann wieder mal hin und bohrte sich ein neues Stück Geschichte ein, damals wusste er den Namen noch nicht, den wissen wir inzwischen Move, und das Ding checkt mal auch bei 9b+ (seine Meinung) ein. Aber mal der Reihe nach: Der junge Adam bohrt sich ein 55m Testpiece ein, dass „im ersten Abschnitt (45m) eine pumpige 9a ist, und danach, in den 10m, erst die boulderlastige 9a Schlüsselstelle hat. Andersrum wäre es kein Problem…“ Das lassen wir mal unkommentiert, weil wir selbst bei einer „pumpigen 9a“ meistens die Startgriffe nicht finden. Nix desto Trotz, das Ding wurde am 20. August von ihm geknackt und somit ist der Tscheche, der erste Mensch, der drei 9b+ in seine Tickliste schreiben darf.

Als nächstes kommt unser Lieblingsösterreicher Hansjörg Auer, wenn es um verrrückte Unternehmungen geht, die eigentlich von ihm eher unspektakulär verpackt und unprätentiös daherkommen. Diesmal ging’s aber nicht free-solo irgendeinen Bröselhaufen in den heimischen Alpen hoch, oder eine schnöde Neuroute 10m neben einer bestehenden, sondern auf einen jungfräulichen Gipfel im fernen Pakistan. Na klar, Karakorum. Genauer die Ostwand des Kunyang Chhish Ost. Nie gehört? Wir auch nicht, deswegen war wohl noch nie jemand da oben :) Steve House und sein Seilpartner kamen 2006 bis 300m unter den Gipfel mussten dann aber umkehren. Hansjörg Auer (AT), Matthias Auer (AT) und Simon Anthamatten (CH) hatten aber diesmal Erfolg und schafften somit einen der wenigen Gipfel, die noch nie einen Menschenfuss oder einen Eispickel zu spüren bekamen.

„Ich fasse es nicht. Es ist wirklich ein Monster.“ Ich war überwältigt von der extremen Größe. Dieses riesige Amphitheater, umringt vom Süd-, Haupt- und Ostgipfel, war einer der wildesten und urtümlichsten Orte, die ich je gesehen hatte. Wir gingen weiter in Richtung Basislager. Plötzlich blieb Simon stehen. Die Wolken stiegen höher und gaben den Blick frei auf die gesamte Südwand, bis hoch zum pyramidenförmigen Gipfel des Kunyang Chhish Ost.

Den ganzen Bericht könnt ihr euch hier durchlesen.

Aber auch Alexander Megos konnte seine Spuren hinterlassen und zwar im auch nicht ganz so nahen Australien. Ihr erinnert euch, da hat schon mal ein Deutscher einen Meilenstein hinterlassen. Und Alex hat sich mit seiner Erstbegehung des R.E.D. Projekts auch eine Seite in den australischen Klettergeschichte verdient. Diese Route ist nämlich Australiens erste 9a. R.E.D. steht übrigens für Retired-Extremly-Dangerous. Retired ist der junge Franke aber noch lange nicht und hat sich in Diamond Falls dieser steilen, kleingriffigen Route für etwa drei Tage gewidmet und war am dritten Tag nach einigem Ausbouldern erfolgreich.

So und jetzt auf ins Olympiastadion und die Quali anschauen. Wem das zu weit ist, kann sich natürlich auch den Live-Stream auf der IFSC Seite anschauen.

Text: kletterszene.com / Foto Adam Ondra: Claudia Ziegler

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