Die Jugend-Weltmeisterschaft in Moskau: Zwei Finalisten und eine Silbermedaille für das DAV-Team

„Um an die Spitze heranzukommen, bedarf es einiges mehr, als einfach ein bissl Klettern und Bouldern zu gehen“, sagt Bundestrainerin Friederike Kops im Gespräch mit Ks.com.

Neun Tage Moskau, neun Tage lang ein geballtes Programm aus Speed, Bouldern und Lead: Die weltbesten Nachwuchskletterer – 699 Athleten aus 43 Nationen – kämpften bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Russland um eine Medaille. Der DAV schickte 17 junge Athleten ins Rennen. Zwei von ihnen, Frederike Fell (Sektion Freising) und Yannick Flohé (Sektion Aachen) gelang der Einzug ins Finale. Dem 19-jährigen Yannick bei den Junioren sogar in zwei Disziplinen: im Bouldern und im Lead. Er wurde Vize-Weltmeister im Bouldern, beim Lead belegte er Platz 4. Frederike wurde beim Bouldern Fünfte. Ks.com sprach mit der Bundestrainerin Friederike Kops.

Zwei Finalisten, eine Medaille – bist du zufrieden?

Betrachtet man das reine Ergebnis mit zwei Finalisten und einer Medaille, hält sich meine Euphorie in Grenzen, weil ich weiß, dass da mehr drin gewesen wäre. Insgesamt bin ich mit den individuellen Leistungen einzelner Athleten doch recht zufrieden. Luft nach oben ist aber definitiv da.

Wie schaut deine persönliche Bilanz der Jugend-WM aus?

Am meisten freue ich mich über Yannicks Erfolg im Bouldern und das knappe Ergebnis im Lead. Insgesamt hätten wir uns natürlich mehr solcher Ergebnisse für das Team gewünscht. Wir haben fitte Athleten, die durchaus mehr Potenzial haben, als sie abrufen konnten. Meine erste Bilanz für die kommenden Trainings, Lehrgänge und Wettkämpfe ist, dass wir stärker an der Stress-Resistenz, dem Selbstbewusstsein und dem Kampfgeist der Athleten arbeiten sollten.

Schaut man auf das Länderranking, führt Japan mit 14 Medaillen, gefolgt von Russland mit sieben Medaillen. Deutschland liegt auf Platz 11 und damit relativ weit hinten. Sind die deutschen Nachwuchskletterer im weltweiten Vergleich nicht gut genug – oder sind die anderen Nationen einfach viel stärker?

Für einen großen Teil des Teams war die Jugend-WM der erste große internationale Wettkampf und hat entsprechenden Druck und Nervosität ausgelöst, den einige noch nicht gut handeln konnten. Andere konnten ganz einfach nicht angemessen mit den eigenen hohen Erwartungshaltungen umgehen. Einige Athleten hatten mit Schlaflosigkeit, einhergehender Schlappheit oder Krankheit zu kämpfen – die Bedingungen waren also nicht für alle optimal, um Bestleistungen abrufen zu können. Physisch und technisch ist unser Team recht gut vorbereitet gewesen – aber auch die Konkurrenz schläft nicht. Um an die Spitze heranzukommen, bedarf es einiges mehr, als einfach ein bissl Klettern und Bouldern zu gehen. Die Athleten müssen lernen, dass Leistungssport eben nicht nur Spaß machen kann, sondern harte Arbeit, Disziplin und Druck Teil des Spiels sind.

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Der DAV investiert – gerade auch mit Blick auf Tokio 2020 – viel in die Nachwuchsförderung. Resultate sind aber noch nicht wirklich sichtbar. Oder siehst du das anders?

Das sehe ich definitiv anders: Mit Blick auf die einzelnen Athleten sind gute Entwicklungen zu erkennen, die sich nur leider noch nicht immer in den Ergebnissen spiegeln.

Du hast kürzlich gesagt, dass es für dich wichtig ist, jungen Menschen zu helfen, sie zu unterstützen und zu begleiten. Ist es manchmal nicht sehr anstrengend, immer motivieren zu müssen?

 Anstrengend: klar! Aber ich liebe diesen Job und auch diese Herausforderung. Wenn das Resultat am Ende stimmt, nämlich dass die Athleten ihr Bestes geben, als Team zusammenwachsen, sich gegenseitig unterstützen und sich letztlich unsere Empfehlungen zu Herzen nehmen, ist es mir immer die Mühe und Anstrengungen wert! Nach einem langen Wettkampftag sind in der Regel alle Energie- und Endorphinspeicher völlig aufgebraucht, umso wichtiger und toller ist es, in einem Trainer-Team zu arbeiten, das es schafft, gemeinsam alle Speicher wieder aufzufüllen

Frederike Fell, Platz 5 beim Bouldern (Jugend A):

Es war die bislang erfolgreichste Saison für Frederike Fell. Die 17-jährige Freisingerin ist Deutsche Meisterin im neuen Format Olympic Combined und im Speed. Im Jugendbereich gewann sie in diesem Jahr bislang alle Deutsche Meisterschaften, bei denen sie startete: Sowohl im Bouldern, Lead und im Speed. Über ihren fünften Platz bei der Jugend-WM freut sie sich riesig, sagt sie. Ein bisschen schade sei es zwar, dass sie den ersten Boulder nicht gemacht habe: „Falsche Beta. Den habe ich leider nicht wirklich gecheckt“, sagt sie. „Aber alleine im Finale mitklettern zu können, ist gigantisch gewesen.“ Denn momentan seien andere Nationen, vor allem Japan und Slowenien, dominant: „Die Japaner sind einfach unglaublich stark und die Slowenen die absoluten Trainingstiere.“

 

Yannick Flohé, Platz 2 Bouldern und Platz 4 Lead (Junioren):

Die Erfolgsliste des 19-jährigen Essener in diesem Jahr ist lang: Er wurde Deutscher Meister im Bouldern und im Speed und Vizemeister im Olympic Combined. Außerdem gewann Yannick den Jugend-Leadcup in Uster und startete nach brillanten Qualis einige Male Im Halbfinale eines Weltcups – zuletzt am vergangenen Wochenende in München. Er gilt als einer der Kandidaten für die Olympischen Spiele in Tokio und wird im September bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck starten. Er sei sehr zufrieden, seinen allerletzten Start bei der Jugend mit einer Silbermedaille gekrönt zu haben: „Besonders bei so vielen starken Japanern, die teilgenommen haben und im Weltcup oft besser waren als ich.“ Im Bouldern dominierten derzeit die Japaner, sagt Yannick. „Weil sie einfach alle immer zusammen trainieren können, da alle in Tokio wohnen und die Trainingsmöglichkeiten fürs Bouldern dort deutlich besser sind.“ Aber auch viele andere Nationen trainierten wahrscheinlich viel professioneller als die Deutschen.



 

Ergebnisse der IFSC Youth World Championships in Moskau 2018

Bouldern  |    Lead

Jugend B

Bouldern

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Mädels:

1 TANII Natsuki JPN
2 MEIGNAN Naile FRA
3 KUDO Hana JPN

4 CHAPMAN Indiana CAN
5 ZHANG YueTong CHN
6 MATIAK- IABLUCHKINA Elena

21 LOTZ Julia AUT

27 LECHNER Anna GER
27 LEITNER Stephanie AUT

31 RITTER Franziska GER

39 CORNELY Lili GER
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Jungs:

1 KAWAMATA Rei JPN
2 PODOLAN Thomas AUT
3 NUKUI Ryoei JPN

4 JENFT Paul FRA
5 MAEDA Kentaro JPN
6 LESIK Anthony USA

21 SIEDLER Michel GER

26 BRÄUER Christoph AUT

29 BREU Ludwig GER
29 MILLES Cedric Lluc GER

37 KUCZORA Philipp GER
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Jugend A

[two_columns_one]
Mädels:

1 ROGORA Laura ITA
2 RAKOVEC Lucka SLO
3 ITO Futaba JPN

4 KIKUCHI Saki JPN
5 FELL Frederike GER
6 RABOUTOU Brooke USA

9 LETTNER Sandra AUT

11 SCHOIBL Celina AUT
11 LAMMER Laura AUT

15 MEUL Hannah GER
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Burschn:

1 AVEZOU Sam FRA
2 CARRETERO CRUZ Eneko ESP
3 MARTIN Nathan FRA

4 GINÉS LÓPEZ Alberto ESP
5 KONISHI Katsura JPN
6 RICHARDSON Zach CAN

29 SCHWEIGER Christoph GER

35 GUNDOLF Louis AUT

37 FUNK Luis GER

41 PLANGGER Tobias AUT
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Junioren:

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Mädchen:

1 SLANEY Hannah GBR
2 REPUSIC Urska SLO
3 LUKAN Vita SLO

4 NAKAMURA Mao JPN
5 KRASOVSKAIA Elena RUS
6 ANDRE Charlotte FRA

8 HAMMELMÜLLER Eva Maria AUT

10 PÖTZI Mattea AUT
11 DÖRFFEL Lucia GER
12 STÖCKLER Laura AUT
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Jungs:

1 NARASAKI Meichi JPN
2 FLOHÉ Yannick GER
3 HARADA Kai JPN

4 MANZONI Matteo ITA
5 IMAIZUMI Yuta JPN
6 FRANCKAERT Lukas BEL

16 UZNIK Nicolai AUT

27 POSCH Mathias AUT

35 PRINZ Max GER
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Video-Link: https://youtu.be/38lZmfmakVQ

Jugend B

Lead

[two_columns_one]

Mädels:

1 TANII Natsuki JPN
2 POTAPOVA Nika
3 ZHANG YueTong CHN

4 DOUADY Luce FRA
5 JEONG Jimin KOR
6 KUDO Hana JPN

19 LEITNER Stephanie AUT

41 CORNELY Lili GER

50 MUTH Leonie GER
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Buam:

1 DUFFY Colin USA
2 PODOLAN Thomas AUT
3 MAEDA Kentaro JPN

4 JENFT Paul FRA
5 UTELLI Jonas SUI
6 BAUDRAND Victor CAN

9 MILLES Cedric Lluc GER

33 KUCZORA Philipp GER

45 SIEDLER Michel GER

54 BREU Ludwig GER
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Jugend A

[two_columns_one]
Mädels:

1 RABOUTOU Brooke USA
2 ITO Futaba JPN
3 LETTNER Sandra AUT

4 ADAMOVSKA Eliska CZE
5 POUGET Camille FRA
6 ROGORA Laura ITA
7 EGLI Zoé SUI
8 SCHOIBL Celina AUT

10 FELL Frederike GER
10 SCHAFFERER Chiara AUT

19 LAMMER Laura AUT

34 MEUL Hannah GER
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Burschn:

1 NISHIDA Hidemasa JPN
2 POTOCAR Luka SLO
3 KONISHI Katsura JPN

4 DUVAL Alistair FRA
5 GINÉS LÓPEZ Alberto ESP
6 AVEZOU Sam FRA

14 GUNDOLF Louis AUT

32 BRANDENBURGER Jonas GER

51 PLANGGER Tobias AUT
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Junioren

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Mädchen:

1 LUKAN Vita SLO
2 ARC Nolwenn FRA
3 ARTHAUD Nina FRA

4 MESHKOVA Viktoriia RUS
5 REPUSIC Urska SLO
6 HULLIGER Michelle SUI

10 STÖCKLER Laura AUT

13 HAMMELMÜLLER Eva Maria AUT

19 PÖTZI Mattea AUT
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Jungs:

1 NARASAKI Meichi JPN
2 KONECNY Jakub CZE
3 HARADA Kai JPN

4 FLOHÉ Yannick GER
5 LEE Minyoung KOR
6 SCHENK Filip ITA
7 POSCH Mathias AUT

24 UZNIK Nicolai AUT
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Video-Link: https://youtu.be/OIdvRk9qVZE