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Boulder Weltcup Keqiao Zélia Avezou und Sorato Anraku holen sich Gold

05. Mai 2026  in News

Damen Podes Boulder Weltcup Keqiao 2026 - Janaja Garnbret
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  • Wettkampf

Mit spektakulären Bouldern und einigen Überraschungen – so holte sich die „Queen“, die Slowenin Janja Garnbret, nicht den Sieg und damit ihre 50. Goldmedaille - startete am vergangenen Wochenende die Weltcupsaison 2026. Altbekannte Gesichter und Youngsters trafen sich in Keqiao (China) zum ersten Weltcup Bouldern. Schon früh wurde deutlich: die Athletinnen und Athleten haben die Winterpause genutzt, sie sind extrem fit, das Starterfeld ist dicht besetzt. Eine spannende Saison wartet auf uns.

Damen

Bereits die Qualifikationsboulder der Damen deuteten an, dass die Routenschrauber keine Tops verschenken wollten, die Runde war hart. So schlitterte Brooke Raboutou (USA) - eine der Favoritinnen - mit einem Top und drei weiteren Zone gerade noch so in das Halbfinale. Angeführt wurde das Feld wie gewohnt von Janja. Sie konnte vier Boulder flashen, der fünfte Boulder sah in dieser Runde allerdings kein einziges Top. Auch das Halbfinale war ähnlich anspruchsvoll geschraubt. Für das Finale der Top 8 genügte ein Top und zwei Zonen. Etwas überraschend schieden die Mitfavoritinnen Erin McNeice (Großbritannien) und Brooke bereits aus. Ihr Saisonstart lief wohl eher nicht nach Plan.

Im Finale war dann Vielseitigkeit notwendig: Von einem New-School-Weiterleiter, einem 360°-Move, einer Platte, bis hin zu einem Powerboulder wurde alles abgefragt. Für Spannung sorgten die Boulder bei den Damen aber eher nicht. Entscheidend in dieser Runde war, wer die Nerven behielt und möglichst wenige Versuche verschenkte. Boulder eins selektierte kaum - hier erreichten alle die Zone im ersten oder zweiten Versuch. Ein Top sah der New-School-Boulder aber nicht. Boulder zwei und drei wurden dann gleich von sieben Athletinnen getoppt, hier kam es also lediglich auf die Zahl der Versuche an. Schon bevor Janja als letzte Starterin in ihren letzten Boulder einstieg, war dann sicher, dass sie sich Gold nicht mehr holen konnte. Sie flashte den Boulder zwar beeindruckend, Zélia Avezou (Frankreich) hatte sich aber dort schon zuvor auch das Top geholt – und sie hatte insgesamt für ihre drei Tops zwei Versuche weniger als Janja gebraucht. Mit einem hauchknappen Vorsprung gewann die 22-jährige Französin verdient Gold - das erste in ihrer Karriere. Sie holte sich 84,8 Punkte, die Zweitplatzierte Janja 84,6 Punkte.

Zelina Avezou gewinnt ihr erstes Boulder Weltcup Gold
Ehrlich gesagt frage ich mich gerade, was da eigentlich passiert ist. Ich glaube, das wird mir vielleicht erst später so richtig bewusst werden. Ich bin einfach einen Boulder nach dem anderen angegangen. Ich fand die Boulder bis auf den ersten ziemlich einfach, und der letzte würde wirklich wichtig sein. Ich habe nicht wirklich über den Sieg nachgedacht, sondern nur daran, dass ich mir mit zehn Punkten am letzten Boulder eine gute Ausgangsposition sichern könnte. Vielleicht habe ich ehrlich gesagt nicht geglaubt, dass ich ihn toppen könnte, aber es war schön, einmal in meinem Leben einen körperlich anspruchsvollen Boulder zu klettern.
kommentierte Zélia ihren Sieg gegenüber World Climbing.

Platz drei ging mit zwei Tops an die Australierin Oceania Mackenzie (69,6 Punkte). Ganz knapp hinter ihr auf Platz 4 die US-Amerikanerin Annie Sanders (69,5 Punkte). Die Französin Oriane Bertone, die 2025 den Gesamtweltcup im Bouldern gewonnen hatte, wird mit ihrem Auftritt nicht wirklich zufrieden gewesen sein. Im letzten Boulder gelang ihr nicht einmal die Zone. Sie belegte Platz 5. Bestplatzierte Deutsche war Lucia Dörffel (Platz 29).

Herren

Bei den Herren stach aus deutscher Sicht ein junger Athlet besonders hervor: Der erst 18-jährige Lucas Trandafir konnte sich für das Halbfinale qualifizieren und dort zeigen, welch großes Potenzial er hat - das Finale war für ihn zum Greifen nah. Eine Hand hatte er schon am Topgriff von Boulder Nummer vier - die zweite Hand dazu hätte den Einzug in die Endrunde der besten Acht bedeutet. Ein Versuch zu viel kostete ihn die Teilnahme.

In dem unglaublich stark besetzten Teilnehmerfeld setzten sich im Halbfinale Sorato Anraku (Japan) und Mejdi Schalck (Frankreich) an die Spitze. Nur die beiden konnten alle vier Boulder toppen. Alles deutete auf ein packendes Finale hin und so war es dann auch. Die Routesetter hatten einen guten Job gemacht und die Athleten sorgten dafür, dass es bis zum allerletzten Starter spannend blieb. Wie bei den Damen begann das Finale mit einem New-School-Weiterleiter, der auch einigen Athleten – unter anderem Sorato und Mejdi - gelang. Nach einer Tänzelplatte und einem Fingerkraftboulder folgte schließlich ein äußerst spektakulärer Powerboulder. Bis wenige Minuten vor Schluss lag noch Dohyun Lee (Korea) an der Spitze, doch dann bewies Sorato als letzter Starter erneut seine Klasse. Er blieb ruhig, sammelte seine Kräfte noch ein letztes Mal, meisterte souverän die Hangelpassage und holte sich auf spektakuläre Weise im zweiten Versuch das Top im letzten Boulder. Er konnte als einziger Athlet drei Boulder toppen, im zweiten holte er sich die Zone im ersten Versuch (84,4 Punkte) und damit seiner Sammlung eine weitere goldene Medaille hinzufügen.

Ich schreibe nicht viel. Es war einfach reizvoll, dass sich alles um den Wettbewerb drehte. Bei jedem Wettbewerb denke ich über vieles nach, aber das Gefühl der Freude ist immer am stärksten. Jedenfalls hat es wirklich unglaublich viel Spaß gemacht,
postete Sorato auf Insta.
Herren Podium beim Boulder Weltcup in Keqiao

Platz 2 ging mit zwei Tops und zwei Zonen (69,6 Punkte) an Dohyun Lee. Mejdi Schalck holte sich mit zwei Tops und einer Zone (59,8 Punkte) die Bronzemedaille. Ganz knapp mit 59,5 Punkten hinter ihm auf Platz 4 Altmeister Tomoa Narasaki (Japan).

Der Wettkampfkalender ist eng getaktet - nur eine kurze Pause, dann geht es an diesem Wochenende schon mit dem ersten Lead-Weltcup und dem ersten Speed-Weltcup 2026 in Wujiang (China) weiter. Unter anderem mit Zélia, Janja, Sorato und Dohyun, zumindest sind sie auf der Starterliste zu finden. Es bleibt also spannend.

Ergebnisse des World Climbing Series Event -Bouldern in Keqiao

Herren

Platz Name Nation
1 Sorato ANRAKU JPN
2 Dohyun LEE KOR
3 Mejdi SCHALCK FRA
4 Tomoa NARASAKI JPN
5 Yufei PAN CHN
6 Xuanpu BAI CHN
7 Hannes VAN DUYSEN BEL
8 Jongwon CHON KOR
9 Lucas TRANDAFIR GER
10 Max BERTONE FRA
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13 Toby ROBERTS GBR
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23 Raffael GRUBER AUT
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33 Jan-Luca POSCH AUT
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37 Thorben Perry BLOEM GER
39 Lasse VON FREIER GER
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43 Andreas HOFHERR AUT
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47 Finn ALTEMÖLLER GER
47 Julien CLÉMENCE SUI
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51 Elias ARRIAGADA KRÜGER GER
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69 Levin STRAUBHAAR SUI

Damen

Platz Name Nation
1 Zélia AVEZOU FRA
2 Janja GARNBRET SLO
3 Oceania MACKENZIE AUS
4 Annie SANDERS USA
5 Oriane BERTONE FRA
6 Emma EDWARDS GBR
7 Melody SEKIKAWA JPN
8 Jennifer Eucharia BUCKLEY SLO
10 Anon MATSUFUJI JPN
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16 Brooke RABOUTOU USA
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29 Lucia DÖRFFEL GER
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39 Lea KEMPF AUT
41 Anna LECHNER GER
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47 Maya STASIUK AUS
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49 Hannah MEUL GER
Text
Gudrun Regelein f. kletterszene.com
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IFSC