World Climbing: Athlet*innen aus Russland & Belarus dürfen international wieder unter neutraler Flagge starten
Der Weltverband World Climbing hat die Suspension für die Föderationen aus Russland und Belarus aufgehoben. Athlet*innen dürfen künftig in internationalen Wettkämpfen unter der geltenden „Neutral Athletes Policy“ starten – internationale Wettkämpfe in beiden Ländern bleiben aber tabu.
Athlet*innen aus Russland und Belarus dürfen nach vierjähriger Sperrung wieder bei internationalen Wettkämpfen starten – allerdings nur unter der „Neutral Athletes Policy“. Das hat der Weltverband World Climbing nun bei einer Sitzung am 10. und 11. Februar in Turin beschlossen.
Nach dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 hatte das Executive Board von World Climbing im März 2022 eine Sperrung für Athlet*innen der russischen Climbing Federation (CFR) und der belarussischen Climbing Federation (BACF) geäußert.
Athlet*innen starten unter „Neutral Athletes Policy“

Die „Neutral Athletes Policy“ ist an die Vorgaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) geknüpft. Sie gewährt den Athlet*innen zwar die Starterlaubnis, sieht aber ein Verbot von sämtlichen nationalen Erkennungsmerkmalen vor (z.B. Hymne oder Trikot). Athlet*innen starten außerdem nicht unter ihrem eigentlich Länderkürzel, sondern unter dem Code AIN (Athletes Individuels Neutres).
Die Sonderreglung für neutrale Teilnehmende wurden bei Olympia 2024 eigens für die Starter*innen beider Länder eingeführt. Bei den Spielen in Paris hatten 32 Athlet*innen aus Russland oder Belarus teilgenommen – bei den Winterspielen 2026 in Milano-Cortina waren es 21 neutrale Teilnehmer*innen.
Weiterhin keine internationalen Events in Russland & Belarus
Gründe dafür, warum diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt getroffen wurde, liefert World Climbing in seiner Pressemitteilung nicht. Möglich ist, dass die Suspension auch mit Hinblick auf die nächsten olympischen Spiele in Los Angeles aufgehoben wurde. Das IOC hat allerdings noch nicht bekanntgegeben, ob neutrale Athleten aus Russland und Belarus bei Olympia 2028 unter den gleichen Voraussetzungen wie 2024 oder 2026 zugelassen werden. Für Sportkletter*innen finden die ersten Olympia-Qualfikationsmöglichkeiten bei internationalen Bewerben in der Saison 2027 statt.
Trotz Aufhebung der Suspension stellt World Climbing klar: Internationale Events wie Weltcups oder Weltmeisterschaften wird es weiterhin vorerst nicht in Russland oder Belarus geben. Außerdem hat der Weltverband angekündigt, dass er „die Rolle von Sport und internationalen Föderationen im breiteren geopolitischen Kontext“ bei seiner nächsten Generalversammlung thematisieren will. Diese findet im April 2026 in Riad, Saudi-Arabien statt.