Julia Koch und Leander Carmanns gewinnen die Deutsche Meisterschaft im Speedklettern
Im Rahmen der Finals 2025 trafen vergangenes Wochenende Deutschlands schnellste Kletter*innen in der eindrucksvollen Kulisse der Dresdner Frauenkirche aufeinander. Die 15 m hohe Speedwand war neben der 3×3-Basketball- und Breakdance-Arena kaum zu übersehen. Die atemberaubende Kulisse zog schon zur Qualifikation der Herren eine riesengroße Menschenmenge an der Wettkampfstätte an, um die schnellsten Kletterer Deutschlands in Aktion zu erleben – und diese ließen sich von der Stimmung so richtig anheizen.
Leander Carmanns klettert neuen Deutschen Speedrekord

Im Achtel-Finale dominierten wie gewohnt die Führenden aus der Qualifikation: Leander Carmanns, Sebastian Lucke, Linus Bader und Dorian Zedler zogen souverän in die nächste Runde ein. Zu den schnellsten Acht gehörten außerdem auch Fin Sandeck, Mika Scherer, Frederik Huber, und Nick Ressmann.
Und auch im Viertelfinale setzte sich der Trend der Quali beinahe vollständig so fort – aber eben nur beinahe: Besonders bitter traf es den letztjährigen Deutschen Meister Linus Bader: Etwa bei der Hälfte der Route rutschte er vom Tritt, konnte dann zwar schnell wieder Geschwindigkeit aufnehmen, rutsche aber erneut kurz unter dem Zielbuzzer und musste sich so dem Mannheimer Nick Ressmann geschlagen geben.
Im Halbfinale setzten sich dann Leander Carmanns mit 5,12 Sekunden vor Dorian Zedler mit 5,84 sowie Sebastian Lucke mit 5,34 Sekunden vor Nick Ressmann mit 6,67 Sekunden durch.
Beim Run um Platz Drei – dem kleinen Finale – ging Dorian Zedler mit 5,75 Sekunden als Gewinner hervor. Nick Ressmann darf sich damit über einen starken vierten Platz freuen.
Endlich war es soweit: Carmanns gegen Lucke, wer würde den Titel holen? Klare Sache in diesem Finale: Carmanns verteidigte seinen Titel nicht nur souverän, sondern setzte dabei einen neuen deutschen Rekord. Erstmals zeigte die Uhr unter 5-Sekunden an, genauer gesagt: 4,95 Sekunden – unglaublich! Mit einer fantastischen Zeit von 5,35 Sekunden, geht die Silbermedaille damit an Sebastian Lucke.
Die Stimmung hier in Dresden war einfach gigantisch – so viele Leute mit richtig Bock, das habe ich bei einer Deutschen Meisterschaft noch nie so erlebt. Ich habe heute gar nicht bewusst nach dem Rekord gesucht, es lief einfach alles zusammen: Die Wand und die Atmosphäre waren super. Ich war in meinem Tunnel, habe meinen Fokus gesucht und gefunden und habe mein Ding gemacht. Im letzten Lauf wollte ich nochmal Gas geben – und dann ist es einfach passiert. Jetzt heißt es aber, nach vorne zu schauen: Wir haben nächste Woche Freitag in Düsseldorf den Speed Circus von Eurowings. Zwei Tage später geht es dann schon nach China zu den World Games. Da freue ich mich riesig drauf, besonders darauf, die zwei neuen Formate, 4-Lanes und Relay, auszuprobieren. In einem guten Monat geht es dann noch zur WM nach Korea. Das ist natürlich das Saisonhighlight. Darauf trainiere ich das ganze Jahr hin.
Leander Carmanns
Julia Koch dominiert die Speedwand in Dresden

Es war Tag vier der Finals 2025 und gleichzeitig der zweite Tag bei der Deutschen Meisterschaft im Speedklettern. Auf der Tagesordnung stand die Entscheidung über die schnellste Kletterin Deutschlands. Um diesem Spektakel beizuwohnen, hatten sich bereits zu den Practice-Runs erneut tausende Menschen vor der beeindruckenden Dresdner Frauenkirche versammelt. Diese grandiose Atmosphäre hatte am Vortag bereits zu unglaublich starken Leistungen geführt, einschließlich eines neuen deutschen Rekords bei den Männern, und motivierte auch die Frauen zu Höchstleistungen.
Wie schon in der Qualifikation konnte Julia Koch auch im Halbfinale überzeugen: Mit einer Zeit von 7,99 Sekunden sicherte sie sich den Einzug in die Finalrunde. Fassbender folgte ihr mit 9,20 Sekunden und durfte sich damit im kleinen Finale präsentieren.
Richtig spannend wurde es im zweiten Halbfinal-Duell: Tulchynska absolvierte die Strecke in 8,02 Sekunden, während Schultz nur 3 Hundertstelsekunden mehr benötigte – 8,05 Sekunden. Es war ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Zielbuzzer! Doch nachdem die Ukrainerin nicht in die Wertung einging, ging der Titel frühzeitig an Julia Koch!
Da Tulchynska nicht in die Wertung einging, ging es im kleinen Finale um den zweiten Platz der DM. Diesen sicherte sich Finia Fassbender mit 9,09 Sekunden, nachdem Mina Josephine Schultz zu Beginn der Runde der Fuß gerutscht war. Auch wenn sie aufholen konnte, reichte es am Ende nicht ganz – ihre Zeit lag bei 9,32 Sekunden.
Obwohl Julia den Titel bereits gewonnen hatte, ließ sie es sich nicht nehmen, im Finale nochmals alles zu geben: Sie sprintete die Wand in beeindruckenden 7,80 Sekunden hoch und gewann damit unter frenetischem Applaus des Publikums auch den heutigen Wettkampf. Sofiia Tulchynska landete als Zweitplatzierte der Veranstaltung.
Ich hatte im Vorfeld richtig viel Vorfreude auf diesen besonderen Wettkampf – die Location hier am Neumarkt und so viele Leute, die anfeuern, das motiviert enorm. Gleichzeitig habe ich mir selbst auch Druck gemacht, weil ich diesen Titel unbedingt gewinnen wollte. Aber beim Speedklettern weiß man nie, ob es wirklich klappt: Auch wenn man auf dem Papier die Schnellste ist, kann immer etwas passieren. Ein kleiner Rutscher reicht, es ist immer eine Achterbahn der Gefühle bei den Wettkämpfen. Deshalb habe ich mich voll auf das fokussiert, was ich kontrollieren kann: die Technik und meine Routinen – und es hat geklappt. Jetzt freue ich mich auf die nächsten Herausforderungen bei den World Games in China, wo ich nochmal an meiner Bestzeit arbeiten möchte.
Julia Koch
Ergebnisse der Deutschen Speedkletter Meisterschaft 2025
Damen:
1 Julia KOCH • Rheinland-Köln
2 Sofiia TULCHYNSKA • Dortmund
3 Finia FASSBENDER • München-Oberland
4 Mina Josephine SCHULTZ • Düsseldorf
5 Lisa WUCHERER • Stuttgart
6 Alessa ASIMOWA • Weimar
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Herren:
1 Leander CARMANNS • Rheinland-Köln
2 Sebastian LUCKE • Düsseldorf
3 Dorian ZEDLER • Stuttgart
4 Nick RESSMANN • Mannheim
5 Linus BADER • Düsseldorf
6 Mika SCHERER • ASS Saarbrücken
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