Tödlicher Kletterunfall auf Kalymnos: 60-jähriger Kletterer stirbt nach Bohrhakenbruch

Auf Kalymnos kam es am 27. März 2026 zu einem tödlichen Kletterunfall. Am Freitag, dem 27. März 2026, kam dort ein 60-jähriger Kletterer aus Tschechien nach einem schweren Sturz ums Leben. Nach ersten Erkenntnissen könnte das Versagen mehrerer Bohrhaken die Ursache des Unglücks gewesen sein.

Der Unfall ereignete sich im Sektor „Jurassic Park“, einem der bekannten Klettergebiete der Insel. Die genauen Umstände werden derzeit noch von den zuständigen Behörden untersucht. Bereits jetzt deutet jedoch vieles darauf hin, dass der Vorfall Fragen zur Sicherheit älterer Routen auf Kalymnos neu aufwirft.

Unfall geschah beim Abseilen

Klettern auf Kalymnos

Nach Angaben von Rebolt Kalymnos, einer gemeinnützigen Initiative zur Sanierung und Verbesserung der Absicherung auf der Insel, geschah der Unfall in der Route „ST SAVVAS“ (7b+), die im Jahr 2002 eingerichtet wurde. Der Kletterer hatte die Route im Vorstieg geklettert, sich in die Umlenker-Kette eingehängt und begann anschließend, sich abzuseilen und die Routen abzubauen.

Nachdem er die beiden obersten Expressschlingen unterhalb des Umlenkers entfernt hatte, soll es zum folgenschweren Materialversagen gekommen sein: Beide Bohrhaken des Standplatzes brachen.

Da die letzten Exen zu diesem Zeitpunkt bereits entfernt waren, verlagerte sich die Belastung auf den nächsttieferen Sicherungspunkt – den dritten Bolzen unterhalb des Umlenkers. Auch dieser versagte und der Kletterer stürzte daraufhin auf einen Felsabsatz.

Rettung unter extrem schwierigen Bedingungen

Trotz des massiven Sturzes soll der Mann zunächst bei Bewusstsein und ansprechbar gewesen sein. Es wurden umgehend Rettungskräfte mobilisiert, doch die Bergung gestaltete sich offenbar außerordentlich schwierig. Die freiwilligen Rettungskräfte und lokalen Einsatzteams versuchten über Stunden, den Kletterer zu erreichen und zu versorgen. Das Gelände sowie schlechte Wetterbedingungen erschwerten den Einsatz. Ein angeforderter Hubschrauber konnte den Verletzten letztlich nicht bergen. Der Mann wurde später ins Krankenhaus von Kalymnos gebracht, wo sein Tod festgestellt wurde.

Rebolt Kalymnos: „Der Kletterer hat nichts falsch gemacht“

Besonders deutlich fällt die Einschätzung von Rebolt Kalymnos aus. In ihrer Stellungnahme heißt es, die Hauptursache des Unfalls scheine eine Reihe von Versagen bei veralteter, rund 24 Jahre alter Ausrüstung gewesen zu sein. Wörtlich stellt die Organisation klar: 

Der Kletterer hat nichts falsch gemacht.

Noch ist unklar, warum gleich drei Sicherungspunkte versagten. Eine metallurgische Untersuchung des defekten Materials soll nun klären, ob etwa Korrosion oder andere Faktoren eine Rolle gespielt haben.

Rebolt kündigt Überprüfungen an

Rebolt Kalymnos kündigte in Reaktion auf den Unfall mehrere konkrete Maßnahmen an. Demnach sollen:

  • alle vor 2005 eingerichteten und noch nicht sanierten Routen überprüft werden
  • verdächtige Linien bis zur Neuabsicherung gesperrt werden
  • die defekten Haken zur metallurgischen Analyse eingesendet werden
  • die Arbeiten an einer öffentlich zugänglichen Liste neu abgesicherter Routen und Sektoren beschleunigt werden

Für Kletterinnen und Kletterer bedeutet das vorerst vor allem eines: besondere Vorsicht in älteren, nicht sanierten Routen.

  • Credits Text kletterszene.com
  • Credits Fotos ks.com Archivi TNF
  • Beitragsdatum 30. März 2026