Thomas Dauser klettert (9a), Jimmy Webb (8C), Luis Gerhardt, Martin Keller und Ryuichi Murai bouldern 8B+

Luis Gerhardt im Tessin-Urlaub

Das Tessin scheint die letzten Wochen einer der Boulder-Hotspots schlechthin gewesen zu sein. Wahrscheinlich wollten alle Fans des schweizer Gneises diesen noch einmal unter ihren Finger spüren, bevor dies durch Corona eventuell für dieses Jahr nicht mehr möglich werden könnte. Unter den besagten Granit-Fans befand sich auch Luis Gerhardt, welcher die Chance auch gleich bei den Hörnern packte, um seine sowieso schon beeindruckende Tick-List noch etwas zu erweitern. So gelang Luis nicht nur die zweite Begehung von Life Goes On (8B/+), sondern wenige Tage später auch noch ein Durchstieg von Insanity Of Grandeur (8B+). Das nennen wir mal einen erfolgreichen Trip. Insanity of Grandeur ist ein alternativer Einstieg zu Delusion of Grandeur (8A+). Diese Einstiegszüge bestehen hauptsächlich aus einem massiven Schulterlock gefolgt von einer Feet-First-Sequenz, bei der man sich zwei mal hintereinander um 180° dreht. In der Hoffnung dann noch nicht zu gepumpt zu sein versucht man im Anschluss dann eben noch die 8A+ raus zu klettern. Um die Sache extra spannend zu machen gibt es dann am Ende noch einen durchaus kräftigen Mantel, welcher schon so manchen Probanden abgeworfen hat. Alles im Allem also sicher kein Spaziergang und eine Spitzenleistung von Luis.

*) Wir wurden darauf hingewiesen, das es im Tessin nur am Gotthard Pass Granit gibt. In allen anderen Bouldergebieten ist es Gneis. Diesen Fehlern haben wir ausgebessert.

Martin Keller wird 43, doch lässt sich davon nichts anmerken

Martin Keller in Story of Tow World (8C)

Solche Stories liest unser Chef natürlich immer wieder gerne, denn sie geben ihm Hoffnung, dass auch aus seiner Kletter-Karriere noch was werden kann. Unser Praktikant ist sich da zwar nicht so sicher, aber dennoch, wenn ein Martin Keller noch mit über 40 8B+ und 8C bouldern kann, dann geht’s ja vielleicht auch noch eines Tages für den Chef. Allerdings sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass Mr. Keller auch die absolute Motivations-Kanone ist und bei so ziemlich jedem Wetter an den Fels fährt.

Wenn es sein muss (aka die Arbeit es nicht anders zulässt) auch mal bis 2 oder 3 Uhr morgens. Schlaf scheint Martin also schon mal kaum zu brauchen, was zum hardcore Projektieren von Vorteil zu sein scheint, weil dann mehr Zeit vorhanden ist. Wie dem auch sei, der Meister des Einschleifens konnte nun mal wieder eines seiner Langzeit-Projekte abhaken. Vor 16 Jahren kletterte Martin den 8A Steh-Start von der Unendlichen Geschichte und drei Jahre später den mit 8A+ bewerteten ersten Teil. Die Jahre darauf versuchte Herr Keller immer wieder beide Teile aneinander zu hängen und somit die gesamte Line, die mit 8B+ bewertet ist, zu klettern. Doch immer wieder warf ihn der erste Zug vom Stehstart ab. Deshalb investierte Martin auch nie seine komplette Aufmerksamkeit in diese Linie und widmete seine Zeit lieber anderen Projekten. Doch dann versuchte ein Giani Clement eine Verlängerung zur Unendlichen Geschichte, welche einen Ausstieg ermöglichte. Motiviert durch seinen Freund widmete Martin dem Boulder seine volle Aufmerksamkeit auch nachdem Giani die Verlängerung schon erstbegangen hatte und den Namen Stil vor Talent (8C/+) gab. Selbst als der erste Schnee kam gab Martin nicht auf und versuchte weiter einen Durchstieg von der Unendlichen Geschichte zu erringen. Diese Hartnäckigkeit machte sich mal wieder bezahlt und ihm gelang der lang ersehnte Durchstieg von der Unendlichen Geschichte (8B+). Wir gratulieren und wünschen noch viele weitere Boulder-Jahre mit solch tollen Erfahrungen.

Barbara Zangler wiederholt Greenspit (8b) im Valle dell’Orco

Babsi Zanger Camalot

2003 war Didier Berthods im Valle dell’Orco und beging nur mit Friends und Keilen die Riesslinie Greenspit (8b). Was macht man, wenn in den Alpen der Winter eingekehrt ist, man aber trotzdem noch schwer klettern möchte und eh einen Hang zu mobilen Absicherungen hat: Tradklettern! England wäre da jetzt der nächste Gedanke, aber auf den zweiten aktuell vielleicht nicht so gut. So blieb nur noch der Süden und das Valle dell Orco für Babsi Zangerl und Jacopo Larcher. übrig. Nach vier Tagen des Ausbouldern, Abbauen von Friends und Keilen, (Letzteres verschlang die meiste Zeit war aber nötig, denn wenn man ehrlich Tradklettern möchte, werden alle Absicherungen im Go gelegt), gelang Barbara die Wiederholung.

Mit Prinzip Hoffnung (E9/10 bzw. 8b), Muy Caliente (E10), die drei El Capitan- Hammer El Nino, Zodiac und Magic Mushroom, sowie der berühmten „Alpentrilogie“ in der Tickliste, ist Babsi eine der, wenn nicht sogar die versierteste Trad-Klettererin auf diesem Planeten.

Thomas Dauser klettert Nice Freshly Baked (9a)

Nachdem Thomas Dauser bereits letztes Jahr die Tour Shangri-La (8c+) klettern konnte lag es irgendwie nahe sich auch einmal den Direkt-Ausstieg anzuschauen. Shangri-La ist einer der Urklassiker im Frankenjura und wurde 1995 von Guido Köstermeyer erstbegangen. Damals gehörte die Tour zu den schwersten Touren Deutschlands und galt als ein absolutes Testpiece. Auch heute noch gilt die Tour als kein Zuckerschlecken und wer von einem Durchstieg träumt sollte sich zuerst auf eine ca. 7C+ Boulder-Stelle, gefolgt von einer ca. 8b-Kletterpassage gefasst machen. Und wer dann noch nicht genug hat, kann eben noch den Direkt-Ausstieg versuchen, welcher 2014 von Alex Megos erstbegangen und auf den Namen Nice Freshly Backed (9a) getauft wurde.

Und eben diesen Direkt-Ausstieg probierte Thomas seit Anfang des Jahres. Immer wieder warf ihn jedoch der schwere Einzelzug am Ende ab, bei dem man von einem Fingerloch noch einmal recht weit rechts raus auf eine Leiste ziehen muss. Aber wie das so im Klettern ist, wenn man einen Zug nur oft genug probiert (und die nötige Kraft wie in Thommys Fall vorausgesetzt) klappt es eben auch irgendwann. Und so war Thommy heilfroh als er den Crux-Zug endlich im Go meistern konnte und sich somit eine Begehung von Nice Freshly Backed (9a) in sein Routenbuch eintragen konnte.

Jimmy Webb wiederholt Dicktopia (8C)

Jimmy Webb - Bouldern - Fontainbleau - Kletterszene

Jimmy Webb hat kürzlich seinen dreißigsten 8C-Boulder seiner Boulderkarriere geklettert! Nachdem er einige Monate mit Seil und Klettergurt fremdging, ist der Starkstrom-Amerikaner zu dem zurückgekehrt, was er am besten kann: Physisch anspruchsvolle Felsbrocken in Absprunghöhe niederknüppeln. Vollständigkeitshalber möchten wir noch am Rande kurz erwähnen, das Jimmy neben den dreißig 8C Boulder auch noch fünf 8C+ Linien in der Tickliste stehen hat.

Ryuichi Murai – gleich zwei mal 8B+

Es wurde in letzter Zeit etwas ruhig um das Boulder-Ass Ryuichi Murai und so langsam haben wir uns schon gewundert, ob dem Bub vielleicht die Boulder ausgegangen sind. Doch nun hat der junge Japaner mal wieder abgeliefert und kletterte in kürzester Zeit gleich zwei 8B+ Boulder. Takaki Mikura (8B+) war ein Boulderproblem, welches Ryuichi immer wieder abwarf, doch als dann eine Freund von ihm eine neue Lösung für die Kompressions-Crux am Ende fand, war Herr Murai Feuer und Flamme und der Boulder musste sich innerhalb kürzester Zeit geschlagen geben. Frei nach dem Motto „wenn’s mal läuft dann läufts„, nutze Ryuichi die guten Bedingungen aus und machte sich an die Arbeit. Das Objekt der Begierde war der von Keenan Takahashi erstbegangene Boulder Hōtō (8B+). Der Boulder besteht aus vielen technisch sehr anspruchsvollen Heelhooks. Und wenn es etwas gibt was Mr. Murai besonders gut kann. dann sind das nun einmal Heelhooks. So musste sich auch dieser Boulder innerhalb kürzester Zeit geschlagen geben. Mal schauen was das Nachwuchstalent mit Hilfe der kommenden Herbstbedingungen noch so alles klettern kann.

Kletterszene, News, Klatsch und Tratsch,

Die Boulderwelt München-Brunnthal öffnet seine Pforten.

Boulderwelt München Süd Brunntahl

Ihr habt schon jede Menge Fotos und Videos von der Entstehung der neuen Boulderwelt gesehen und wollt jetzt eigentlich nur noch dort bouldern? Wir haben gute Nachrichten: Der sehnsüchtig erwartete Eröffnungstermin steht endlich fest:

Die Boulderwelt Crew ist ab Samstag, den 31.10.20 an künftig 365 Tagen im Jahr in der neuen Boulderwelt München Süd in Brunnthal für Euch da! Auf einer riesigen Grundfläche von rund 2500 Quadratmetern, alles auf einer Ebene verteilt, erwartet Euch eine lichtdurchflutete, luftige Spielwiese mit abwechslungsreichen, innovativen Wandstrukturen. Die Münchner Routenbau-Crew ist aktuell voll im Gange die Halle mit genialen Bouldern und neuen Griffen und Volumen einzuschrauben.

Sagt NEIN zu 10 Bohrtürmen zur Ölforderung in Fontainebleau

Aktuell werden indem kleinen Dorf, am südlichen Ende von Fontainebleau, Nonville zwei Ölquellen aktive betrieben. Nun hat die Betreiberfirma Bridgeoil einen Antrag für weitere zehn Bohrtürmen (mit einer Höhe bis zu 36 m) und den dazugehörigen Ölpipelines, am Rande des Naturschutzgebiets (Fontainebleau) eingereicht.

Die Gruppe Environnement Bocage Gâtinais möchte nicht nur das Naherholungsgebiet Fontainebleau sondern auch durch die Bohrungen gefährdete Grundwasser, das Paris und Villemer versorgt mit der Petetion eine Ablehnung dieses Bauantrages erwirken.

Thomas Huber bei Welt und Wir im Livestream

Thomas Huber gehört zu den bekanntesten Alpinisten unserer Zeit. Gemeinsam mit seinem Bruder bildet er das Duo „Die Huberbuam.“ Am 20.10.2020 präsentiert er einmalig in einer Online-Show die Geschichte seines „Steilen Lebens“. Der Live-Stream ist einmalig und weltweit auf „Weltundwir.com“  für alle Zuschauer kostenlos.

In der Show erzählt Thomas Huber packend und live mit einzigartigen Aufnahmen
von seinem Leben als Abenteuer, Bergsteiger und Mensch.

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