The Island Part I [Review]

Wer würde nicht davon träumen, wenn eines Tages der beste Kumpel vorbeikommt und einem erzählt: „Hey ich habe eine Videokamera und Tickets für uns alle gekauft, lasst uns ein Jahr klettern fahren“. Dave Graham hat für seine Kumpels diesen Traum wahr gemacht und damit ist das Grundgerüst der Story eigentlich auch schon erzählt. Vier Spezl fliegen nach Europa, um ein Jahr einen Roadtrip quer durch die Kletter- und Bouldergebiete Westeuropas zu machen. Ungewöhnlich, aber stimmig: der Film wird chronologisch erzählt.

Das war alles war vor etwa drei Jahren und seitdem versuchte Dave Graham mit verschiedenen Freunden das gefilmte Material zu sichten und zu schneiden. Das ist allerdings nicht so einfach, wenn man das nebenbei versucht. Sich abends, nach langen Klettertagen, noch zu motivieren, hinzusetzen und gemeinsam eine Idee zu entwickeln. Das war einfach nicht möglich. Bis zu einem (un)glücklichen Ereignis 2012: Dave schrottete sich beim Skifahren das Knie komplett… jetzt war Zeit und Muse im Überfluss vorhanden und Cameron Maier (Bearcam Media) war auch zur Stelle, um ihm beim schnippeln und basteln zu helfen…

Dave schreibt dazu in einem Post:

…something changed in the fall of 2012, Cameron and I started to grasp how we could share the idea we wanted, even with all of the ridiculously crunk footage from the first three months of the trip. It would just be a lot of work.

What was to be the first movie, was also filmed the worst, and was missing the most material. We needed material from the adventure in order to show the epic, foreign, nomadic, perpetual-ism found in professional climbers lives, but we had massive technical difficulties; some files had been deleted, others corrupted, and the majority of what we really needed to use in the film was juts plain unusable, shaky and with bad camera settings.

We desperately wanted to turn this mess of data into this vision we shared. We evolved the original idea in respect to what we were lacking, and developed methods for telling tell the story with what we had to work with. We had lots of music Scott Schorr and I had been created, more confidence, and most importantly, a theory of how to make these films a reality.

island-03Und hier sieht auch Dave gleich die — zugebenen — kleinen Schwachpunkte des Films. Er hat eine Vision den „farbenfrohen Lifestyle eines Profikletterers“ auf Kamera zu bannen und das macht er auch. Man sieht dem Film aber auch an, dass die Jungs mit dem Material, was ihnen zur Verfügung stand wohl das Beste zu Tage gefördert haben, das es hergab. Und das ist nunmal weit davon entfernt, was man heutzutage von HQ-Kletterpornos gewöhnt ist. Jaja, ich weiß, wir sind verwöhnt…

Wenn man bei The Island Part 1 einen Film erwartet, bei dem 8C-/9b-Begehungen am laufenden Band zu sehen sind und diese aus zig verschiedenen Blickwinkeln gefilmt sind, dazu treibende Beats und danach noch nette Statements zur Beta: Gibt’s nicht…

Und damit kommen wir auch gleich zu den Stärken des Films: Es ist sicherlich nicht der beste Kletterfilm, aber schlicht und ergreifend authentisch. Man sieht die Jungs klettern, Party machen, rumfahren und wieder klettern. Das ist in der Form ziemlich witzig anzuschauen und eben, wie oben bereits erwähnt, einfach ehrlich.

So und damit noch ein Wort zu den Beats in dem Film. Mit einem Wort: unprätentiös. Sie wabern im Hintergrund und können locker auf jeder After Hour in jedem Elektro Club der Welt laufen. Chillige, gemütliche Beats, die zu großen Teilen vom kreativen Mastermind himself stammen. Wird sicher nicht jedem gefallen, muss es auch nicht, aber ganz objektiv passt die Musik einfach dazu.

Fazit: Wer mal nach Ewigkeiten wieder einen Film, im Stile von „The Real Thing“ sehen will, sollte sich den Streifen gönnen. Jeder, der auf Hochglanz steht, sollte lieber auf die nächste BigUp Produktion warten…

Hier könnt ihr euch den Film für $15 runterladen >>>.

Hier noch ein paar O-Töne der „Senioren gegen die Schwerkraft“ zum Film:

… Cooler Fahrstuhlkletterfilm,  der das Kletterleben so widerspiegelt, wie ich es kennengelernt habe und meine Ma es nie erfahren darf…

 

… Der Film zeigt einem wieder, das die Schwierigkeitsgrade beim Klettern eher an zweiter oder dritter Stelle stehen (sollten), und dass das Drumherum eigentlich das ist, was das Klettern ausmacht, nämlich mit Freunden ne schöne Zeit haben, Land und Leute kennen lernen, Spass ander Freude haben, schönen Linien klettern…

 

… Mit Better than Chocolate kann er bildtechnisch nicht mithalten, aber man sieht das die jungs sich Mühe gegeben haben und er kommt nicht so gestellt rüber, wie all die anderen Highend-Filme…

Und wer einen längeren Vorgeschmack will, kann sich hier eine 35-minütige „Exkursion“ der Island Crew in die Rocklands anschauen.

Text: kletterszene.com / Bilder: Screenshots aus „The Island – Part I“

 

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