Stefano Ghisolfi bouldert Gioia Sit (8C+) in Varazze

Stefano Ghisolfi bouldert Gioia Sit (8C+) in Varazze

Nicht nur im Sportklettern ist er in der Top-Liga am Fels unterwegs – Stefano Ghisolfi kann auch Kurzstrecke. Mit Gioia (8C+) landet der erste Boulder dieses Schwierigkeitsgrades auf seiner Tickliste.

Manche Träume altern gut. Der 32-Jährige erfüllt sich mit seiner Begehung von Gioia Sit (8C+) einen, der 2012 begonnen hatte. Gioia wurde von Stefanos Landsmann, dem Italiener Christian Core, im Jahr 2008 erstbegangen. Ursprünglich als Stehstart geklettert, fügte Core seiner Linie selbst den Sitzstart hinzu.
Zweieinhalb Jahre später wiederholte Adam Ondra die Linie als Erster und wertete den Boulder von 8C auf 8C+ auf. Dabei ist es bis heute geblieben.

Auch Stefano versuchte sich 2012 zunächst an der Stehstartvariante und war relativ schnell erfolgreich. In den Jahren 2015 und 2016 konzentrierte er sich dann auf die längere Version, doch es sollte eine Rückkehr nach weiteren zehn Jahren brauchen, bis es endlich so weit war.

Stefano Ghisolfi bouldert Gioia Sit (8C+) in Varazze

Der Name des Boulders bedeutet „Freude”, und er könnte nicht besser zu dem Gefühl passen, das ich hatte, als ich ihn kletterte. Es ist der schwierigste Boulder, den ich je geklettert habe, und es ist unglaublich, wie weit Christian Core seiner Zeit voraus war, als er 2008 die Erstbegehung machte. Er gilt als einer der ersten 8C+ der Welt (vielleicht sogar der allererste?).

Stefano Ghisolfi – Instagram

Stefano Ghisolfi macht vor allem am Seil von sich reden. Er ist der zweite Mensch, der je vier Sportkletterrouten im Schwierigkeitsgrad 9b+ klettern konnte: Perfecto Mundo, Change, Bibliographie und Excalibur, wobei er Letztere selbst befreite und seinem Zuhause Arco damit die härteste Route des Klettergebiets schenkte.

Mit fast 1400 Problemen ist Varazze eines der Top-Bouldergebiete in Süditalien. Geklettert wird meist an recht glattem Serpentinit. Dabei hat man es überwiegend mit athletischen Zügen an Leisten und Slopern zu tun. Bis der 9. Grad erobert war, zog das Gebiet mit Gioia Sit (8C+) lange Spitzenboulderer an. Zwar gibt es Linien ab dem vierten Bouldergrad, doch die schönsten Boulder finden sich im siebten und achten Grad. Es gibt Gebiete auf 200 bis 250 Metern über Meereshöhe, aber auch deutlich kühlere auf über 1000 Höhenmetern. Apropos Meer: Das ist mit dem PKW in 10-30 Minuten erreichbar.

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Video-Link: https://youtu.be/SBivfjAU_fA?si=Jth2L4CC-j99tlUJ
  • Credits Text Hanna Rexer f. kletterszene.com
  • Credits Fotos Stefano Ghisolfi
  • Beitragsdatum 16. Februar 2026