Cima Grande: Simon Gietl gelingt Solo-Winterbegehung von Phantom der Zinne

Der Südtiroler Alpinist Simon Gietl nutzte das stabile Winterwetter in den Dolomiten für eine zweitägige Solo-Winterbegehung der Route Phantom der Zinne in der Nordwand der Cima Grande an den Drei Zinnen.

Bereits Ende Februar begann er mit den Vorbereitungen: Er transportierte Material zum Wandfuß und deponierte seine komplette Ausrüstung am Einstieg der Route, um für das kurze Schönwetterfenster bereit zu sein.

Die 550 Meter lange Linie wurde 1995 von Kurt Astner und Christoph Hainz erstbegangen. Die obligatorische Schwierigkeit liegt bei etwa 7a+, verteilt auf 17 Seillängen, die meist senkrecht bis überhängend verlaufen. Erfahrung im Umgang mit mobilen Sicherungsgeräten und ein feines Gespür für die teilweise heikle Felsqualität sind hier empfehlenswert. Für Simon ist die Route…

…nicht nur eine der schwierigsten in dieser Gegend, sondern auch eine der schönsten.

Am 5. März stieg er um 10 Uhr in die Wand ein. Die Nacht verbrachte er in einem kleinen Zelt auf dem legendären Hasse/Brandler-Band, einem schmalen Absatz mitten in der Nordwand – bei klarem Himmel und fallenden Temperaturen. Am 6. März erreichte er schließlich um 16 Uhr den Gipfel.

Gietl hatte Phantom der Zinne bereits 2010 im Winter gemeinsam mit Marc Artesi versucht, damals jedoch nicht komplett durchsteigen können. Auch ein Solo-Versuch 2015 blieb erfolglos. Die Freude über die nun erfolgreiche Winter-Solobegehung war dementsprechend groß.

  • Credits Text kletterszene.com
  • Credits Fotos Simon Gietl
  • Beitragsdatum 10. März 2026