Ainhize Belar punktet Víctimes del Futur (9a) in Margalef

Send-Train: Ainhize Belar punktet Víctimes del Futur (9a) in Margalef

Kaum angekommen, schon wieder abgeliefert: Ainhize Belar hat mit Víctimes del Futur ihre erste 9a in Margalef gepunktet.

Ainhize Belar ist von Siurana direkt weiter nach Margalef gezogen – offenbar ohne unterwegs auch nur ansatzweise aus dem Send-Train auszusteigen. Nachdem die junge Baskin in El Pati bereits Estado Crítico (9a) und La Reina Mora (8c+/9a) einkassiert hatte, ging es ohne große Pause weiter nach El Racó de la Finestra. Dort stand Víctimes del Futur (9a) ganz oben auf ihrer To-do-Liste.

Und ja, ihr habt richtig gelesen: stand. Denn obwohl Belar erst seit rund zwei Wochen in Katalonien unterwegs ist, hat sie sich direkt die nächste schwere Linie gesichert.

Auf Instagram kommentiert sie ihre Begehung so:

Ainhize Belar

Víctimes del Futur ist eine Route, die ich schon vor einiger Zeit einmal versucht habe. Ich hatte sie mir immer wieder angeschaut, wenn ich hier war, sie dann aber doch jedes Mal ein bisschen beiseitegeschoben. In den letzten Tagen war ich sehr motiviert, diesen Kreis zu schließen – ein paar gute Versuche zu machen und endlich sagen zu können, dass ich eine Route an dieser Wand geschafft habe, zu der ich eine ziemliche Hassliebe habe.

Ainhize Belar

Auch wenn Ainhize Belar eher für Klettereien an Kalkwänden mit kleinen Leisten bekannt ist, scheint sie mit der für Margalef so typischen Lochkletterei ziemlich gut klarzukommen. Víctimes del Futur ist zwar ihre erste 9a im Gebiet, aber zuvor konnte sie sich bereits Klassiker wie Vía del Quim (8b+)L’espiadimonis (8c) und Niña Mala (8b) sichern.

Wie schwer ist die Route tatsächlich?

Víctimes del Futur wurde 2006 von Ramón Julian Puigblanque erstbegangen. Seitdem ist die rund 25 Meter lange Linie nicht nur für ihre Züge bekannt, sondern auch wegen der inzwischen fast schon traditionsreichen Diskussion um den passenden Schwierigkeitsgrad.

Ein kurzer historischer Exkurs: Erstbegeher Ramón selbst schlug zunächst 8c/+ vor. Zwei Jahre später brachte Patxi Usobiaga nach der ersten Wiederholung – auch aufgrund eines Griffausbruchs – 8c+ ins Spiel. 2015 meldete sich dann Alex Megos zu Wort und bewertete die Route mit 9a. Nicht lange danach kam Jakob Schubert vorbei, flashte das Ding und stufte auf 8c+/9a ab. Zum damaligen Zeitpunkt wirkte es allerdings, als hätte Schubert seine eigene Form eher großzügig unterschätzt – und damit gleich ein paar Routen mit.

Später warf schließlich auch Alex Garriga noch einmal 8c+ in den Ring. Unterm Strich gilt jedoch heute: Die meisten Wiederholer*innen führen Víctimes del Futur inzwischen als 9a in der Tickliste.

Belar gelingt die vierte Frauenbegehung

Unabhängig von der Graddebatte bleibt Víctimes del Futur eine beliebte und regelmäßig wiederholte Route im Kletterparadies Margalef. Mit der Begehung von Ainhize Belar kommt die Linie nun auf insgesamt vier Frauenbegehungen. Den Anfang machte Aleksandra Totkova im März 2020, gefolgt von Angie Scarth-Johnson im September 2021 und Michaela Kiersch im November 2023.

Und das Beste aus Sicht der Kletterszene: Ainhize Belars Aufenthalt in Margalef ist noch nicht beendet. Wenn man sich ihren aktuellen Lauf anschaut, wäre es fast überraschender, wenn da über die Feiertage nichts mehr kommt.

Wir bleiben also lieber schon mal in Alarmbereitschaft.

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Video-Link: https://youtu.be/RqqUC1Z3gh0?si=fCv6b6YylsgndLgC
  • Credits Text kletterszene.com
  • Credits Fotos Sputnik climbing
  • Beitragsdatum 2. April 2026