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Le Champ des Muses Seb Bouin begeht neue 9b in Drôme

10. April 2026  in News

Seb Bouin begeht neue 9b in Drôme: Le Champ des Muses
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Der französische Serien-Erstbegeher Sébastien Bouin hat mal wieder in seinem Heimatland zugeschlagen: Mit der neuen Route Le Champ des Muses (9b) hat er der Kletterregion Drôme in Südostfrankreich ein neues schweres Testpiece hinterlassen.

Im Süden des Landes ist Sébastien "Seb" Bouin nicht nur ursprünglich daheim, sondern immer noch viel am Seil unterwegs. Zuletzt zog es ihn in die Region Drôme zwischen Lyon und Avignon. Am Romeyer-Felsen gelang ihm dort seine neueste Erstbegehung: Le Champ des Muses (9b).

Mehr Bouin in einer Route geht nicht

Bouins jüngste Begehung bereichert die französische Outdoor-Szene jetzt um eine Route, die sowohl Maximalkraft als auch Ausdauer erfordert.

Die Vision für die Linie stammt allerdings nicht von dem 33-jährigen Franzosen selbst, sondern von Quentin Chastaigner, einem Routenbauer aus der Region. "Quentin hat mir von diesem offenen Projekt erzählt, das super physisch und ausdauerlastig ist", so Seb Bouin. "Er sagte: Das ist genau das richtige für dich."

Ich beschloss, diese Route auszuchecken, die nicht nur gut zu meinen Stärken passt, sondern auch Potenzial zur Mega-Linie hat.
Seb Bouin

Der Tipp von Chastaigner stellte sich als goldrichtig heraus. "Die Linie hat einfach alles, was ich liebe", schwärmt Seb Bouin. Im Fall von Le Champ des Muses heißt das: eine 8c-Sequenz inklusive einer physischen Boulder-Crux, gefolgt von Ausdauerkletterei im Überhang. Nach einem Kneebar-Rest geht es dann (Zitat) "auf in die letzte Schlacht" – eine kurze, aber intensive 8c+ Schlüsselstelle auf kleinen Leisten. "Dieser letzte Abschnitt macht die Route dann so richtig schwer", resümiert Bouin.

Le Champ des Muses: zwischen 9a+ und 9b

Bouin steckte schnell erste Versuche in das Projekt und stürzte mehrfach in der letzten Crux. Nach seinem China-Trip 2025 kehrte der Franzose zurück in das südfranzösische Örtchen Die, das er als "paradiesisch schön" beschreibt. Einmal flog er am letzten Zug der Linie ab, dann stieg er Le Champ des Muses durch.

Ich bin super glücklich, so ein schönes Projekt abzuschließen. Gleichzeitig bin ich auch traurig, dass ich keine Ausrede mehr habe, hier wieder herzukommen.
Seb Bouin

Was die Schwierigkeit von Le Champ des Muses angeht, hatte der Erstbegeher die Qual der Wahl zwischen dem oberen Ende von 9a+ und dem unteren Ende von 9b. Weil ihm die Kletterei persönlich so sehr reingelaufen ist, entschied sich Bouin für den höheren Grad. Le Champ des Muses ist die zweite 9b des Gebiets.

Eine schwere Erstbegehung nach der anderen

Sébastien Bouin hinterlässt der Kletterszene regelmäßig schwere neue Routen. Um nur einige der letzten Jahre zu nennen: El Gran Cabrón (9b) in China, Wolf Kingdom (9b+) in Frankreich, Suprême Jumbo Love (9b+) in den USA oder Vidra La Vida (9b/+) in Kroatien.

Gleichzeitig hat er schon viele der schwersten Linien der Welt wiederholt – etwa Change (9b+) und Move (9b) in Flatanger oder Bibliographie (9b+) in Céüse.

Bouin ist außerdem einer von nur fünf Personen, die eine Linie im (derzeit noch nicht bestätigten) Grad 9c erstbegangen haben. 2022 befreite er sein Mega-Projekt DNA (9c) in der Gorge du Verdon nach mehr als 250 Versuchen über 150 Sessions.

Mehr Begehungen von Seb Bouin auf Kletterszene.com

Text
Julia Gürster f. kletterszene.com
Foto
Jose Parada Ortega