Schweizer Klettercup von Deutschen aufgemischt

Am vergangenen Samstag lieferten sich in Lenzburg nicht nur die besten Schweizer Athletinnen und Athleten einen Kampf um die Podestplätze im Lead-Wettbewerb des Swiss Climbing Cup. Eine Delegation Deutscher Kletterer machte ihnen das Leben schwer.

Die ersten Plätze bei der Elite gingen denn auch an die Deutschen Christian Bindhammer und Juliane Wurm. Martin Jaggi (St. Gallen/SG) schaffte es noch auf den dritten Platz, Katherine Choong (Glovelier/JU) und Christina Schmid (Neuenegg/BE) mussten mit dem zweiten und dritten Platz zufrieden sein.

In der Kletterhalle Kraftreaktor in Lenzburg war am letzten Samstag neben den Schweizer Kletterern auch eine Delegation Deutscher Kletterer am Start. „Das hat letztes Jahr seinen Anfang genommen. Mit der Idee von einander zu lernen, die Zusammenarbeit zu verbessern und sich international etwas zu messen, haben der Deutsche, der Österreichische Verband und wir beschlossen, einander an Wettkämpfe einzuladen“, erklärt Cheftrainer Lukas Iseli.

Der Wettkampf  diente sowohl der Schweizer Nationalmannschaft, wie auch der Deutschen Delegation zur Selektion für die WM im Juli in China. Bei den Damen kletterten drei Damen aus Deutschland mit, zwei davon schafften es in den Final. Die Elite Damen hatten die leicht modifizierte Finalroute der Kategorie Open Herren zu bewältigen. Wirklich überzeugt haben dabei vor allem Katherine Choong (Glovelier/JU) und Juliane Wurm aus Deutschland. Katherine Choong kämpfte erst etwas mit den zum Teil langen Zügen und stürze dann im Dach. Ihr mutiger Approach brachte Juliane Wurm dann doch etwas weiter nach oben. Bei einem weiten Zug an einen
kleinen Griff musste aber auch sie aufgeben. Der erste Platz ging an die Deutsche Konkurrenz, den zweiten sicherte sich Ausnahmetalent Katherine Choong, die zur Zeit auch die Rangliste des Swiss Climbing Cups anführt. Als Beste aus der Qualifikation startete Christina Schmid (Neuenegg/BE) als letzte Teilnehmerin. Leider stürzte sie aber auch nach dem langen Zug nach der ersten Kante und landete somit auf dem dritten Platz. Aus der Region Aargau war keine Athletin am Start.
Nina Caprez hat wegen einer Schulterverletzung nicht am am Wettkampf teilgenommen. Unzufrieden
schien ausserdem Alexandra Eyer (Zürich/ZH) mit ihrem sechsten Rang.

Von den 21 Teilnehmern in der Elite-Kategorie waren sechs Athleten aus Deutschland, die sich dann auch unter den ersten neun Rängen platzierten. In der Route mit den grossen Griffen, dem dynamischen Zug im ersten Drittel und dem langen Dach hat sich Erfahrung durchgesetzt. Der älteste Teilnehmer, der neunfache Deutsche Meister Christian Bindhammer, hat sich den ersten Platz durch seine etwas bessere Qualifikation geholt. Denn sowohl er wie auch sein Landsmann Thomas Tauporn haben als einzige das Top der sehr anspruchsvollen Route erreicht. Gerade Tauporn unterschied sich in seinem Zugang massiv vom erstplatzierten Schweizer Martin Jaggi (St. Gallen/SG) auf dem dritten Rang. „Die Deutschen haben eine grössere Risikobereitschaft als wir Schweizer. Dadurch klettern sie viel zügiger und entschlossener“, erklärt Cheftrainer Lukas Iseli. Auch Lead-Trainer Urs Stöcker vermisst manchmal das völlige „Commitment“ bei seinen Athleten.

Immerhin zeigte sich das Lenzburger Publikum sehr fair und feuerte die deutschen Kletterer ebenso an wie die einheimischen Sportler.
Cédric Lachat (Porrentruy/JU), der normalerweise um den ersten Platz kämpft, musste aus beruflichen Gründen dem Wettkampf fern bleiben.

Ergebnisse im Überblick

Elite Damen
1 Juliane Wurm, Dortmund/DE
2 Katherine Choong, Glovelier/JU
3 Christina Schmid, Neuenegg/BE

Elite Herren
1 Christian Bindhammer, Durach/DE
2 Thomas Tauporn, Schechingen/DE

3 Martin Jaggi, St. Gallen/SG

Vollständige Rangliste unter www.sac-cas.ch.

Quelle: SAC (Swiss Alpine Club)

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