Jain Kim und Jakob Schubert gewinnen den IFSC Lead-Weltcup in Arco

Mit einem starken Team war der Deutsche Alpenverein beim vierten Leadwelctup der Saison im italienischen Städtchen Arco vertreten. Vier der sechs DAV-Athleten – Martin Tekles (DAV Achental), Sebastian Halenke (DAV Schwäbisch-Gmünd), Christoph Hanke (DAV Ringsee) und Alexander Megos (DAV Erlangen) – schafften es nach der Qualifikation ins Halbfinale. Aber nur Megos, der in Arco seinen ersten Leadweltcup seit 2011 bestritt, kam eine Runde weiter. Mit einer Höhe von 44 Zügen kletterte er in der Halbfinalroute ganze acht Züge weiter als Kletterlegende und Lead-Weltmeister Adam Ondra (CZE), und zog mit wehenden Fahnen als Führender ins Finale ein.

Leider verließ ihn hier das Glück. Er verpatzte einen Dyno im unteren Part der Route und stürzte schon bei Zug elf ins Seil. Damit blieb es bei Platz acht für den Franken. Gold ging an Jakob Schubert (AUT), dem bei Zug 39 die Zeit ausging. Knapp dahinter mit einer Wertung von 38+ landete Adam Ondra (CZE), der Max Rudigier (AUT) aufgrund seines Halbfinale-Ergebnisses auf Rang drei verwies.

Vier deutsche Athleten im Halbfinale

Das zweitbeste Ergebnis für das Deutsche Team holte Christoph Hanke mit Platz 19, vor Martin Tekles auf Platz 20. Sebastian Halenke landete nicht weit dahinter auf Rang 22. Nur David Firnenburg und Jan Hojer  konnten sich leider nicht unter den besten 26 platzieren. Sie kamen auf die Plätze 35 und 44.

IFSC Climbing Worldcup in Arco 2017 - Fotos: Eddie FowkeDer Befreiungsschlag von Jakob Schubert und Max Rudigier schlug hohe Wellen am Gardasee! Erster Weltcupsieg in dieser Saison für Österreich und erstes Weltcup-Podium für den 23-jährigen Pongauer Max Rudigier. Dabei verlief gerade das Halbfinale für den Vorstiegweltmeister von 2012 Jakob Schubert nicht optimal, denn die Hitze verlangte dem Innsbrucker alles ab: „

Es war brutal heiß, da war es schon im Halbfinale ein richtiger Fight. Ich ging dann ohne allzu großen Erwartungen in das Finale. Eigentlich war meine Finalroute nicht mega gut, aber auch den Gegner passierten Fehler. Im Gegensatz zur Boulder-EM in München, wo ich am Ende das Kombi-Gold nur um einen Punkt verpasste, hatte ich gestern das Glück auf meiner Seite. Im Vorjahr war es hier in Arco schon extrem knapp. Ich freue mich riesig, dass ich gestern endlich das Glück auf meiner Seite hatte!“

Der 26-jährige Ausnahmekönner Jakob Schubert ist zurück auf der Siegerstraße. Nachdem er die ersten drei Lead-Weltcups nicht bestritten hatte, liegt in der zweiten Saisonhälfte der Schwerpunkt klar auf seiner Paradedisziplin. „Das war alles so verrückt gestern.

Ich war nicht 100%ig fit und hatte im Halbfinale wirklich zu kämpfen. Nur als Sechster qualifizierte ich mich für die Endrunde und dann gewinne ich den Weltcup“, zeigte sich Schubert beinahe fassungslos.

Überraschungscoup von Max Rudigier

IFSC Climbing Worldcup in Arco 2017 - Fotos: Eddie Fowke
Der 23-jährige Max Rudigier aus Eben im Pongau überzeugte gestern mit dem dritten Platz. „Schon das Halbfinale lief sehr gut, ich kam so weit wie Adam Ondra. Die Vorbereitung auf Arco lief perfekt und ich konnte meine Taktik gut umsetzen. Die Routen habe ich gut besichtigt und ich kletterte zwei Mal ohne zu Stocken durch. Das war gestern mein Tag, es ist alles so perfekt aufgegangen“, jubelte der Salzburger, der als bestes Weltcup-Ergebnis bisher einen achten Platz aus dem Jahr 2015 zu Buche stehen hatte. Schon im Vorjahr lieferte Max in Arco eine Top-Leistung ab, „dieser Wettkampf ist ganz speziell und ich war auch vom Kopf her so frei. So kann es weitergehen beim nächsten Weltcup in Schottland, Edinburgh am 23. und 24. September. In der Jugend war ich dort immer gut, die Wand taugt mir.“

Jessica Pilz holt Rang sieben

Bei den Damen lief es weniger gut für das Team aus Österreich. Die gebürtige Haagerin Jessica Pilz schaffte als einzige KVÖ-Athletin den Einzug in das Finale, wo sie mit Rang sieben ihre Erwartungen nicht erfüllte. Für Jakob Schuberts Schwester Hannah war im Halbfinale Endstation. Den Weltcupsieg sicherte sich die Koreanerin Jain Kim.

Erster Leadweltcup-Sieg für Jain Kim in dieser Saison

Bei den Damen ging der Sieg erstmals in dieser Leadweltcup-Saison nicht an die Slowenin Janja Garnbret. Eine anspruchsvolle Boulderstelle in der Finalroute warf einige Athletinnen aus dem Rennen. Auch Janja Garnbret rutschte die Hand hier von einer Leiste und sie fiel überraschend auf Platz drei zurück. Gold ging an die Koreanerin Jain Kim, die die Passage fehlerfrei kletterte, dann aber bei Zug 39 die maximale Zeit von sechs Minuten erreichte und von der Jury herunter gerufen wurde. Silber holte die junge Schweizerin Anne-Sophie Koller. Für sie war es die erste Medaille bei einem Leadweltcup.

Ergebniss von IFSC Climbing Worldcup in Arco 2017


Damen:

1 KIM Jain KOR
2 KOLLER Anne-Sophie SUI
3 GARNBRET Janja SLO

4 CHANOURDIE Julia FRA
5 SHIRAISHI Ashima USA
6 VERHOEVEN Anak BEL
7 PILZ Jessica AUT
8 THOMPSON- SMITH Molly GBR
9 HAFSAAS Tina Johnsen NOR
10 HAYES Margo USA

13 CHOONG Katherine SUI

19 SCHUBERT Hannah AUT

28 FISER Julia AUT

39 RÖCK Magdalena AUT

72 MCKENZIE Sarah AUS
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Herren:

1 SCHUBERT Jakob AUT
2 ONDRA Adam CZE
3 RUDIGIER Max AUT

4 OGATA Yoshiyuki JPN
5 KORENAGA Keiichiro JPN
6 JOANNES Thomas FRA
7 PUMAN Hannes SWE
8 MEGOS Alexander GER
9 BOMBARDI Marcello ITA
10 DESGRANGES Romain FRA

19 HANKE Christoph GER
20 TEKLES Martin GER
21 SKOFIC Domen SLO
22 HALENKE Sebastian GER

35 FIRNENBURG David GER

38 LECHNER Mario AUT
39 GELMANOV Rustam RUS

44 HOJER Jan GER
45 GROSSO Cesar BRA
46 PARMA Georg AUT
47 TAFT – PITTMAN Bobby USA
48 SCHIESTL Matthias AUT
49 HO FOGANHOLO Felipe BRA
50 KRUDER Jernej SLO

85 SUAREZ MUNNE Gustavo Gabriel ARG
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