Roland Hemetzberger klettert 9a, Sachi Amma und Felipe Camarago punkten 9b in Spanien und Jimmy Webb wiederholt Ephyra (8C+)

Roland Hemetzberger befreit sein Projekt in Achleiten

Neben seinem 40 Stunden Job bei einem namhaften Kletterausrüster und einem Studium, bleibt Roland Hemetzberger kaum bis gar keine Zeit zum trainieren. Daher hat Rollo sich auf die zeitlich effektivere Nichttrainieren-Taktik eingelassen, was ihn zu Aussagen wie „i bin überhaupt ned in shape. i bin so schwach“ hinreißen lässt, bevor er eine weitere Erstbegehung im elften UIAA Grad der Kletterszene serviert.

Die neuste Hemetzberger Kreation Delta (8c+/9a) ist widererwartend in Achleiten, wo er schon im letzten Herbst „Kantenphysik`(8c+/9a)  erstbegehen konnte.  Bei Delta muss man von Anfang an gleich mal hart im Grad 8b klettern. An der darauffolgenden Schüttelposition heißt es, Laktat raus, Konzentration an, und dann gehts direkt ordentlich zur Sache. 45 Grad steile Kraftausdauerkletterei und ein weiter Zug in ein enges und zudem schlechtes Zweifingerloch stellt die Einleitung der Crux da. Damit die Kletterei auf den 40 Metern nicht all zu langweilig wird, gibt es neben den obligatorisch schlechten Schultergriffen auch ein paar Ein- und Zweifingerlöcher, die in Achleiten eher rar gesäht sind. Ihr seht, Rollo hat mal wieder alles gegeben, damit das Wiederholerherz auch seine Freude daran hat.

Die Ks.com Redaktion vermutet ja, dass die Bewertungsvorschläge von Rollo genauso zurückhaltend sind, wie seine Selbsteinschätzung zur aktuellen Formkurve. Denn in Achleiten und Umgebung tummeln sich das ganz Jahr mehr 8c/ 9a Aspiranten wie in ganz Franken. So ist es schon erstaunlich, dass bis jetzt noch keine seiner Erstbeghungen wiederholt wurde.

 

Sachi Amma punktet Stoking The Fire (9b)

Sachi Amma machte sich einst einen Namen in der Wettkampfszene und auch am Fels knüppelte der Japaner in guter Manier  alles nieder was bei drei nicht auf den Bäumen war. Doch dann kehrte er dem ganzen den Rücken zu und hörte mit Wettkämpfen auf und auch schwere Routen interessierten ihn nur noch bedingt. Die Auseinandersetzung mit sich selbst war Sachi wichtiger. Doch bald erkannte er, dass zu seinem Selbst eben auch Klettern gehört. Vielleicht nicht mehr unbedingt Wettkampfklettern, aber Klettern an sich auf jeden Fall. Und so ging es für Sachi wieder an den Fels.

Aber auch dabei legte er den Fokus eher auf die Auseinandersetzung mit sich, dem Felsen und der Linie. Eine Art Selbstfindungsprojektieren 2.0 also. Dass dabei dann Routen bis zum Grad 9b heraus kamen, war für Sachi eher Nebensache. So auch bei seiner neuesten Begehung, Stoking the Fire (9b) in Santa Linya. Zwar trainierte Sachi für die Tour mal wieder spezifisch, was er schon sehr lange nicht mehr getan hatte. Dennoch stand natürlich auch hier der Weg und nicht der Umlenker der Route im Mittelpunkt. Nun aber zur Route, die wurde von Chris Sharma erstbegangen und seit dem kamen neben Sachi auch nur Adam Ondra und Jakob Schubert Sturz frei bis zum Topgriff hoch.

 

Felipe Camarago klettert El Bon Combat (9b)

Manchmal hilft es auch den Profis den Kopf einmal frei zu bekommen, um von dem andauernden Druck des bevorstehenden Durchstiegs befreit zu werden. Traurig nur, wenn der Anlass des besagten Mindshifts eine Tragödie wie die von David Lama & Hansjörg Auer ist. In Felipes Fall konnte er kaum noch an den Durchstieg denken und wurde sich bewusst, wie unbedeutend dieser im Vergleich zu den kürzlich geschehenen Ereignissen zu sein schien. Genau diese Einstellung verhalf Felipe letztendlich zum Durchstieg von El Bon Combat (9b), einer von Chris Sharma als 9b/+ eröffnete Tour.

Die Route hatte vor Felipes Begehung bereits eine Wiederholung von Jakob Schubert gesehen, welcher den Grad 9a+ /9b vorschlug. Nun scheint sich der Grad bei 9b eingependelt zu haben.

Des weiteren konnten in den letzten Tagen und Wochen 

  • Matteo Menardi die Route Thunder Ribes (9a) in Arco abhaken
  • Mathieu Pauwels konnte mit Era Vella (9a) in Margalef seinen zweiten Elfer klippen
  • Alex Waterhouse der 8 Meter kurzen Boulderroute The Fly (9a) eine Wiederholung aufbrummen
  • der 17 jährige Nico Ferlitsch Intermezzo XY (9a) abhaken
  • Jonathan Siegrist konnte sein 40 Meter Projekt All You Can Eat (9a+) erstbegehen

 

Lucien Martinez klettert Three Degrees of Separation (9a/+)

Anderes Land, andere Route, ähnlicher Grad selber Erstbegeher. Und das zeigt einmal mehr was Chris Sharma in den letzten Jahren für die Kletterszene und zugegebenermaßen auch für seine persönliche Tickliste alles geklettert ist. Hätte man nicht solche Visionäre wie ihn, würde es viele Leistungen aktuell einfach nicht geben.

Three Degrees of Seperation (9a+) ist neben Es Pontas die wohl bekannteste Linie, die Chris Sharma je erstbegangen hat. Kein Wunder, denn die Tour ist in ihrem Style durchaus einzigartig. So klettert man bei Three Degrees… nicht einfach „nur“ eine überhängende Wand an sau kleinen Griffen hoch. Nein, die Tour zeichnet sich durch drei gigantische Dynos mitten in der Wand aus. Mittlerweile hat die Tour auch schon so etwas wie einen Legendenstatus, denn obwohl die Tour so bekannt ist, schon seit 2007 besteht und in dem weltbekannten Gebiet Ceuse steht, hat sie bis jetzt kaum Begehungen. Und mit kaum Begehungen meinen wir drei! Erst kürzlich konnte sich Lucien Martinez eine dieser seltenen Begehungen der sagenumwobenen Tour abholen und reiht sich somit in die Begeherliste nach Chris Sharma und Adam Ondra ein. Eine einfache Aufgabe war das bestimmt nicht, denn schon viele haben die Route probiert. So bissen sich Dyno-Meister wie Jan Hojer und Jernej Kruder bereits die Zähne an der Tour aus. Und selbst Ondra hatte ganz schön zu kämpfen und betitelte die Tour einst als für ihn unkletterbar, bewies sich dann allerdings selbst das Gegenteil. Wie dem auch sei, mit Three Degrees konnte Lucien nicht nur eine 9a/+ klettern, neinm es gelang ihm auch noch einen Meilenstein der Klettergeschichte zu bezwingen.

 

Isabelle Faus klettert ihren 19ten 8B Boulder

Team USA wütete bis vor kurzem mal wieder im Tessin und wie das so ist wenn Team USA den Fels unsicher macht, ist meist eine gewisse Isabelle Faus auch nicht weit, um das Wasser aus den Leisten zu pressen. Die gute Frau ist mittlerweile alles andere als ein Underdog und hat schon über 100 Boulder 8A und schwerer auf ihrer Tickliste, wobei allein 21 davon im Bereich 8B bis 8B+ liegen. Bei all diesen Zahlen wird einem schnell bewusst, die Dame kann sich festhalten. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass Isabelle auch im Tessin mal wieder eine 8B abräumte. Schließlich gehört das bei ihr ja schon fast zum guten Ton, 8B zu bouldern. Über den Boulder wissen wir nur wenig, da er recht „neu“ ist. Aber laut Isabelle ist er ihr echt schwer gefallen, was schon etwas heißen mag. Und da die Mellow Crew mit am Start ist, sind wir uns sicher, dass es von dem Boulder demnächst ein Video geben wird. Vielleicht ja sogar von dem Sitzstart, der ist unseres Wissens nach nämlich noch Projekt, aber man weiß ja nie, momentan macht ja noch ein gewisser Jimmy Webb das Tessin unsicher.

 

Jimmy Webb klettert Ephyra (8C+)

Wir haben ja schon letzte Woche über Jimmy Webb und seine Begehung von From Dirt grows the Flower (8C) geschrieben. Nun gibt es zu dem Block noch weitere News. Denn Herr Webb konnte nicht nur „From Dirt….“ abhaken, nein, dem Guten war die 8C Begehung wohl nicht genug und so checkte er mal eben noch das offene Projekt an dem Block aus. Das Besagte Projekt startet in „From Dirt…“ und klettert sich dann nach links in „Sissyfuss“ (8A+) hinaus. Die Züge die beide Boulder verbinden heben dabei die Schwierigkeit auf 8C+ an und bestehen aus massiven Schulterzügen. Der Boulder, welcher nun auf den Namen Ephyra (8C+) hört, ist nur eines von vielen alten Boulderprojekten, welches nun langsam wieder von den Starkstromern probiert wurde. Vielleicht bekommen ja nun, da Ephyra geklettert wurde, auch Boulder wie das Alphanemoon-Projekt, von dem schon lange gemunkelt wird, dass es eines der schwersten Projekte überhaupt sei, eine Begehung. Allerdings steigen die Temperaturen im Tessin langsam auf ein Level an, so dass 8C und aufwärts wohl eher unmöglich werden lassen dürfte.

 

Daniel Woods im Königreich der harten Züge

Im Tessin geht es weiterhin ab, denn nicht nur Faus und Jimmy konnten was herknipsen, auch ein gewisser Daniel Woods war durchaus erfolgreich. Vornweg wunderte es uns ja schon ein wenig, dass ein Kaliber wie Daniel den Überklassiker im Val Bavona noch nicht geklettert hatte. Aber wahrscheinlich liegt das daran, dass Herr Woods einfach schon sehr lange nicht mehr im Tessin gewesen ist. Wir reden von Heritage (8B/+), einem Boulder wie er im Buche steht: ca. fünf  Meter hoch, ein perfektes Schild plus Ausstiegsplatte und, laut Woods, die ultimativen Schulterzüge. Und da Daniel schon einmal an Schulterzügen Gefallen gefunden hatte, ging es auch gleich zum nächsten Schultertestpiece Kingdom (8C) weiter.  Bei der aktuellen Verfassung konnte sich Daniel recht schnell die vierte Wiederholung von Kingdom (8C) in Brione in die Tickliste schreiben. Der Boulder teilt sich den Start mit Vecchio Leone (8B) und besteht hauptsächlich aus vier schweren und recht schulterlastigen Zügen. Daniel schließt sich bei der Carlo Traversi Kreation eher dem Bewertungsvorschlag von Jimmy Webb mit 8B+, als Carlo’s 8C Vorschlag an.

 

Ein Wochenende mit Christof Rauch

Christof Rauch hatte mal wieder eines seiner typischen Wochenenden und konnte neben den Bouldern Slingshot 8B und Pushed Aside 8B auch noch Graceland 8B+ klettern. Graceland stellte dabei ein größeres Hindernis für Rauchi da. Denn diesen Boulder musste er ganze vier Sessions lang probieren, bis dann der Durchstieg klappte. Schuld daran war eine Priese Pech und die Tatsache, dass einer der Züge aus einem brutalen Schulterzug besteht. Und da der eigentlich noch recht junge Herr Rauch bereits in seinem zarten Alter immer wieder von Schulterschmerzen heimgesucht wird, musste er in der ein oder anderen Session wohl oder übel etwas piano machen. Aber wie dem auch sei, am Ende hat es ja geklappt, und jetzt kann Chris seiner Schulter erst einmal die nötige Ruhe gönnen.

 

Frances Bensley klettert Keen Roof (8B)

Wir müssen zugeben, der Name Frances Bensley war auch uns neu. Vielleicht liegt es daran, dass die gute Frau erst letztes Jahr ihre ersten 8A und 8B Boulder klettern konnte (wobei 8B uns schon aufgefallen sein sollte) oder daran, dass die Britische Kletterszene einfach viel zu groß ist, um jeden Silent-Crusher beim Namen zu kennen. Wie dem auch sei, nun hat die 27 jährige eben doch unser Aufsehen erregt und zwar mit einer Begehung von Keen Roof (8B). Erwähnenswert finden wir, dass die Dame bis Anfang des Jahren nie wirklich strukturiert trainiert hat und das trotz 20 Jahren Klettererfahrung. Da kann man nur gespannt sein, wie das Training weiter anschlägt und was da sonst noch so kommt. Bis jetzt scheint es ja schon einmal gut funktioniert zu haben.

 

 

 

 

Keine Hoffnung mehr Für David Lama und Hansjörg Auer

David Lama, Hansjörg Auer sowie der bekannte US-Alpinist Jess Roskelly wurden am Mittwoch in Kanada von einer Lawine verschüttet. Die kanadischen Behörden gehen davon aus, dass alle drei Sportler verstorben sind. 
Nach einem Lawinenunglück im Banff-Nationalpark in Kanada bangt die Kletterszene um die beiden Tiroler David Lama und Hansjörg Auer sowie um den bekannten US-Sportler Jess Roskelley. Doch die Hoffnung, die drei noch lebend zu finden, sinkt von Stunde zu Stunde.
Nun bestätigten auch die kanadischen Behörden den Lawinenabgang. In einer offiziellen Aussendung heißt es: „Die Sicherheitsexperten von Parks Canada haben sofort auf dem Luftweg reagiert und Anzeichen von mehreren Lawinen und Schutt mit Kletterausrüstung beobachtet.“ Basierend auf der Beurteilung der Szene gehe Parks Canada davon aus, dass alle drei Mitglieder der Gruppe verstorben sind. Parks Canada spricht den Familien und Freunden  der Bergsteiger sein aufrichtiges Beileid aus. …weiterlesen

 

Neues Outdoor Testival im Münchner Süden

Am 22. und 23. Juni 2019 lädt das erste Bergzeit Outdoor Testival Tegernsee Naturverliebte jeden Alters von früh bis spät in den Süden Münchens ein.

Die Alpenregion Tegernsee Schliersee – als Ferienregion und Naherholungsraum – zieht Bergsteiger, Mountainbiker und Wassersportler gleichermaßen an. Entsprechend vielseitig liest sich das Event-Programm, das für Bergfexe und Outdoor-Enthusiasten zusammengestellt wird: Mit Produkttests, Aktivitätsangeboten und Workshops in den Themenbereichen Mountain, Bike, Water und Outdoor Fun haben die Teilnehmer unter fachlicher Anleitung ein Wochenende lang die Gelegenheit, sich ein perfektes, individuelles Outdoor-Erlebnis zusammenzustellen.

Testen und Fragen, was das Herz begehrt – das erste Bergzeit Outdoor Testival Tegernsee setzt sich zum Ziel, für alle da zu sein. Vergünstigte Bahntickets ab München garantieren eine staufreie, bequeme Anreise ins Basecamp der Veranstaltung, dem Freizeitzentrum Oedberg in Gmund.

 

Das Kletterfestival Frankenjura findet 2019 wieder statt!

Logo_Petzl_Kletterfestival_ergebnisSteigen wir gleich mal mit einem Highlight ein: Chris Sharma kommt für einen Vortrag nach Franken! Das ganze Programm vom Petzl Kletterfestival Frankenjura 2019 findet ihr unter: https://climbingfestival.de/programm

Fast das gesamte Rahmenprogramm des Kletterfestivals Frankenjura spielt sich im Naturbad in Königstein ab. Hier finden die Vorträge statt, von hier startet ihr zu euren Workshops am Fels. Hier könnt ihr Essen, trinken, duschen, baden, übernachten und so weiter und so fort. Eine Ausnahme gibt es aber: Um wetterunabhängig zu sein, findet der Hauptabend am Freitag – der Vortrag von Fabian Buhl und Chris Sharma – in Auerbach in der Helmut-Ott-Halle statt. Der Vortragsabend in Auerbach ist auch die einzige Veranstaltung, die wir separat mit 10€ bepreisen. Alle übrigen Veranstaltungen sind im Unkostenbeitrag von 5€ pro Person pro Tag enthalten.

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