Rebranding – IFSC ist jetzt WORLD CLIMBING
Der Internationale Sportkletterverband, den wir bisher unter dem Kürzel IFSC kannten, heißt jetzt WORLD CLIMBING. Das Rebranding, welches die wachsende globale Community und die Verbindung zu jüngeren Zielgruppen unterstreichen soll, sorgt jedoch im Netz bereits nach kurzer Zeit für Kontroversen.
Ein kleiner „Globus“ aus bunten Klettergriffen sorgt in der Kletterwelt derzeit für Aufsehen. Marco Scolaris, Präsident von World Climbing, verkündet in der offiziellen Bekanntmachung zum Rebranding auf der Website des Internationalen Sportkletterverbands:
Seit Klettern 2007 olympisch und paralympisch wurde, hat sich unsere Gemeinschaft rasant weiterentwickelt. Diese Umwandlung in World Climbing ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg. Sie spiegelt unsere Herkunft wider und blickt gleichzeitig in die Zukunft. Diese neue Marke repräsentiert alle Bereiche unseres Sports, von den Athlet*innen über die nationalen Verbände bis hin zu globaler Zusammenarbeit und mehr.

Da Klettern in der breiten Gesellschaft, insbesondere bei jüngeren, digital vernetzten Zielgruppen, immer beliebter würde, ziele die neue visuelle Identität darauf ab, die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit des Sports weltweit zu stärken. Die modernisierte Marke von World Climbing solle neue Teilnehmer*innen mit der Geschichte, Kultur und den Werten des Sports verbinden und gleichzeitig einen einheitlicheren Auftritt bei Veranstaltungen und auf digitalen Plattformen ermöglichen.
Im Zentrum des Rebrandings steht ein – so World Climbing – unverwechselbares neues Logo: eine Welt aus Klettergriffen, deren verschlungene Routen die weltweite Kletterszene symbolisieren sollen. Jede Farbe der neuen Farbpalette soll eine der drei Disziplinen repräsentieren – Lead, Bouldern und Speedklettern – und mit einer Schriftart harmonieren, die in ausgewählten Grafiken einen aufsteigenden Eindruck erweckt.

Doch bei eben diesen, jüngeren, digital vernetzten Zielgruppen sorgt primär dieses Logo für Diskussionen. Die Kommentare auf Reddit oder Instagram reichen von „zu verspielt“ über „Nicht mal die Platzierung der T-Nuts macht Sinn“ bis hin zu der wiederholten Vermutung, die neue Schrift- und Bildmarke seien komplett KI-generiert.
Tatsächlich ist der Bruch vom seriösen grafischen Auftritt als Weltverband einer Sportart, hin zur spielerisch wirkenden Klettersportcommunity, die bunte Klettergriffformen zu einer Kugel vereint und ihre Schriftmarke ab und an der allgemeinen Bewegungsrichtung dieses Sports folgen lässt auffällig.
Fast 19 Jahre nach der Gründung des Verbandes 2007 in Frankfurt am Main aus 57 Mitgliedsverbänden, der als Nachfolgeorganisation des Internationalen Wettkampfkletterverbandes (ICCC ) entstand, geht man nun also neue Wege in Sachen Unternehmens-Identität. Die zugrunde liegende Unternehmensphilosophie:
Wir bringen die Welt zum Klettern
Der Übergang zum Namen World Climbing wurde im Oktober 2023 von den Nationalverbänden formell genehmigt und in die Statuten des Verbandes aufgenommen. Anschließend begannen die Arbeiten zur Entwicklung der neuen Identität.
Im Laufe der Saison 2026 soll die visuelle Identität eingeführt werden, beginnend mit dem Start der neuen World Climbing Series, die den IFSC World Cup ablösen wird. Die fünf Kontinentalverbände des Verbandes – World Climbing Africa, World Climbing Asia, World Climbing Europe, World Climbing Oceania und World Climbing Pan America – sollen dann die aktualisierte Identität im Zuge der globalen Implementierung übernehmen. Begleitet werden soll die Einführung von einer schrittweisen digitalen Umstellung, die neue Grafiken für Fernsehübertragungen, Event-Branding und Online-Plattformen umfasst, um den Klettersport für ein weltweites Publikum erlebbar zu machen.
Verbandspräsident Scolaris schließt die Veröffentlichung der Markenneuausrichtung mit den Worten:
Wir setzen die Griffe an der Wand des Lebens und bauen die Routen, die wir gemeinsam in die Zukunft klettern werden. Höher, stärker, schneller – gemeinsam.