Pietro Vidi und Alessandro Larcher klettern Joy Division (8b/ 20Sl) in Val di Mello
Die italienischen Kletterer Pietro Vidi und Alessandro Larcher haben erfolgreich die 20 Seillängen bis zum Schwierigkeitsgrad 8b der Joy Division (8b/ 800m) an der Qualido-Wand in Val di Mello gemeistert – nach vier spannenden Tagen in der Wand und einer unfreiwilligen Schlechtwetter-Pause.

Was Länge, Stil und Schwierigkeit angeht, steht Joy Division den Routen am El Capitan in nichts nach. Die Kombination aus drei bestehenden Linien wurde 2004 durch die lokale Kletterlegende Simone Pedeferri zum ersten Mal geklettert – jedoch in mehreren Etappen an verschiedenen Tagen. In den letzten 20 Jahren haben sich einige Kletter*innen daran versucht. Nur von James Pearson, Babsi Zangerl und Jacopo Larcher und kürzlich ( August 2025) von Jonas Schild sind durchgehende Begehungen bekannt.
Pietro und Alessandro hatten schon lange den Wunsch, gemeinsam eine lange Mehrseillängenroute zu klettern. Im September fanden sie endlich eine Lücke in ihren vollgepackten Terminkalendern. Nachdem Alessandro im Juli sein Studium abgeschlossen hatte, widmete er den Sommer voll dem Training und alpinen Routen. Als Pietro dann fragte, ob er mit ihm Joy Division versuchen wolle, konnte Alessandro nicht widerstehen.
Diese Route ist alles, was man sich wünschen kann: hart, lang und extrem fordernd.
Alessandro Larcher
Es war eine wahnsinnige Erfahrung! Wir verbrachten vier Tage in der Wand, zwei davon im Regen, während wir versuchten, so viele nasse Seillängen wie möglich zu klettern und auf die Sonne warteten. Leider regnete es gleich danach wieder.
Pietro Vidi
Wie in der Apinkletterszene bei einer Teambegehung üblich, sind beide die anspruchsvollen Passagen im Grad 8b sowie 8a sturzfrei vorgestiegen. Bei den leichteren Seillängen im 6. und 7. Franzosengrad wechselten sie sich aus zeitlichen Gründen ab. Hier versteht sich, dass das Seil auch im Nachstieg nicht belastet (Pause/Sturz) wurde. Die erste 8b Seillänge (Einstieg) von Joy Division gingen sie ganz zum Schluss an, nachdem sie die restliche Route geklettert und abgeseilt waren.
Wir haben die gesamte Route ohne vorherige Begehung der Längen geklettert. Ausnahme war die erste Seillänge, die wir aufgrund der Hitze und des engen Zeitrahmens bis zum Schluss aufgespart hatten.
Pietro Vidi


