Mathéo Jacquemoud Drei Rekorde, ein Frühling voller Vollgas-Alpinismus
12. Mai 2026 in News
- Alpin
Mit drei außergewöhnlichen Projekten prägte Mathéo Jacquemoud im Frühjahr 2026 den internationalen Skialpinismus. Der französische Athlet realisierte eine vollständige Alpenüberquerung von Wien nach Nizza in 19 Tagen, stellte gemeinsam mit William Boffelli eine neue Bestzeit auf der Haute Route von Chamonix nach Zermatt auf und verbesserte mit Samuel Équy den Speed‑Rekord der Ski‑Rundtour auf den Mont Blanc. Drei Abenteuer, die unterschiedliche Facetten des Skialpinismus vereinen – von Ausdauer über Tempo bis hin zu technischer Präzision.
Wien–Nizza: 2.100 Kilometer Alpen am Stück
19 Tage. 4 Länder. 86.000 Höhenmeter.
Am 7. März 2026 startete Mathéo Jacquemoud in Wien zu einem außergewöhnlichen Projekt: einer vollständigen Alpenüberquerung mit eigener Muskelkraft – ausschließlich auf Ski und per Fahrrad. Ziel war es, eine eigene Linie quer durch die Alpen zu finden und das mit möglichst hohem Tempo.Nach 19 Tagen und 20 Etappen erreichte Jacquemoud am 26. März die Strandpromenade von Nizza. In dieser Zeit durchquerte er neun Gebirgsgruppen in Österreich, Italien, der Schweiz und Frankreich, legte über 2.100 Kilometer zurück und bewältigte insgesamt 86.000 Höhenmeter, was nahezu zehn Everest-Besteigungen entspricht.
Die Alpenüberquerung war nicht nur ein sportliches, sondern auch ein menschliches Gemeinschaftsprojekt. Jacquemoud wurde abschnittsweise von zahlreichen Freund:innen, Spitzenathlet:innen und Bergführer:innen begleitet, darunter Quentin „Champi“ Champagnac (logistische Unterstützung), Vivian Bruchez, Pierre‑Idris Mehdi, Noa Barrau, Alex Oberbacher, Clément Parisse, Paul Lenoir, Antoine Socquet sowie weitere Weggefährt:innen. In wechselnden Seilschaften entstanden gemeinsame Gipfelerlebnisse, unter anderem am Großglockner, Piz Palü, Mont Blanc, Gran Paradiso und Dôme des Écrins.
Chamonix–Zermatt: Neuer Referenzwert auf der Haute Route
100 Kilometer in 13:27 Stunden
Nur zehn Tage nach Abschluss der Alpenüberquerung stellte sich Jacquemoud erneut einer legendären Herausforderung: der Skidurchquerung von Chamonix nach Zermatt auf der klassischen Haute Route.
Gemeinsam mit dem italienischen Skibergsteiger William Boffelli startete er am 5. April 2026 um 00:33 Uhr in Chamonix. Das Duo absolvierte die rund 100 Kilometer lange Route mit 8.300 Höhenmetern im Aufstieg und 7.600 Höhenmetern in der Abfahrt in einer Zeit von 13 Stunden und 27 Minuten.
Damit unterboten sie den bisherigen Rekord von Samuel Équy und Benjamin Védrines aus dem Jahr 2023 um 1 Stunde und 27 Minuten. In Zermatt angekommen, beschrieben beide Athleten die Unternehmung als eines ihrer einprägsamsten Erlebnisse im Hochgebirge.
Mont Blanc: Ski-Rundtour in Rekordzeit
14:41:24 Stunden – neuer Bestwert ab Chamonix
Am 25. April 2026 kehrte Mathéo Jacquemoud erneut an den Ausgangspunkt seiner jüngsten Rekorde zurück: die Kirche von Chamonix. Gemeinsam mit Samuel Équy, Teamkollege in der französischen Nationalmannschaft und Weltmeister im Teamwettbewerb 2022, nahm er die Ski-Rundtour auf den Mont Blanc in Angriff.
Trotz schwieriger Bedingungen auf dem Gletscher im Bereich der „Jonction“ und anspruchsvoller Verhältnisse am Berg gelang dem Duo eine außergewöhnliche Leistung: Nach 4 Stunden, 41 Minuten und 24 Sekunden kehrten sie nach Chamonix zurück und verbesserten damit den bisherigen Rekord von William Boffelli aus dem Jahr 2025 um zwei Minuten.
Während des Aufstiegs führte Équy das Tempo an, auf der Abfahrt holte Jacquemoud auf und spielte seine technische Klasse aus. Der Erfolg war das Ergebnis präziser Risikoabwägung, exzellenter Kondition und perfekter Zusammenarbeit – ganz im Geist des modernen Skialpinismus.