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Bergwelten: Manaslu – Berg der Seelen

Bei der Besteigung des Manaslu in Nepal vor rund 28 Jahren erlebte der Südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander den Tod zweier Kollegen hautnah mit. Die einstige Tragödie am achthöchsten Berg der Welt konnte Kammerlander nie richtig verarbeiten. Die Frage, warum er noch lebt und seine Freunde sterben mussten, verfolgt ihn bis heute. Jahre nach dem Unglück beschließt er, sich seinem Schicksalsberg erneut zu stellen.

Unvorhersehbare Ereignisse, schicksalhafter Ausgang 

Bei einer dramatischen Manaslu-Besteigung im Jahr 1991 verlor Hans Kammerlander zwei seiner besten Freunde. Carlo Großrubatscher stürzte aus unerfindlichen Gründen ab, Friedl Mutschlechner wurde – direkt neben Kammerlander – bei einem völlig überraschenden Gewitter vom Blitz erschlagen. Kammerlander selbst überlebte wie durch ein Wunder. „Ich hab mir ursprünglich geschworen, nie mehr auf den Manaslu zurückzukehren, weil es nur alte Wunden aufreißen würde“, erklärt der Extrembergsteiger seine Gefühlslage. Für diese beeindruckende Dokumentation stellt sich der Alpinist allerdings doch noch einmal dem Berg, sowie der Tragödie von 1991. Ziel ist es, den Manaslu gemeinsam mit Kollegen Stephan Keck endlich zu bezwingen und anschließend von dem 8.163 Meter hohen Gipfel mit Skiern auf einer neuen Route abzufahren.

Auf der Suche nach der Ursache für das Ausnahme-Gewitter 

Servus TV Kammerlander

Doch wie kam es zu jenem schicksalhaften Unwetter auf dem Manaslu, das es in dieser Form eigentlich niemals hätte geben dürfen? Antwort auf diese Frage geben die Ereignisse des zweiten Golfkrieges: Nach der gewaltsamen Eroberung Kuwaits durch den Irak ließen eine Vielzahl brennender Ölfelder Ruß-Partikel in die Atmosphäre aufsteigen.  Diese erreichten schlussendlich sogar das Himalaya-Gebirge rund um den Manaslu. Das Resultat waren elektrisch aufgeladene Hochspannungsfelder in genau jenen extremen Höhen, in welchen sich Kammerlander und seine Freunde bewegten. So kam es dazu, dass sich die Gruppe mitten in einem dramatischen Berggewitter wiederfand.

Kammerlander, der Rekord-Alpinist 

Der Südtiroler Hans Kammerlander prägte den Begriff „Speed Bergsteigen“ maßgeblich mit. Weltberühmt wurde er 1996 mit der bis heute schnellsten Besteigung über die Nordroute zum Gipfel des Mount Everest – mit einer Rekordzeit von 16 Stunden und 40 Minuten. Nicht, weil er das Risiko liebt, sondern weil Schnelligkeit für ihn Sicherheit bedeutet. Denn durch die tief-sitzenden Erlebnisse am Manaslu behält er ständig die Gefahr im Hinterkopf. Nicht zuletzt verzichtete er deshalb darauf, einer der ersten zu sein, der alle Achttausender ohne Sauerstoff bestiegen hat.

Sendetermin: Bergwelten: Manaslu – Berg der Seelen, am Mo., 06.01., ab 20:15 Uhr auf ServusTV

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Video-Link: https://youtu.be/XGXEmDAkxVQ

    Text: Thomas Hofer/ Servus TV, Kletterszene

    Foto: Servus TV

  • Beitragsdatum 30. Dezember 2019