Lucka Rakovec und Adam Ondra gewinnen die Lead EM in Edinburgh

Die schottische Hauptstadt war am ersten Oktober-Wochenende erstmals Austragungsort einer Kletter-EM in den Disziplinen Lead und Speed. In der Edinburgh International Climbing Arena kämpften insgesamt 129 AthletInnen aus 20 Nationen um EM-Edelmetall, darunter 13 AthletInnen aus Österreich und drei Athleten aus Deutschland. Sowohl im Speed als auch im Vorstieg gab es bei den Damen als auch bei den Herren durchwegs Favoritensiege.

 

Alexandra Elmer und Lukas Knapp mit Finaleinzug im Speed-Bewerb

Die ersten Medaillenentscheidungen in Edinburgh fielen im Speed-Bewerb und – aus österreichischer Sicht sehr erfreulich – mit Finalbeteiligung der beiden Salzburger Alexandra Elmer und Lukas Knapp. Elmer qualifizierte sich als Sechzehnte des Vorlaufs gerade noch für das Finale, musste sich dann aber im 1/8-Finale der Weltmeisterin und späteren Europameisterin Aleksandra Miroslaw (POL) geschlagen geben. Mit einer Zeit von 08,831 sec sicherte sich Elmer aber den guten 11. Endrang. Ähnlich erging es auch Lukas Knapp. Er qualifizierte sich mit neuer persönlicher Bestzeit (06,364 sec) als Fünfzehnter der Vorrunde für das Finale. Im 1/8-Finale musste sich Knapp dann dem späteren Europameister Deulin (RUS) zwar geschlagen geben, sicherte sich mit Platz 13 aber sein bisher bestes Ergebnis bei einem Großereignis. Nachwuchshoffnung Tobias Plangger verfehlte auf Platz 18 gerade einmal um 14 Hundertstel den Finaleinzug.

 

Mannschaftlich starker Auftakt im Vorstieg mit Talentprobe von Mathias Posch

Im Lead gelang Österreichs EM-Aufgebot ein mannschaftlich starker Auftakt. Angeführt von Jessica Pilz sicherten sich mit Christine Schranz, Julia Fiser und Hannah Schubert alle 4 KVÖ-Damen souverän ein Halbfinalticket. Bei den Herren qualifizierten sich neben Jakob Schubert auch die beiden weiteren Tiroler Mathias Posch und Alfons Dornauer für das EM-Halbfinale. Lediglich Max Rudigier auf Platz 31 und Matthias Schiestl auf Platz 35 scheiterten bereits frühzeitig.

Im Halbfinale, welches Sonntag Vormittag über die Bühne ging, startete Mathias Posch bei den Herren eine furiose Aufholjagd und verbesserte sich von Platz 25 noch auf Platz 12. Für den 20-jährigen Tiroler, der im Vorjahr bei der Junioren-EM im Vorstieg Bronze geholt hat, bedeutet der zwölfte Platz somit sein bisher bestes Ergebnis in der Allgemeinen Klasse. Jakob Schubert und Jessica Pilz ließen im Halbfinale erwartungsgemäß nichts anbrennen und qualifizierten sich auf den Rängen 4 (Schubert) und 7 (Pilz) für das EM-Finale am späten Sonntag Nachmittag.

Alfons Dornauer (Endrang 25), Julia Fiser (Endrang 20), Christine Schranz (Endrang 21) und Hannah Schubert (Endrang 22) konnten sich im Halbfinale platzierungstechnisch nicht mehr verbessern.

 

Schubert hadert im Finale mit „patscherten* Fehler“, Pilz verpasst nach Fehler die Medaille nur um einen Zug

Gerne hätten Österreichs Aushängeschilder Jessica Pilz und Jakob Schubert nach der frühzeitigen Olympia-Qualifikation ihren jeweils letzten Saisonbewerb mit einer EM-Medaille ausklingen lassen wollen. Eine kurze Unkonzentriertheit sorgte jedoch dafür, dass Schubert auf einem Tritt ausrutschte und vorzeitig aus der Finalroute fiel.

„Schade. Die letzten beiden Finale (Anm: Weltcup Kranj und EM Edinburgh) sind leider nicht nach Wunsch verlaufen. Ich hab den Fuß auf einem Tritt schlampig neuplatziert und bin weggerutscht. Ein patscherter Fehler, der mir nicht passieren darf. Ich hätte die Saison gerne besser beendet, aber jetzt kann man eh nichts mehr machen. Das gehört dazu. Insgesamt bin ich aber mit der heurigen Saison sehr zufrieden. Mit 3 WM-Medaillen und der Olympia-Qualifikation habe ich alle Saisonziele erreicht!“

haderte Schubert nach dem Finale ein klein wenig. Den EM-Titel sicherte sich Weltmeister Adam Ondra (CZE) vor Alberto Gines Lopez (ESP) und Sascha Lehmann (SUI).

Auch Jessica Pilz kostete ein vermeidbarer Fehler im Finale die EM-Medaille. Kurz vor dem letzten Übergang konnte Pilz nicht auf Anhieb die optimale Körperposition finden um den Übergang zu meistern. Beim Versuch die Position zu korrigieren, fiel Pilz bei einer Höhe von 42 ins Seil. Mit der erreichten Höhe fehlte Pilz schlussendlich nur ein einziger Zug zur Bronzemedaille. Der EM-Titel ging an die Slowenin Lucka Rakovec (SLO), Silber an Laura Rogora (ITA) und Bronze etwas überraschend an die Französin Luce Douady.

*) patschert: unbeholfen, ungeschick, tollpatschig

Ergebnisse der IFSC European Lead Championships in Edinburgh

Damen:

1 RAKOVEC Lucka SLO
2 ROGORA Laura ITA
3 DOUADY Luce FRA

4 MARKOVIC Mina SLO
5 PILZ Jessica AUT
6 HAFSAAS Tina Johnsen NOR

10 KOLLER Anne-Sophie SUI
11 KRAMPL Mia SLO

14 HULLIGER Michelle SUI
16 CHOONG Katherine SUI

20 FISER Julia AUT
21 SCHRANZ Christine AUT
22 SCHUBERT Hannah AUT
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Herren:

1 ONDRA Adam CZE
2 GINÉS LÓPEZ Alberto ESP
3 LEHMANN Sascha SUI

4 BERGANT Martin SLO
5 MARCUS Nimrod ISR
6 POPE James GBR
7 SCHUBERT Jakob AUT

12 POSCH Mathias AUT

16 FLOHÉ Yannick GER
17 HALENKE Sebastian GER

23 HOJER Jan GER

25 DORNAUER Alfons AUT

31 RUDIGIER Max AUT
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Ergebnisse der IFSC European Speed Championships in Edinburgh

Damen:

1 MIROSLAW Aleksandra POL
2 KRASAVINA Mariia RUS
3 JAUBERT Anouck FRA
4 KALUCKA Aleksandra POL
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Herren:

1 DEULIN Vladislav RUS
2 BOLDYREV Danyil UKR
3 TIMOFEEV Dmitrii RUS
4 KRIZ Jan CZE

22 HOJER Jan GER
23 FLOHÉ Yannick GER
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