Letzter Stopp München! – IFSC Boulder Weltcup

Auch in diesem Jahr findet der letzte Boulder Weltcup der Saison wieder in München statt. 256 Athletinnen und Athleten aus 38 Nationen bouldern hier um die letzten Punkte im Gesamtranking – und genießen die einzigartige Stimmung unter dem geschwungenen Glasdach des Olympiastadions. Am Freitag, den 17. und Samstag, den 18. August findet im Olympiastadion das Finale der Boulder Weltcup-Serie statt.

 „So gefeiert wie hier wird man bei keinem anderen Weltcup“,

sagt Kaderathlet Jan Hojer. Das stimmt: München gilt als inoffizielle Hauptstadt des Bergsports. In keiner anderen deutschen Stadt gibt es mehr Kletteranlagen und Hobbykletterer. Das große Interesse an dieser Sportart merkt man: Letztes Jahr feuerten etwa 5000 Gäste die Teilnehmer an – so viele wie sonst bei keinem anderen Kletterweltcup.

 

DAV-Kader tritt mit einem großen Team an

Gleich neun Damen und 18 Herren schickt der DAV in die Boulderwände. Bei den Herren treten die Superstars der Boulderszene an. Mit dabei: der amtierende Europameister im Bouldern, Jan Hojer. Er liegt derzeit im Gesamtranking als bester Deutscher auf Platz 12. Auch der amtierende Vizeeuropameister Alex Megos steht auf der Meldeliste und ist sicherlich ein heißer Kandidat für das Finale. Mit Alex Averdunk gehört auch ein Münchner zum engeren Kreis der Favoriten für das Halbfinale. Und dann ist da noch Yannick Flohé: Der erst 19-Jährige schaffte es schon beim letzten Boulderweltcup ins Halbfinale und klettert in diesem Jahr seine beste Saison: Unter anderem ist er Deutscher Meister im Bouldern und Speed und frisch gebackener Jugend-Vizeweltmeister im Bouldern. Sein Auftritt wird auch international mit großer Spannung erwartet.

Daneben starten noch viele weitere Top-Boulderer aus dem DAV-Kader:

  • David Firnenburg
  • Ruben Firnenburg
  • Christoph Hanke
  • Moritz Hans
  • Max Kleesattel
  • Kim Marschner
  • Philipp Martin

  • Max Prinz
  • Stefan Schmieg
  • Christoph Schweiger
  • Martin Tekles
  • Simon Unger
  • Stephan Vogt
  • Florian Wientjes

Bei den Damen sticht vor allem ein Name hervor: Alma Bestvater (DAV Weimar). Sie klettert derzeit international ihre beste Saison und schaffte es bereits zwei Mal bei einem Boulder Weltcup ins Finale. Derzeit liegt sie im Gesamtranking als beste Deutsche auf Platz 10. Lilli Kiesgen liegt im Ranking auf Platz 20. Spannend wird auch die Qualifikation von Frederike Fell: Die 17-jährige Starterin für den DAV Freising hat in diesem Jahr bereits die Deutschen Meisterschaften im Olympic Combined und im Speed gewonnen und wurde bei der diesjährigen Boulder Weltmeisterschaft fünfte.

Zudem starten noch für den DAV:

  • Isabell Adolph
  • Lucia Dörffel
  • Afra Hönig

  • Johanna Holfeld
  • Romy Fuchs
  • Hannah Meul

Faktor: Heimvorteil

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir einen oder zwei unserer Athletinnen und Athleten im Finale sehen werden“,

sagt Bundestrainer Urs Stöcker. Der Kader sei zurzeit in einer guten Form, hatte vor dem Boulderweltcup etwas Zeit sich auszuruhen – und dann käme auch noch der Heimvorteil hinzu: „Vor heimischem Publikum, der Familie und Freunden klettern zu können, hat schon manchen Athleten gepusht.“ Das hat sich bereits im letzten Jahr gezeigt: Beim BWC 2017, der gemeinsam mit der Europameisterschaft ausgetragen wurde, holte sich Jan Hojer den EM-Titel und wurde Tagessieger. Alex Megos wurde bei der EM Zweiter.

Und auch die Athletinnen und Athleten des DAV freuen sich auf München. „Man wird viel stärker angefeuert, als bei den anderen Weltcups“, sagt Alma Bestvater, die erst vor wenigen Tagen nach München gezogen ist. Und Lokalmatadorin Romy Fuchs ergänzt: „Das besondere ist, dass der Wettkampf direkt in meiner Heimatstadt ist und dann auch noch in so einer Wahnsinns Location. Das ist einfach ein Mega-Event.“

 

Jakob Schubert führt das österreichische Herrenaufgebot an

Für Jakob Schubert geht es drei Wochen vor der Heim-WM, auf die er seinen Saisonplan ausgerichtet hat meint

Nochmal ein „gutes Feeling für das Wettkampf-Bouldern zu bekommen. Deshalb nehme ich den Bewerb so kurz vor der Heim-WM noch mit. Bislang lief meine Saison im Bouldern sehr zufriedenstellend. Nach drei Halbfinaleinzügen und zwei vierten Plätzen in vier Weltcups weiß ich, dass im Bouldern alles möglich ist. Auch weil ich in Innsbruck in allen Disziplinen starten werde, ist München ein wichtiger Teil meiner Vorbereitung auf das Highlight der Saison!„,

Im Gesamtweltcup liegt der Tiroler auf Rang 13. Von Rang 10 trennen ihn 38 Punkte. Elias Weiler, der beim letzten Boulder Weltcup in Vail (USA) als einziger weiterer Österreicher in dieser Saison ein Boulder Weltcup Halbfinale erreicht hatte, ist auch in München dabei. Alfons Dornauer, Florian Klingler, Georg Parma, Jan-Luca Posch und Matthias Erber gehen ebenfalls an den Start.

 

Jessica Pilz blickt schon auf die Heim-WM

Mit Jessica Pilz, Johanna Färber und Sandra Lettner sind heuer schon drei östereichische Damen in ein Weltcup Finale im Bouldern eingezogen. Während Sandra Lettner aktuell bei der Jugend- und Junioren-WM in Moskau weilt, sind Färber und Pilz in München am Start. Pilz liegt im Gesamtweltcup auf Rang 11, ihr fehlen nur zwei Punkte auf Rang 10. Trotzdem liegt ihr Fokus aktuell auf der WM-Vorbereitung, so die 21-jährige Niederösterreicherin:

 

„Ich nehme den Bewerb mit, weil ich in Innsbruck in allen Disziplinen und damit auch im Bouldern starte. Im Bouldern habe ich weniger Erfahrung, da macht es Sinn, an den Start zu gehen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ich habe mich nicht speziell auf den Boulder Weltcup vorbereitet, weil mein Fokus auf dem Vorstieg und auf der Heim-WM liegt.“

Julia Pinggera, Karoline Sinnhuber, Franziska Sterrer und Berit Schwaiger gehen in München ebenfalls an den Start. KVÖ-Routinier Katharina Saurwein laboriert an einer leichten Rückenverletzung und reist nicht nach München, um den Start bei der Heim-WM nicht zu gefährden.

 

Starke Konkurrenz aus Japan

Seit der Entscheidung des IOC für den Klettersport als olympische Disziplin vor zwei Jahren sind die Leistungen der Athletinnen und Athleten weltweit geradezu explodiert. Dementsprechend hart ist die Konkurrenz. Vor allem das japanische Team dominiert sowohl bei den Damen als auch bei den Herren. Bei den Damen dominieren die nahezu gleichauf liegenden Miho Nonaka und Akiyo Noguchi das Feld mit fast 200 Punkten Vorsprung. Auf Platz drei liegt die Französin Fanny Gibert mit 305 Punkten. Zwar wird das Rennen um den Gesamtsieg zwischen den beiden Japanerinnen entschieden, doch auch einige andere Athletinnen können den beiden den Tagessieg wegschnappen: Stasa Gejo (SRB), Shauna Coxsey (GBR), Janja Garnbret (SLO) oder die Newcomerin Ashima Shiraishia (USA) sind heiße Kandidatinnen auf den Finaleinzug.

Bei den Herren ist das Gesamtranking ähnlich: Jernej Kruder (SLO) und Tomoa Narasaki (JPN) trennen nur vier Punkte. Mit einiger Wahrscheinlichkeit machen die beiden also den Gesamtsieg untereinander aus. Nur wenn sie patzen, kann sich der drittplatzierte Rei Sugimoto (JPN) vielleicht noch ganz nach vorne arbeiten. Beim Kampf um den Tagessieg sieht die Sache freilich auch bei den Männern anders aus: Spitzenboulderer wie Aleksei Rubtsov (RUS), Jongwon Chong (KOR), Jakob Schubert (AUT) oder Sean Bailey aus den USA werden hier ein Wörtchen mitzureden haben.

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