Laura Rogora und Adam Ondra gewinnen den Saisonauftakt in Briançon

Bereits zum 29. Mal fand am vergangenen Wochenende ein Lead-Weltcup in der französischen Kleinstadt Briançon statt. An der eigens errichteten Wettkampfwand forderten die Routenbauer den Athleten einiges an Ausdauer ab. Schon ab den ersten Metern neigte sich die Wand nach vorn und weiter oben folgte eine stark überhängende Dachpassage, bevor mit einem ordentlichen Runout die Ausstiegsplatte mit dem Topgriff wartete. Die Routen waren nicht immer auf Anhieb leicht zu lesen und die Athleten benötigten neben viel Ausdauer auch eine Menge an Kreativität und Technik.

Erster Kletter-Weltcup der Saison, erster Podestplatz für den österreischischen Kader

Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck, TIR) belegt beim Vorstieg-Bewerb in Briançon (FRA) Platz drei. Mathias Posch (ÖAV Hohe Munde) holt das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere, Jessica Pilz (ÖAV Haag, NÖ) hat ebenfalls Grund zur Freude.

Jakob Schubert, nach dem Semifinale auf Platz zwei, musste sich nur Adam Ondra (CZE) und Domen Skofic (SLO) geschlagen geben. Mit 38+ landete er an der dritten Stelle.

„Ein Podium ist immer lässig – und ich habe gesehen, dass ich voll dabei bin. Adam und Domen haben ganz oben die besseren Entscheidungen getroffen, aber es fehlt nicht viel und vielleicht kriege ich ja heuer noch die Chance zur Revanche“,

so der dreifache Weltmeister aus Innsbruck

Mathias Posch, erstmals in einem Weltcupfinale am Start, erreichte Platz sechs. „Es war unbeschreiblich, ich bin noch nie vor so vielen Zuschauern geklettert. Mit der Leistung bin ich zufrieden, ich bin sauber und solide geklettert, hätte mir den 6. Platz nie erwartet. Diesen Weltcup werde ich nie vergessen“, jubelt der 21-jährige Tiroler über das beste Ergebnis seiner jungen Karriere.

Bei den Damen verpasste Jessica Pilz nur hauchdünn das Podium. Mit 41+ fehlte ihr nur ein Griff auf die vor ihr platzierte Französin Fanny Gibert. Der Sieg ging an die Italienerin Laura Rogora, die sich vor Janja Garnbret (SLO) durchsetzen konnte.

„Ich bin zufrieden mit der Leistung, ich konnte auf den drei Routen alles rausholen, was aktuell möglich ist. Dass ich noch nicht in absoluter Top-Form bin, wusste ich bereits. Am wichtigsten war aber, wieder vor einem größeren Publikum zu klettern und die Wettkampfatmosphäre zu erleben“

resümierte Pilz.
Katharina Saurwein Nationaltrainer

Mit der Leistung des Final-Trios ist KVÖ-Coach Katharina Saurwein glücklich:

„Die Leistung von Mathias ist megacool, im ersten Finale gleich so zu überzeugen und Platz sechs zu holen ist großartig. Er hatte leichte Knieprobleme, die Finalroute ist ihm deshalb nicht entgegengekommen. Als er rausgekommen ist und das Publikum gesehen hat, war er noch einmal angespannter. Auf der Route hat er Vollgas gegeben und wurde belohnt.“

„Bei Jessy hätte ich nicht damit gerechnet, dass es schon so gut läuft. Ihr fehlt im Moment noch das Training, sie ist aber super geklettert und hat einmal mehr ihre Erfahrung ausgespielt. Im Finale so weit nach oben zu kommen ist stark und sollte ihr Selbstvertrauen geben. Jakob ist wieder brutal geklettert und hat alles rausgeholt. Ganz oben hat es nicht mehr gereicht, aber man hat gesehen, dass er bei den Allerbesten dabei ist.“

Die Ergebnisse der DAV-Starter

IFSC Lead Weltcup in Briancon 2020:

Neben Alex Megos gingen in Briançon auch Christoph Hanke, Philipp Martin, Yannick Flohè, Jan Hojer und Max Kleesattel an den Start. Max Kleesattel und Jan Hojer schafften mit den Plätzen 35 und 29 wie auch Roxana Wienand, Lucia Döffel und Luisa Flohè nicht den Sprung ins Halbfinale.

Martina Demmler fiel in ihrem ersten Weltcup-Halbfinale (wie auch Hannah Meul) bei einem dynamischen Kreuzzug, bei dem kurz bevor man den zweiten Griff erreichte die Füße kamen und sowie im Fall von Martina und Hannah den Abflug einleitete.

Beide belegten im Halbfinale den 19. Platz. Die benötigte Kletterzeit machte dann den Unterschied und sorgte dafür, dass Hanna mit Platz 21 und Martina mit dem 24. Platz diesen Weltcup beendeten.

Auch bei den Männern wartete im Halbfinale, vor dem klippen der fünften Expresse, ein tückischer Kreuzzug auf die Athleten. Yannick Flohè sowie die Kaderkollegen Chris Hanke und Philipp Martin trafen die Leiste nicht genau genug und belegten die Plätze 24, 23 und 19.

Im Finale hinterließ Alex Megos einen guten Eindruck und wirkte souverän. Bei einem kontrollierten Hepper, bei dem ihm die Füße kamen, verpasste Alex‘ rechter Fuß beim Zurückschwingen den Tritt und er hatte keine Chance den Griff länger zu halten. Dies bedeutete für ihn Platz 5.

…. Macht es Sinn den Athleten zu sagen, dass sie sich an einer leeren Wand wegen der Corona-Vorschriften nicht aufwärmen oder ausklettern können, aber auf der anderen Seite 5000 Zuschauer nebeneinander vor der Wand stehen? Macht es Sinn die Athleten im Isolationsbereich ohne Masken nebeneinander aufwärmen zu lassen, sie dann aber die Masken tragen zu lassen, sobald sie einen Bereich betreten, in dem die Öffentlichkeit sie sehen kann? In meinen Augen waren viele der Einschränkungen und Regeln fragwürdig und haben nicht viel Sinn gemacht. ….

Alles in allem hat dieser Wettbewerb nicht so viel Spaß gemacht, wie ich gehofft hatte. Wenn zukünftige Wettbewerbe so aussehen, bin ich mir nicht sicher, ob ich weitermachen will.

so Alex auf seinem Instagram Account nach dem Wettkasmpf

Ergebnisse des IFSC Lead-Weltcup in Briançon 2020:

Damen:

1 LAURA ROGORA  ITA

2 JANJA GARNBRET SLO

3 FANNY GIBERT FRA

4 JESSICA PILZ AUT

5 VITA LUKAN SLO

6 TJASA KALAN  SLO

7 NINA ARTHAUD FRA

8 GIORGIA TESIO ITA

9 LUCIJA TARKUS SLO
10 JULIA FISER AUT

14 CHRISTINE SCHRANZ  AUT

21 HANNAH MEUL GER

24 MARTINA DEMMEL GER

27 ROXANA WIENAND GER

28 LUCIA DÖRFFEL  GER

31 LUISA FLOHÉ GER

36 EVA MARIA HAMMELMÜLLER AUT

37 MATTEA PÖTZI AUT
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Herren:

1 ADAM ONDRA              CZ

2 DOMEN SKOFIC           SLO

3 JAKOBS CHUBERT      AUT

4 LUKA POTOCAR             FRA

5 ALEXANDER MEGOS    GER     

6 MATHIAS POSCH           AUT

7 MEJDI SCHALCK             FRA

8 NAO MONCHOIS             FRA

9 HUGO PARMENTIER     FRA

19. PHILIPP MARTIN          GER

22. CHRISTOPH HANKE    GER

23. YANNICK FLOHÉ           GER

29. JAN HOJER                      GER

35. MAX KLEESATTEL       GER

37.STEFAN SCHERZ           AUT

41. GEORG PARMA            AUT

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Erstkontakt mit „Bibliographie“ (9c)

Ein Teil des KVÖ-Teams bleibt noch drei Tage in Frankreich, um gemeinsam in Céüse am Fels zu trainieren. Vorbereiten. Vor allem aber möchte Jakob Schubert in die Route „Bibliographie (9c) reinschauen.

„Unser Trip ist zu kurz, um ans Limit zu gehen. So ein Projekt hat eine lange Vorlaufzeit, aber ich möchte mir die Route anschauen, damit ich weiß, was vielleicht auf mich zukommt. Und Alex wird in den nächsten Tagen auch dort sein, um zu filmen, da kann ich mir den einen oder anderen Tipp holen“

so Jakob

Danach geht es zurück nach Innsbruck, wo sich die Athletinnen und Athleten auf die Österreichischen Staatsmeisterschaften (23. bis 26. September)

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