Laura Rogora punktet 9a, Jakob Schubert und Iker Pou klettern 9b und Christof Rauch wiederholt 8C

 

Jakob Schubert klettert Neanderthal (9b)

Ab wann kann man eigentlich von Tradition sprechen? lt. Wikipedia erst, wenn es generationenübergreifend stattfindet. Bei der heutig schnelllebenden Zeit quasi nicht mehr möglich und da die ganze Geschichte eh erst vor sechs Jahren begann, wird’s erst recht schwer, hier schon von Tradition zu sprechen.

Wie aber umschreibt man eine jährlich wiederkehrende Leistung, die immer auf höchsten Niveau statt findet? Alles fing an als, Jakob Schubert seinen damaligen Weltcup Kollegen und Kumpel Magnus Midtboe über die Weihnachtsfeiertage nach Spanien begleitete.  Kaum gelandet war es dann auch schon um den Joggl geschehen und er fügte „jedes“ Jahr zwei spanische Routen im elften Grad oder schwerer seiner Tickliste hinzu. So auch dieses Mal. Denn nachdem er El Bon Combat (9b) kurz vor Weihnachten abhaken konnte, gab es einen kurzen Zwischenstopp bei Familie und Weihnachtsgans, um dann wieder pünktlich zum ausbouldern am Start zu sein. Der Einladung von Chris Sharma folgte er zwar nicht, konzentrierte sich aber auf eine schon bestehende Sharma Linie, die noch keine Wiederholung bekommen hatet und an der sein Kumpel Magnus Midtboe sowie Adam Ondra sich schon die Zähne ausgebissen hatten. Neanderthal (9b) und seine 115 Züge war das Ziel für 2019. Anfangs sah es auch so aus, dass Jakob den Umlenker „planmäßig“ erst im neuen Jahr klippen würde. Doch dann überraschte ihn seine Leistungskurve erneut und nach sechs Tagen Betas suchen und Go’s setzen, gelang ihm der Durchstieg noch vor Silvester.

Fight or Flight (9b)          Dez. 2014

La Planta de Shiva (9b)   Jan. 2016

Joe’s Mama (9a+)             Dez. 2016
Pachamama (9a+)            Jan. 2017
Joe Mama‘ (9a+)               Jan. 2017

Seleccio Anal (9a/+)         Jan. 2017

Stoking the Fire (9b)         Jan. 2018

El Bon Combat (9b)          Dez. 2018
Neanderthal (9b)               Dez. 2018

 

*) Ks.com: Dez. 2015 konnte Jakob im Zillertal eine 9a Erstbegehen, da war dann wohl für Spanien die Luft raus. Aber ansonsten! Respekt, Herr Schubert!!

 

Christof Rauch klettert Der mit dem Fels tanzt (8C)

Da wir gerade dabei sind über die Happy New Year Abräumer des Jahres zuschreiben, kommen wir am Rauchi nicht vorbei. Denn am 27. Dezember wurde mit  der Begehung von Big Kat“ (8B+) selbst Christof Rauch klar, dass die aktuelle Leistungskurve trotz der Gans im Bauch doch recht ordentlich ist. Mit den Begehungen von „Pure Addiction“ (8A+) und „Freak Brothers“ (8A+) zwei Tage später konnte Christof auch gleich noch zwei seiner Nemesis Boulder abholen. Jetzt kommt aber noch das Tüpfelchen auf den Tessintrip. Denn auch der Highball Der mit dem Fels tanzt (8C) von Martin Keller musste kurz darauf daran glauben und steht seitdem in der Rauchischen Tickliste. Vier Boulder in vier Tagen auf diesem Level – Chapeau Herr Rauch!!

Already tried it when I did „Insanity of Grandeur“, back then it felt way to hard to link it from the bottom, this trip it was different and I managed to do it on my third day of the trip. Great problem with sick moves, especially the feet first part and the compression at the end. Syked!“

Es gab noch mehr harte Begehungen, die an sich auch mehr aufmerksam unserseits verdient hätten, aber das gute alte Platzproblem hindert uns daran.

  • Markus „Bocki“ Bock trumpft seit geraumer Zeit immer öfters auf. So konnte er ende Oktober in der Fränkischen eine 5-Star-Linie  The Funeral (8B+) erstbegehen, Sur Le Fil (8B+) und jetzt kürzlich den Boulder Flash Food (8B+) wiederholen.
  • Flo Wientjes hatte am 2 Januar einen mega Tag in Brione. Dank der vorherrschenden Gripbedingungen und des vehementen druck unter den Fingerkuppen von Flo, zwickte er La Brionesque (8A), Marylin Monroe (8A) und Entwash (8A) an einem Tag ab.

 

Laura Rogora punktet ihr dritte 9a

Laura Rogora machte schon 2016 als 14-jähriges Mädels auf sich aufmerksam. Damals wiederholte sie die Route Grandi Gesti (9a) in der Grotta dell’Arenauta und war dabei nicht nur super jung, sondern auch die erst Italienerin, die einen Elfer geklettert ist. Seitdem hat sie weitere Routen in den Graden 8c+ und 9a  wie zum Beispiel Joe Cita (9a) gesammelt und mit dem Ausdauerhammer Sitting Bull (8c+/9a) sogar erstbegangen. Mit den Elfern am Fels kamen auch die Podestplatzierungen bei den Wettkämpfen. Auch wenn Plastik und Felsklettern sich immer weiter voneinander entfernen, ist ist die Performance am Fels durchaus ein Gradmesser für das was aktuell an Leistung bei Welt- und Jugendcups abverlangt wird. Und drei 9a’s im zarten Alter von 17 Jahren … sagen wir so, vor ein paar Jahren hätten sich da noch ein paar Männer am Kletterstammtisch die Bäuche vor lachen gehalten –  Jetzt die Babm*  So ändern sich die Zeiten!

Nun legt Laura mit ihrer Begehung von Esclatamasters (9a) nach. Die Route wurde 2006 von Ramón Julián erstbegangen und über die Jahre von diversen Wiederholern eher im Grad 8c+ eingestuft. Nach einem Griffausbruch ist man sich aber wieder einig, dass der Grad 9a gerechtfertigt ist. Wir sind uns sicher, dass wir in Zukunft noch öfters über Laura Rogora berichten werden und freuen uns schon darauf.

Wir möchten noch kurz erwähnen, dass die 13-jährige Alex Totkova mit der Begehung von Goofy (8c) das Kletterjahr 2019 recht erfolgreich angestimmt hat.

*)Auf Hochdeutsch Mund

 

Iker Pou trumpft mit neuer 9b

Die Pou Brüder kennen wahrscheinlich nicht mehr alle und denjenigen möchten wir die beiden kurz vorstellen. Eneko und Iker waren ab dem Jahrhundertwechsel neben Dani Andrada die Vorzeige Maquinas der spanischen Kletterszene. So konnte sich Iker die dritte Begehung von Action Directe (9a) so wie weitere neun Routen im Grad 9a und 9a+, zu einer Zeit wo dieser Grad gerade einmal von einer Handvoll Kletterern geklippt wurde, klettern. Der ältere von den beiden, Eneko, war eher im Gebirge unterwegs und somit nicht ganz so häufig in den Medien. Dies änderte sich aber mit den gemeinsamen Wiederholungen von Nose (8b), Zaphir (8b+) oder der Erstbegehung Orbayu (8c+/ 9a ) 510m, sowie der 7 Wände-7-Kontinente-Tour bei der sieben der schwierigsten Routen auf den sieben Kontinenten bestiegen werden. Die Jahre vergehen, die Ticklisten füllen sich und ehe man sich versieht steht da eine 4 vor der 1 im Alter. Dies muss, bis auf eventuell mehr Ruhetage zwischen den Versuchen, aber auch nichts groß bedeuten und sollte keinen davon abhalten, seine Träume zu erfüllen. Bester Beweis ist Iker und seine neuste Erstbegehung Artaburu (9b)! 

2012 hang Iker Pou das erste Mal in dem leicht abschüssigen Dach und benötigte alleine fürs Einbohren der Linie schon drei Tage. Um die einzelnen Sequenzen, die sich hauptsächlich an Ein- und Zweifingerlöcher abspielen, annähernd Klettern zu können, benötigte er deutlich mehr Zeit. Erst im Herbst 2018 gelangen ihm die ersten Versuche, wo er „nur“ noch zwei Abflüge pro Versuch hatte. Keine Angst, Iker hat sich nicht sechs Jahre am Stück in die Höhle eingesperrt, sondern mit seinem Bruder diverse Alpine Begehungen im Grad 8b organisiert. Wenn er aber daheim war und die Bedingungen gepasst haben, nutzte er die Zeit und hang in dem Dach, um die Fingerlochzüge einzuschleifen. Kurz vor Weihnachten war es dann soweit und Iker konnte den Umlenker seiner persönlich schwersten Linie klippen. Für Artaburu schlägt er persönlich den Grad 9b vor, sagt aber auch, dass die Zukunft und die Wiederholer zeigen werden wie schwer es dann endgültig sei. 

Die letzten Tage gab es noch weitere Begehung im Grad 9a, die wir euch nicht vorenthalten möchten…

  • So konnte Lucas Marques die berühmte Estado Critico (9a) klettern.
  • Der gerade einmal 19 Jahre alte Jakub Konecný die Route Catxasa (9a+) in Santa Linya punkten
  • Jernej Kruder mit Dugi rat (9a+) eine Erstbegehung verbuchen und meint bei Instagram dazu

Year 2018 couldn’t finished better. 3 years project on Vrulja turned into new, probably the hardest route in Croatia. I decided to keep the working name „Dugi rat“ and propose 9a+.
It was a very special moment yesterday in this small climbing area. Area with barley more than 20 routes got so many visitors and almost everybody climbed something hard, no matter the cold breeze. Thanks for making the last day of the year so special

 

 

Das Aus für die Boulder Hall in Burgoberbach steht fest


Für die Anhänger des Vertikalensports im Kreis Ansbach ist erst einmal Schluss. Wegen familiärer Unstimmigkeiten, die am Ende vor Gericht landeten, musste die Boulder Hall in Burgoberbach erst einmal schließen. Wie es weiter geht, das entscheidet aktuell der Insolvenzverwalter. …weiterlesen

 

 

Anna Stöhr mit neuem Sponsor

Mit Anna Stöhr gewinnt Salewa eine Kletterin, die als Publikumsliebling und Weltklasse-Athletin die Kletter- & Boulderszene der Damen über die letzten Jahre international dominierte. Ab Januar 2019 zählt die Innsbruckerin zum SALEWA Athleten Team. Mit ehrgeizigen Projekten am Fels und einer Ausweitung ihrer Perspektiven auf den Klettersport möchte die 30-Jährige an ihre Erfolgsgeschichte anknüpfen. In Zukunft wird sich Anna Stöhr auf den Kletter- und Bouldersport am Fels konzentrieren – sie zieht es an hohe Wände, an spektakuläre alpine Plätze, zu Mehrseillängen-Touren. Die Südtiroler Bergsportmarke freut sich, Annas neuer Ausrüster und langfristiger Begleiter zu sein.

 

My Life On The Line – Vortragsreihe 2019

Lukas Irmler sieht die Welt aus einer besonderen Perspektive! Er verbindet dabei den noch jungen Sport Slacklining mit vielen etablierten, aber teils auch exotischen Sportarten, wie dem Klettern, Höhenbergsteigen, Caving, Eisklettern & Akrobatik. Rund um den Globus treibt es den jungen Freisinger auf der Suche nach immer neuen Herausforderungen. Seine Passion führte Lukas in den letzten zehn Jahren sowohl in Australiens Jungle, als auch ins Herzen Afrikas und sogar auf einen fast 6000m hohen Vulkan in Peru. Aber auch eine Reise unter die Erde hat bleibende Erinnerungen bei Lukas hinterlassen. Begleitet Lukas auf seiner Reise, betrachtet die Welt aus einem neuen Blickwinkel und lasst euch inspirieren mehr an eure Träume zu glauben.

  • Folgende Termine stehen schon fest – Termine

 

Selbstüberschätzung: Bergretter und der Run auf die Berge

Immer mehr Menschen zieht es ins Gebirge, doch nicht jeder ist den Anforderungen der Berge auch gewachsen. Im Notfall wird schon die Bergrettung kommen – so oftmals die Erwartungshaltung. Ein Filmteam begleitet Retter in Bayern und Österreich bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe. Wie kommen sie mit dem Massentourismus zurecht?

Ks.com:  In der Boulder – oder Kletterhalle bekommt man keine Erfahrung für’s Gebirge! 

 

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