Kletter WM 2009 in China [Ergebnisse]

Die erst 16-jährige Österreicherin Johanna Ernst beweist bei ihrem WM-Debüt mentale Größe und sichert sich bei den Kletter-Weltmeisterschaften in China den Weltmeistertitle in der Vorstiegs-Disziplin.

johanna_ernst_chinaAm ersten Finaltag der Kletter-Weltmeisterschaften in China konnten vor allem die Damen des Österreichischen Wettkletterverbandes überzeugende Arbeit an der vertikalen Steilwand leisten.

ÖWK-Damen souverän:
Allen voran klettert das Ausnahmetalent Johanna Ernst bei ihrem WM-Debüt der Konkurrenz auf und davon. Nachdem sie sich in der Halbfinal-Route am weitesten nach oben gekämpft hatte, musste sie sie Finaltour ebenso wie die Koreanerin Kim Jain bis zum Ende durchsteigen. Gesagt- getan!

Mit ihren 16 Jahren kann die Schülerin ihrer unglaublichen Erfolgsgeschichte mit dem Weltmeistertitel noch ein weiteres Kapitel hinzufügen. Nachdem sie aus der vergangenen Saison als jüngste Weltcupsiegerin und Europameisterin hervorgegangen ist, leitet sie nun mit einem Sieg bei der Kletter-WM in China eine neue erfolgsversprechende Vorstiegssaison ein.

Unglaublich auch die Leistung der zweifachen Weltmeisterin Angela Eiter. Noch vor einem Monat stand ein großes Fragezeichen über dem WM-Start von Angy. Nach einer 9-monatigen Wettkampfpause, Operation und langen Therapien kann sich die Tirolerin Runde für Runde steigern und schafft bei ihrem Comeback mit dem 5. Rang eine wahre Sensation.

Mit dem starken 7. Finalplatz von Barbara Bacher und den weiteren Platzierungen von Bettina Schöpf (10. Platz), Christine Schranz (14. Platz), Sabine Bacher (19. Platz), konnten die Vorstiegs-Damen des Österreichischen Wettkletterverbandes bei der Weltmeisterschaft in China dem Ruf Österreichs als Kletternation Nummer 1 alle Ehre machen.

Kilian Fischhuber verpasst erhoffte WM-Medaille:
Nach einer gelungen Vorstellung im Weltcup und einer starken Performance in den WM-Vorrunden war Kilian Fischhuber ein glanzvoller Saison-Abschluss nicht gegönnt. Der Niederösterreicher konnte sich heute (Samstag) bei der Kletterweltmeisterschaft in China im Boulderfinale der Herren nicht durchsetzen und fand sich im Finale der besten Sechs auf dem fünftem Rang wieder. Trotzdem es für den Traum einer WM-Medaille nicht gereicht hat, kann der 25-Jährige auf eine starke Saison zurückblicken.

Als bisher einziger Boulderer konnte Fischhuber heuer seinen vierten Sieg im Gesamtweltcup feiern, und auch bei der Weltmeisterschaft hat Fischhuber in den Vorrunden aufgezeigt und konnte am Ende auch auf dem fünften Rang einige namhafte Boulderer hinter sich lassen. Den Sieg und damit den WM-Titel sicherte sich am heutigen Tag der Russe Alexey Rubtsov.

Der Überraschungssieger, der bisher nur einige TOP-20-Ergebnisse im Weltcup verzeichnen konnte, überkletterte den WM-Favoriten, seinen Landsmann Rustam Gelmanov, sowie den Briten David Barrans, und bewies einmal mehr, dass bei einer Weltmeisterschaft eigene Regeln gelten.

Johanna Ernst: „Der Sieg ist einfach der Hammer. Ich bin überglücklich. Aufgrund der vergangenen Saison habe ich schon mit einem Stockerplatz gerechnet, aber dass ich gleich den WM-Titel hole, dass kann ich einfach noch gar nicht ganz begreifen. Als ich in die Route einstieg, wusste ich, dass ich sie bis zum Ende durchklettern muss, um Weltmeisterin zu werden. Ich habe aber nicht daran gedacht. Ich habe mich einfach auf die Linie konzentriert und mein Bestes gegeben“.

ÖWK-Teamcoach Heiko Wilhelm: „Nachdem es Kilian (Anm. Fischhuber) nicht so gelaufen ist, wie wir es ihm alle gewünscht haben, ist es umso schöner, dass Johanna die erste Medaille bei dieser WM geholt hat. Und, dass diese auch noch in Gold glänzt ist natürlich noch die absolute Draufgabe.

Wie Johanna den Druck gemeistert hat war einfach imponierend. Aber auch Angela muss man zu ihrer unglaublichen Leistung gratulieren ebenso wie Barbara Bacher und den anderen Damen. Vier Damen unter den Top Ten, was will man da mehr?

Zweimetermann Peter Würth von der DAV Sektion Ludwigshafen am Rhein hat beim heutigen Dyno-Contest (High-Jump) bei der WM in China die Goldmedaille nur knapp verpasst. Peter lieferte sich ein heißes Duell mit dem Niederländer Nicky de Leeuw, der die finale Höhe im vierten Versuch meisterte. Der 24-jährige Würth, der einen Versuch zuvor den zu erreichenden Griff ganz knapp nicht halten konnte, verfehlte auch seinen letzten Versuch – und erreichte somit die Silbermedaille.

Auch Jan Hojer stark :
Auch Jan Hojer (Frankfurt) war lange in diesem Side-Event der WM mit dabei, doch dann musste er wie viele andere Starter die Segel streichen. Leeuw und Würth lieferten sich noch über mehreren Höhen ein spannendes Duell, bevor sich der Niederländer am Ende durchsetzte.

Darum geht´s beim Dyno-Contest :
Beim High-Jump geht es darum, von zwei festen Startgriffen und Fußtritten einen Griff per Sprung zu erreichen und mit beiden Händen festzuhalten. Jeder Starter hat für eine Höhe zwei Versuche, der Griff wird nach jeder Runde etwas weiter nach oben geschraubt.

Ergebnis: Lead Damen
1. Ernst, Johanna AUT Top
2. Kim, Jain KOR Top
3. Vidmar, Maja SLO 35-
4. Kobayashi, Yuka JPN 34+
5. Eiter, Angela AUT 33-
6. Ciavaldini, Caroline FRA 32
7. Bacher, Barbara AUT 30+
8. Noguchi, Akiyo JPN 30
9. Bibik, Olga RUS
10. Schöpf, Bettina AUT
11. Wurm, Juliane GER
12. Eyer, Alexandra SUI
13. Chereshneva, Yana RUS
14. Schranz, Christine AUT

Ergebnis: Bouldern Herren
1. Rubtsov, Alexey RUS 4t5 4b4
2. Gelmanov, Rustam RUS 4t6 4b4
3. Barrans, David GBR 4t8 4b6
4. Glairon Mondet, Guillaume FRA 4b5 4t9
5. Fischhuber, Kilian AUT 3t4 4b5
6. McColl, Sean CAN 3t4 4b5
7. Kozlov, Victor RUS
8. Moroni, Gabriele ITA
9. Lachat, Cédric SUI
10. Core, Christian ITA
11. Gaidioz, Loïc FRA
12. Pouvreau, Gérome FRA
13. Jongeneelen, Wouter NED
14. Baumann, Jonas GER
15. Macias Matutano, Bruno ESP
16. Rakhmetov, Salavat RUS

Quelle: Bergleben.de und Wettkampfklettern.at

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