Kim Marschner, Nomura Shinichiro und Manu Cornu bouldern 8C/+, Katherine Choong punktet 8c+ und Adam Ondra zeigt euch ein mögliches 9c Projekt in Margalef

Katherine Choong punktet 8c+ in Saint-Léger

Die sehr versierte Schweizer Kletterin Katherine Choong konnte sich gerade ihr aktuelles Projekt La Ligne Claire (8c+) in St-Léger abholen.

Nach einer nicht zufrieden stellenden Leistung bei den Europameisterschaften letzten Herbst, musste Katherine Choong ihre Batterien am Fels wieder aufladen. Sie sah ein Video von Nolwenn Berthier, die La Ligne Claire (8c+) in St-Léger kletterte und beschloss nach Frankreich zu fahren, um an dieser Linie zu arbeiten.

Meine Form und Moral waren auf dem Tiefpunkt, ich fühlte mich körperlich und geistig völlig erschöpft. Da ich dachte eh keine Chance zu haben, stürzte ich mich ohne jegliche Erwartungen dieses Projekt. Im Laufe der Tage kamen aber Form und vor allem die Motivation zurück, und die Fortschritten in der Routen wurden immer größer.

La Ligne Claire beginnt mit einer Boulderstellen bei der Katherine am Anfang Etats Probleme hatte, bis sie für sich die Richtige Beta gefunden hatte um dann von einer fiesen Clipposition am 3. Haken überrascht zu werden. Die anschließenden Ruheposition ist für die darauffolgenden Traverse, bei der man ordentlich Federn lassen kann, noch einmal wichtig. Denn bevor man den Umlenker klippen kann, wartet im letzten drittel nochmal eine Crux mit recht kleine Leisten die noch einmal über Sieg oder Niederlage entscheiden können.

Ich habe viel (zu viel) rumprobiert, angesichts meines schlechten Trainingszustands zum Saisonbeginn und des nicht immer freundlichen Wetters bzw. der zu heißen Februartage (wir finden wie immer gerne Ausreden ). Ich habe es so sehr genossen, hier in St-Leger zu sein, die Gefühle wieder zu spüren, das Vertrauen in meine Fähigkeiten wieder zu erlangen und wieder in den „Kampfmodus“ zu kommen, dass ich von Anfang bis Ende Spaß hatte.

schreibt sie auf ihrem Instagram Account

Nach mehr als 28 Tagen harret Arbeit war die Route in erreichbare Nähe gerückt. Leider stürzt Katherine dreimal kurz nach den besagten Leisten direkt am Umlenker. Schließlich gelang der Schweizerin an diesem Wochenende der perfekte Go, von La Ligne Claire und konnte sich damit nach Florence Pinet und Nolwenn Berthier die dritte weibliche Begehung dieser 8c+ abzuholen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=FPzu2moAYkk

Nomura Shinichiro klettert Vanitas (8C)

Der 24-jährige Japaner Nomura Shinichiro ist ein absolutes Trainingsmonster und Freund des effizienten Kletterns. Mit seinen Begehungen von Orochi (8C) und Ginga (8B+) innerhalb von 90 Minuten, sowie der Tatsache, dass er vor knapp zwei Jahren vier Boulder (3x 8B+, 1x 8C) an einem Tag weg gezwickt hat, macht er auch in der letzten Ecke der Boulderszene auf sich aufmerksam. Aktuell kümmert sich der Gute in seiner Trainingspause um drei Projekte, wovon er eines schwerer als 8C ansetzen würde. Mit der Begehung von Vanitas (8C), für die er gerade einmal 2 Sessions benötigte, bestätigte Nomura erneut seine stabile Leistungskurve und wir werden sehen, was er in Zukunft noch so alles wegzwicken wird.

Denn wenn das Reisen kein Problem mehr ist, möchte er sich auch die 8C-Probleme in anderen Länder anschauen. Bis dahin trainiert er einarmige Klimmzüge an einer 6mm Leiste.

Ich konzentriere mich nur auf die Bewegung des ersten Fingergelenks. Meine nächste Herausforderung ist es, einen einarmigen Klimmzug an einer 4mm-Leiste zu machen. Mein langfristiges Ziel ist einen einarmigen Klimmzug mit einem 1mm-Griff zu schaffen.

Kim Marschner wiederholt Roadkill (8C) in Valle Bavona

kim marschner bouldern kletterszene

2017 stieß Shawn Raboutou im Valle Bavona auf die Linie Roadkill (8C). Bis er die Linie aber erstbegehen konnte, dauerte es drei Jahre und erst Anfang 2020 war es soweit. Die unteren Züge von Roadkill erfordern von den WiederholerInnen eine ordentliche Portion Leistenpower und gutes Einfühlungsvermögen für die perfekte Dosierung des Schwunges. Hat man die Crux überwunden, heißt es noch einmal ordentlich die Arschbacken zusammenkneifen. Denn die Ausstiegsplatte generiert ordentlich Flugmeilen und die möchte man sicherlich nicht sammeln. Nach Shawns Erstbegehung und Jimmy Webbs Wiederholung, ist Kim Marschner erst der zweite der genug Kraft und Mumm hatte um den Boulder zu klettern.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=5wr-5gjzGnc

Jorge Díaz-Rullo punktet First Ley (9a+)

Wenn’s läuft, dann läuft’s. Das Jorge Díaz-Rullo Druck unter die Fingerkuppen bekommt ist nichts Neues. Denn auch wenn das Jahr gerade mal dreieinhalb Monate alt ist, haben wir schon häufiger über den Madrilenen geschrieben. Diesmal holte er sich First Ley (9a+) in Margalef ab.

First Ley ist quasi die etwas leichter Ausstiegsvariante zu First Round First Minute (9b) und wurde ebenfalls von Chris Sharma erstbegangen. Jorge’s erfolgreicher Rotpunkt ist die achte Begehung der Route und wenn man ihm so zuhört, wohl nicht die letzte Linie die es ihm im Sektor Laboratori angetan hat.

Manu Cornu wiederholt Le Pilier du Désert assis (8C/+)

Die Nummer 4 im gelben Parkour im Bleau Gebiet Apremont Désert hört auf den Namen Le Pilier Du Désert (7C+), gehört zu den schönsten Linien Fontainebleaus und hat seit Kurzem eine „assis“, sprich Sitzstart-Variante bekommen.

Bei der 7C+ Version startet man noch mit einem Hepper an Loch und Kante, um, wenn die benötigte Kompression aufgebaut wurde, links einen Hook setzen zu können. Zieht dann auf eine auch für Bleau echt miese Sloperleiste um dann an den rettenden Henkel zu ziehen. Bei den darauf folgenden zehn Zügen sollte man dann nicht abtropfen, denn wie jeder erfahrene Bleau-Urlauber weiß, man kommt so schnell nicht mehr soweit wie bei seinem besten Go.

Fred Nicole hatte dann mal dafür gesorgt, dass der Boulder einen anständigen Start (Stehstart) bekommt. Diese zwei Zusatzzüge haben es aber auch in sich und sorgen gleich mal für den Grad 8A+.

Es lockte aber auch noch ein vermeintlicher Sitzstart, der vermutlich die letzten fünf Jahre* schon versucht wurde und kürzlich von einem der anonym bleiben möchte erstbegangen wurde. Auch Manu Cornu reizte es in den Kuppen, die komplette Linie zu klettern. Auf seinem Instagram Account hat er ein Video gepostet, in dem man erahnen kann, wieviel Zeit er alleine in den ersten Zug investiert hat und dann kommen noch drei weitere bis man im Stehstart ist. Unter uns: Leicht sieht anders aus!!!

Und deshalb gehört Le Pilier du Désert assis (8C/+) auch zu den Top 5 Bouldern in Fontainebleau.

  • The Big Island assis (9A)
  • La Révolutionnaire (8C+)
  • Hypothèse assis (8C+)
  • Le Pilier du Désert assis (8C/+)

*) Wir haben Videos aus dem Jahr 2016 angeschaut und da waren die Startgriffe schon weiß.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=jHGyNb4nCJg&t=16s

Klatsch und Tratsch aus der

Kletterszene

Adam Ondra und das 9c Potential Project in Margalef

Wie Adam Ondras in seinem Video zu seiner El Potro (9a) Begehung erwähnte, gibt es daneben ein Chris Sharma Projekt, das Potential für den Grad 9c hat. Sowas kann sich Adam nicht entgehen lassen und schaute nach der 9a Wiederholung gleich mal rein. Das El Toro Salvaje Projekt ist eine Kombination aus drei Routen, startet mit einem 8C Boulder und hört am Umlenker von First Round First Minute (9b) auf. Aber seht selbst!

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=QuYbKXUv1o4&t=12s

Das DAV-Trainerteam bekam Nachwuchs

Der „Funktionstrainer Bildung & Wissenschaft“ ist bereits in vielen olympischen Spitzenverbänden etabliert. Nun beschäftigt auch der DAV seit Anfang des Jahres mit Nico Schlickum einen hauptberuflichen Sportwissenschaftler im Trainerteam. Hier hat Nico Schlickum vor allem eine beratende Funktion für die Bundestrainer und die Bundestrainerinnen.

Durch die Aufnahme des Sportkletterns in den olympischen Kanon habe sich der Leistungssport in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt.

Für die Spiele in Tokyo musste ein neues Wettkampfformat etabliert werden. Für Olympia 2024 in Paris wurde dieses aber schon wieder verändert. Solche sportpolitischen Entscheidungen bedeuten aber viele Herausforderungen für das Training: Das parallele Training von Maximalkraft, Schnellkraft und Kraftausdauer bedarf einer sensiblen Planung und Evaluierung. Bei solchen Herausforderungen versuche ich, die Bundestrainer zukünftig mit aktuellen Forschungserkenntnissen zu unterstützen.

erklärt Schlickum

Wir werden umgezogen

Dass es nur an kletterszene.com liegt bezweifeln wir zwar, aber Dank euch tragen wir auch ein Stückchen dazu bei, dass unser Server-Anbieter in ein neues und vor allem größeres Rechenzentrum umziehen muss. Offiziell dauert der Umzug nur 2 Stunden, aber wer kennt alle diese ungeplant auftretenden IT Problem nicht? Wir wollten euch nur kurz darüber informieren – nicht dass ihr unbegründet in Panik geratet, nur weil wir für ein paar Stunden offline sind.

  • Vom 23.03. auf den 24.03.2021 von 22 – 6 Uhr kann es sein, dass wir die besagten 2 Stunden offline sind.

Natalia Grossman unterschreibt bei BD

Die gebürtige Californierin Natalia Grossman klettert seit ihrem achten Geburtstag. Neun Jahre später zog sie mit dem Plan Profi zu werden, nach Boulder Colorado. In kaum einer anderen Stadt wurden soviel ProfikletterInnen hervorgebracht wie aus diesem „kleinen“ Städtchen nahe Denver. Wir würden sagen, der Plan ging auf!

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=CdlCeglM3KI
  • Credits Text Kletterszene.com
  • Credits Fotos Hugo Vincent ,Sebastian Eiden, KS.com Archiv, Nico Schlickum/ DAV,
  • Beitragsdatum 16. März 2021