Kempten Deutsche Paraclimbing Meisterschaft 2026
04. Mai 2026 in News
- Wettkampf
Die Meisterschaft wurde 2026 zum zweiten Mal in Deutschland ausgetragen – ein wichtiger Schritt für eine junge Sportart, die durch ihre Aufnahme in die Paralympics zunehmend Aufmerksamkeit erfährt. Gemeinsam mit starken Athlet*innen aus den angrenzenden Nationen war die DM in Kempten nicht nur national bedeutsam, sondern auch ein sportliches Highlight für die kontinentale Paraclimbing-Szene.
Starke Stimmung, starke Routen
Bei bestem Frühlingswetter startete die zweite offene Deutsche Meisterschaft im Paraclimbing mit rund 24 Grad, Sonnenschein und einer Portion Vorfreude. Trotz der sommerlichen Temperaturen ließ es sich an der meist im Schatten gelegenen Wand im swoboda alpin hervorragend klettern.
Schon in der Qualifikation zeigte sich die besondere Atmosphäre dieses Wettkampfs: Die Stimmung unter den Starter*innen war außergewöhnlich herzlich, der Zusammenhalt groß. Viele der Teilnehmenden kennen sich seit Jahren – und unterstützen sich gegenseitig, wo sie können. In den blinden Startklassen etwa übernahmen Athletinnen teilweise selbst die Rolle der Guides für ihre Mitstreiter*innen.
Finale mit Sonne und Adrenalin
Die Finalrouten hatten es in sich – genau so, wie man es sich wünscht: technisch fordernd, kräftig, aber immer fair geschraubt. Das Publikum feuerte jede Bewegung an, und spätestens beim letzten Top war klar: Diese DM war mehr als ein Titelrennen. Es war ein starkes Statement für Inklusion und gemeinsamen Wettkampf auf Augenhöhe.
Bundestrainer Christoph Reichert brachte es nach dem Finale auf den Punkt:
Das war eine super Veranstaltung – top organisiert, top Routenbau, und richtig starke Leistungen. Man merkt, dass die Szene wächst. So viele Klassifizierungen wie diesmal hatten wir noch nie. Der Andrang ist groß, das Niveau steigt, und die Abstände zwischen den Besten werden immer kleiner. Jetzt freuen wir uns auf Salt Lake City und Innsbruck – das Team ist heiß auf die Weltcups.
Deutsche Paraclimbing Meister*innen 2026
Herren:
- Korbinian Franck (RP1m, DAV Kampenwand)
- Philipp Hrozek (RP2m, DAV München-Oberland)
- Aldrik Bethke (AU3m, DAV Oldenburg)
Damen:
- Charlotte Faist (RP1w, DAV Ulm/Neu-Ulm)
- Elena Wopkes (RP2w, DAV Erlangen)
- Laura Nesciobelli (RP3w, DAV München-Oberland)
- Carolin Heberle (AU2w, DAV Allgäu-Kempten)
Alle detaillierten Ergebnisse findet ihr unter - DAV Result Kempten
Die Startklassen im Überblick
Damit faire Wettkampfbedingungen entstehen, teilen sogenannte Classifier die Athletinnen anhand des Grades ihrer Einschränkung in passende Startklassen ein. Innerhalb dieser Klassen wird dann direkt miteinander verglichen. Bei weniger als drei Starterinnen werden Klassen, wenn möglich, zusammengelegt.
Der Deutsche Meistertitel wird nur in Klassen vergeben, in denen mindestens zwei deutsche Starter*innen antreten.
Klassifizierungen:
- B – Athlet*innen mit Sehbehinderung
- AL – Athlet*innen mit Beinamputation
- AU – Athlet*innen mit Armamputation
- RP – Athlet*innen mit neurologischer Beeinträchtigung
Eine Zahl hinter dem Kürzel (1–3) beschreibt den Grad der Beeinträchtigung:
Je höher die Zahl, desto geringer ist die Einschränkung.