Johanna Färber und Jakob Schubert gewinnen den Auftakt der Austria Climbing Summer Series

Zwei Bewerbe, zwei österreichische Siege zum Auftakt der Austria Climbing Summer Series 2020 in Innsbruck. Nach Johanna Färber bei den Damen gewann Jakob Schubert bei den Herren den Boulder-Bewerb und damit den ersten Wettkampf seit der Zwangspause.

Johanna Färber, bereits in der Qualifikation auf Rang drei und im Halbfinale Zweite, zeigte im Finale der Top-6 eine fulminante Leistung. Die 22-jährige Grazerin erreichte als einzige Athletin drei von vier Tops

„Ich freue mich unglaublich, es ist richtig emotional. Ich war so nervös und hätte nie gedacht, dass es so aufgeht nach der Corona-Pause. Vor der Qualifikation hatte ich schlaflose Nächte, weil ich so nervös war – heute werde ich besonders gut schlafen!“

Über Platz zwei freute sich mit Eva Hammelmüller eine junge Niederösterreicherin. Die 20-Jährige erreichte zwei Tops (drei Zonen) und schloss einen starken Boulder-Wettkampf (Platz 1 in Quali und Halbfinale) gebührend ab:

„Es hat die letzten beiden Tage richtig Spaß gemacht zu klettern, mir ist fast alles aufgegangen. Ich bin jedenfalls voll happy mit meiner Performance. Es war anfangs etwas ungewohnt, aber ich konnte den Schalter gut umlegen. Morgen nehme ich den Speed-Bewerb mit, am Wochenende gehe ich Felsklettern und dann bin ich ready für Runde zwei!“

Auf Platz drei landete Petra Klingler, die Boulder-Weltmeisterin des Jahres 2016 aus der Schweiz. Wie die Viertplatzierte Jessica Pilz holte sie ein Top (drei Zonen), benötigte aber einen Versuch weniger und schaffte deshalb den Sprung auf das Podium. Pilz hatte vor allem mit den Platten-Bouldern ihre Mühe:

„Meine Leistung war nicht gut, auch weil alle meine Schwächen abgefragt wurden. Wenn man sich beide Tage anschaut, dann heißt es: Platte 3, Jessy 0. Aber bei den Fitness-Bouldern fühle ich mich gut, das lässt mich für nächste Woche hoffen. Da werde ich dann sehen, ob es tagesabhängig war oder ob es wirklich die Form ist.“

Jakob Schubert gewinnt nach Schrecksekunde

Dabei hatte der dreifache Weltmeister erst um die Finalteilnehmen bangen und kämpfen müssen: Im Halbfinale kamen ihm die technischen Boulder nicht entgegen, zudem riss eine Narbe am Knie wieder auf und beeinträchtigte ihn. Erst nach einem Einspruch und einer dadurch anerkannten Zone stieg Schubert als Halbfinal-Zweiter ins Finale der Top-6 auf.

„Für mich war das eine ganz klare Angelegenheit. Ich kannte den Stand und wusste, dass der Bonus für den Aufstieg ins Finale reicht – also habe ich alles daran gesetzt. Für mich war es damit geschafft und dann habe ich gehört, dass die Zone nicht gewertet wurde. Es tut mir leid für Florian, aber die Entscheidung war am Ende richtig“,

so der 29-jährige Tiroler.

Im Finale erreichte Schubert als einziger Athlet zwei Tops und sicherte sich den Sieg: „Von der Platzierung her geht es natürlich nicht besser, aber es war ein hartes Stück Arbeit – und es geht schon auch darum, die Fehler zu erkennen und daran zu arbeiten. Heute wurden meine Schwächen nicht bestraft, im Weltcup wäre das ganz anders.“

Hinter Schubert folgte ein Trio aus Deutschland:

Philipp Martin, Christoph Schweiger und Max Kleesattel belegten die Ränge zwei, drei und vier. Österreichs zweiter Finalteilnehmer, Stephan Rest holte hinter dem Schweizer Sascha Lehmann Platz 6.

Die restlichen Österreicher waren im Semifinale nicht vom Glück verfolgt: Florian Klingler rutschte durch Schuberts erfolgreichen Einspruch auf Rang sieben und verpasste somit das Finale, Nicolai Uznik legte wie Schubert Einspruch wegen einer vermeintlich gesicherten Zone ein und wurde abgewiesen.

Während Florian Klingler die Enttäuschung schnell vergessen konnte, dauerte es bei Uznik länger bis der Ärger über die strittige Jury-Entscheidung verflogen war:

„Ich wusste, dass es zwischen Jakob, Flo und mir sehr eng wird im Kampf um den Finaleinzug, deshalb habe ich beim vierten Boulder ganz bewusst darauf geachtet, dass ich mir den Bonus hole. Wenn man dann mit einem zumindest fragwürdigen Schiesdrichterurteil aus dem Finale rausgekickt wird, bleibt schon ein fader Beigeschmack.“

Ergebnisse der Austria Climbing Summer Serie (B) 2020

Damen:

  1. Johanna Färber
  2. . Eva-Maria Hammelmüller
  3. Petra Klingler (SUI)
  4. Jessica Pilz
  5. Mattea Pötzi
  6. Sandra Lettner
  7. Emilia Warenski
  8. Lucia Dörffel (GER)
  9. Lea Kempf
  10. Laura Stöckler
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Herren:

  1. Jakob Schubert
  2. Philipp Martin (GER)
  3. Christoph Schweiger (GER)
  4. Max Kleesattel (GER)
  5. Sascha Lehmann (SUI)
  6. Stephan Rest
  7. Florian Klingler
  8. Nicolai Uznik
  9. Yannick Flohé (GER)
  10. Stefan Scherz
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Für KVÖ-Coach Kilian Fischhuber richtungsweisende Szenen:

Kletterverband Österreich Kilian Fischhuber Nationaltrainer

„Für den einen oder anderen war es sicher ein Schuss vor den Bug, aber lieber bei der Summer Series als dann beim Weltcup – und das ist auch genau das, worauf wir abzielen. Sie müssen wieder ins Wettkämpfen reinkommen, so gesehen war es gelungen.“

Heute geht im Kletterzentrum Innsbruck noch der erste Speed-Bewerb über die Bühne. Um 11 Uhr startet die Qualifikation der Herren, im Anschluss folgt das Finale.

„Ich bin gespannt, wie müde ich morgen sein werde – aber hoffe schon, dass da noch etwas geht. Die drei Runden und vor allem die Hitze haben mich schon ein bisschen Haut gekostet, ich werde trotzdem versuchen, noch einmal g’scheit Gas zu geben.“

so Jakob Schubert

Weitere Termine Austria Climbing Summer Series 2020

  • 10. Juli – 1. Speed ( Finale im Livestream)
  • 15./16. Juli – Boulderbewerb Innsbruck
  • 17. Juli – 2. Speed
  • August 3. August – 1. Vorstiegsbewerb Imst
  • August 6. August – 2. Vorstiegsbewerb Imst
  • September (TBD) – Staatsmeisterschaften Innsbruck (Boulder, Speed, Vorstieg, Combined)

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