Jimmy Webb, Keenan Takahashi und Giuliano Cammeroni bouldern (8C), Sébastien Bouin klettert La Rage d’Adam (9b/+)

Sébastien Bouin gelingt die Erstbegehung von La Rage d’Adam (9b/+)

In Anbetracht dessen, dass die Olympischen Spiele nächstes Jahr anstehen und diese sehr viel Trainingszeit an Plastikgriffen beanspruchen, bleiben aktuell nicht so viele 9b Aspiranten übrig. Von Erstbegehern ganz zu schweigen! Sébastien Bouin ist gefühlt einer der wenigen, der sich diesem ganzen Road to Tokyo Trend widersetzt und die Wurzeln des Kletterns pflegt.

Denn kaum sank das Quecksilber unter die hochsommerliche No Grip Temperaturgrenze zog es Seb Bouin in die Provence, genauer gesagt 70 km westlich von Nizza in die Verdonschlucht. Das Objekt seiner Begierde war die von Antonin Rhodes eingerichtete aber noch nicht begangene Linie La Rage d’Adam wo Seb sich schon einmal  vor vier Jahren zum ersten Mal versuchte.

Die Schwierigkeit von La Rage d’Adam beschränkt sich im Wesentlichen auf einen 10 Zug Boulder. Der wiederum aber so schwer ist, dass sich selbst ein Herr Ondra die Zähne daran ausbiss und keine kletterbare Lösung fand. Wenn man dies dann so betrachtet sind die vorherigen Klettermeter im Grad 8c und die anschließenden 25 Meter im leichten Zehnergelände wohl eher Auf- bzw. Abwärmprogramm. Im Gegensatz zu Adam lies Seb bei diesem Projekt nicht locker und fuhr die letzten Jahre immer mal wieder in die Schlucht um an der Route zu tüfteln.

Letzten Mittwoch zahlte sich seine Hartnäckigkeit aus und ihm gelang die Erstbegehung von La Rage d’Adam (9b/+). Zu seinem Bewertungsvorschlag meint Seb auf Instagram

… I am quite uncertain about the grade, this route is not so much my style, and I have not so much experience in this grade. It could be hard 9b or 9b/+. I will propose 9b/+, waiting repetitions to confirm or adjust.

 

Jimmy Webb und Giuliano Cammeroni klettern Spray of Light (8C)

Es ist zwar schon spät im Sommer aber die Rocklands Saison ist noch voll im Gange. So konnten Jimmy Webb und Giuliano Cammeroni einmal mehr beweisen wer da untern den Hammer schwingt. Denn beide konnten Spray of Light (8C) ticken. Der Boulder ist eine Verlängerung zu Ray of Light, einem alten Klem Loskot 8B Boulder. Spray of Light addet noch einmal einen 8B Boulder nach der Crux. Im Endeffekt kommt dann ein sehr vielseitiger Boulder dabei raus, der von Fingerlocks, Feet First, Dropknees, einem Dyno bis hin zu Toehooks wohl so gut wie alles abdeckt. Zudem ist uns zu Ohren gekommen, dass Toshi Takeuchi eine Kombination aus Bloody Marry (8B+) und Spray of Light probiert. Das klingt schwer nach einem 8C+ Boulder der mit Jimmy und Giuliano auch gleich zwei Wiederholungsanwärter vor Ort hätte, welche sich in diesen Graden bewegen. Zumindest von Giuliano wissen wir, dass er sich positiv zu der Combi ausgesprochen hat. Wir sind mal gespannt ob die Jungs da dran bleiben und wer sich da wohl die Erstbegehung holt. Toshi Takeuchi ist für dieses Saison erst einmal raus, denn am Dienstagabend ging es zurück in die Heimat.

 

Cameron Hörst punktet Moonshine (9a)

Teilzeit Kletterer und trotzdem 9a zocken!? Naja fast, den Namen Cameron Hörst kennen bestimmt einige. So wurden die Hörst Brüder vor noch nicht allzu langer Zeit noch als Wunderkinder gehandelt und wie es aussieht auch nicht zu unrecht. Cameron der schon des Öfteren schwere Routen zocken konnte, verfolgte bis vor kurzem jedoch noch eine Football Karriere und war dementsprechend nur Halbzeit Kletterer. Nun hat er jedoch den Football-Sport aufgegeben und widmet sich voll und ganz dem Klettern. Was dabei raus kam war dann mit Moonshine auch gleich mal seine erste 9a. Und das nur neun Monate nachdem er seine Football Kariere offiziell beendet hatte. Hut ab dazu! Die Route liegt zwar in den USA, in Wyoming um genau zu sein und dennoch entspricht sie wohl dem Frankenjura Style vom Feinsten. Schön kräftig an kleinen Löchern ziehen steht hier auf dem Programm. Nach zehn Tagen konnte sich dann Cameron auch zum Top dieser Tour kämpfen und hatte somit einen ordentlichen Start in seine Kletter-Karriere. Für alle da draußen die sich jetzt schlecht fühlen darf man natürlich auch nicht vergessen, dass der Bub schon am Seil hing bevor er laufen konnte und somit (Football-Kariere hin oder her) sicherlich noch nie ein durchschnittlicher Weekend-Warrior war. Dennoch beachtliche Leistung und wir sind gespannt wo es jetzt mit dem Kerl hin geht da er sich ja nun voll auf das Klettern konzentrieren will.

 

Keenan Takahashi im „No Expectations“ Mode

Es gehört ja schon fast zum guten Ton vom Profi Boulderer von Welt im Sommer in die Rocklands zu fliegen. Und so war auch Keenan Takahashi diesen Sommer wieder einmal im Land der roten Blöcke. Einen Großteil seines Trips konzentrierte sich Keenan darauf tödliche High-Balls zu bezwingen und erst zu begehen (hier sei vor allem der Boulder Doomsday (7C) genannt). Ein Unterfangen welches in Rocklands durchaus seine Früchte tragen kann, denn gigantisch große Blöcke gibt es hier zu Hauf. Doch weil man ja nicht jeden Tag sein Leben riskieren kann und es ab und zu eben auch Spaß macht einfach nur ein bis zwei Meter über dem Boden schwere Züge zu machen, probierte Mr. Takahashi hier und da eben auch einmal Monkey Wedding (8C). Monkey Wedding zählt mittlerweile zu den Klassikern in dem Gebiet (sofern man bei einem 8C Boulder von Klassikern reden kann) und auch wenn der Boulder schon die ein oder andere Begehung gesehen hat, so sind die Züge doch bis heute nicht leichter geworden. Und dennoch konnte Keenan sich seinen Weg zum Top erkämpfen. Seine Lösung: Ganz simpel, keine Erwartungen und einfach Spaß haben. Den Boulder probierte er einfach nur weil er eben Bock drauf hatte und weniger mit dem Gedanken eines Durchstieges im Kopf. Ob wir das so wirklich glauben sollen wissen wir nicht so genau. Besonders da Monkey Wedding (8C) wohl einen der hautunfreundlichsten Griffe in ganz Rocklands besitzt. Versteht uns nicht falsch der Boulder ist richtig genial aber dieser Seit-Untergriff-Zahn ist eben kein Handschmeichler. Wie den auch sei wir gratulieren Herrn Takahashi zu seiner Last-Minute-Begehung. Denn der Durchstieg gelang ihm wohl erst innerhalb der letzten Tage vom Trip.

 

Allison Vest wiederholt Terminator (8B)

Aus Squamish hört man nicht allzu viel was schwere Begehungen angeht. Das liegt allerdings nicht unbedingt daran, dass es keine schweren Boulder dort gäbe. Wohl eher daran, dass der Style sehr Bedingungsabhängig ist und naja was soll man sagen, gute Bedingungen gibt es in Squamish eher selten. Nun scheint es, als habe Allison Vest aber entweder genau diese Bedingungen eben doch gefunden. Oder die gute Frau steht nun einmal eben deutlich über dem Grad und weiß es selber noch nicht so genau. Wie dem auch sei, Fakt ist zumindest, dass Allison sich eine der wenigen Wiederholungen von Terminator 8B holen konnte. Eigentlich heißt das Teil wahrscheinlich Squaminator und wurde im Führer verwechselt aber wen schert das schon. Der Boulder zeichnet sich durch sehr kräftige Züge in einem 90° Grad Dach aus, nach denen man dann auch noch an der Dachkante bis zum Ausstieg traversieren muss. Die Crux beinhaltet einen ziemlich weiten Zug auf eine Crimp die man im Anschluss dann auch noch ordentlich hernageln muss. Zum Anfang fühlten sich diese Züge für Allison noch unmöglich an, doch am Ende meisterte Frau Vest all diese Hindernisse mit Bravour und kletterte somit zum Top ihrer ersten 8B. Und damit nicht genug, denn durch ihre Begehung von Terminator (8B) kann sich Allison nun auch noch die erste Kanadierin nennen welche einen Boulder in dem Grad klettern konnte.

 

Dave von Allmen begeht Shazam (8A+/B) im Magic Wood

Man könnte meinen, dass das Potenzial für Erstbegehungen im Magic Wood ausgeschöpft ist. Dave von Allmen bewies kürzlich, dass dem nicht so ist. Denn vor wenigen Wochen gelang ihm die Erstbegehung seiner Highball Kreation Shazam (8A+/B).  Da der Ausstiegshenkel so auf in rund zehn Metern Höhe anzutreffen ist, könnte auch der / die ein oder andere potentielle Wiederholer/in das Gefühl von einer Free Solo Begehung bekommen. Same same but different.

 

 

 

 

Profikletterer und ihre Vorbildfunktion

Kürzlich meinte Petra Klingler bei einem Interview in der SAZsport

…Das finde ich sehr schön, aber es liegt jetzt besonders an uns Athleten, eine Vorbildfunktion einzunehmen und uns korrekt zu verhalten. Gerade wenn wir draußen klettern, ist es wichtig, dass wir alle Sicherheitsaspekte einhalten und vor allem auch die Natur respektieren.

Das wir die selbe Meinung vertreten ist stets bekannt. Aus diesem Grund fragen wir uns auch, wie professionell ist ein Athlet, der nur für die Sponsorenzufriedenheit seine Vorbildfunktion und den respektvollen Umgang mit der Natur übern Haufen wirft und ein ungehojerliches Nachtboulderwerbevideo dreht?

 

Verpasst nicht die adidas Rockstar 2019

Am14. September steigt in Stuttgart das alljährliche das adidas ROCKSTARS 2019, ein hochkarätiger Einladungswettbewerb für die besten Boulderer der Welt. Internationale Stars der Boulder-Szene wie Jernej Kruder (SLO), Jongwon Chon (KOR), der Kanadier Sean McColl, Weltmeisterin Petra Klingler (SUI) sowie die  Alma Bestvater messen sich dieses Jahr vor mehr als 3.000 kletterbegeisterten Zuschauern in der Porsche-Arena.  Selbstverständlich werden die Finals im Livestream bei uns übertragen.

 

Livestream Infos – Samstag, 14. September 2019:

  • 20:15 Uhr:          Livestream-Start
  • 20:35 – 23:00 Uhr:     Finale & Superfinale
  • 23:00 – 23:15 Uhr:     Siegerehrung & Ende Livestream

 

Richtiges Expressen Klippen

Egal ob in der Halle oder draußen am Fels, um sicher Vorzusteigen muss man das Klippen der Zwischensicherung beherrschen. Mit der richtigenTechnik spart ihr Zeit, Kraft und eine Menge Nerven. In diesem Video zeigen wir, wie man das Seil im Vorstieg am besten in die Expresse einhängt.

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