Janja Garnbret und Jakob Schubert gewinnen den Auftakt Weltcup in Villars

Im an den Genfer See grenzenden schweizerischen Kanton Waadt befindet sich der Kurort Villars. Auf 1300 Metern Höhe maßen sich  am Wochenende die besten Lead- und Speed-Kletterer der Welt. Besonders im Fokus standen die Lead-Kletterer, weil sie ihren Weltcup-Auftakt 2018 feierten.  Das Finale des Leadweltcups fand leider ohne deutsche Beteiligung statt. Alexander Megos hätte es um ein Haar unter die besten acht geschafft, wurde aber letztendlich auf Rang neun verdrängt. Den Sieg holten der Österreicher Jakob Schubert, sowie Janja Garnbret aus Slowenien.

Schlechte Witterung prägte die Qualifikation

In der Qualifikation am Freitag sorgten Regen und dichter Nebel für sehr schwierige Bedingungen. Jakob Schubert, Max Rudigier und der 21-jährige Niederösterreicher Georg Parma schafften den Halbfinaleinzug. Florian Klingler wurde bei seinem Weltcup-Debüt im Vorstieg 55. Bei den Damen kletterten Jessica Pilz, Hannah Schubert, Julia Fiser und Christine Schranz ins Halbfinale. Letztere feierte nach eineinhalbjähriger Abwesenheit ihr Weltcup-Comeback. Katharina Posch unterlief in der zweiten Qualifikationsroute ein Fehler aufgrund dessen sie zum ersten Mal in ihrer Karriere ein Weltcup Halbfinale im Vorstieg verpasste. Magdalena Röck musste sich wenige Wochen nach einer Fingerverletzung mit Rang 30 zufriedengeben.

Yannick Flohé: Gute Performance in der Qualifikation

Trotz der erschwerten Bedingungen brachte Yannick Flohé in den beiden Qualifikationsrouten sehr gute Leistungen. Nach seinem Sieg beim Europäischen Jugendcup in Uster (Schweiz) vergangenes Wochenende zeigte er sich auf der Weltcupbühne ebenfalls in Topform. Sowohl bei der ersten, als auch bei der zweiten Qualifikationsrouten konnte er gute Höhen erreichen und zog souverän ins Halbfinale ein. Hier fiel er aber bei Zug 21 ins Seil und schaffte es leider nicht in die nächste Runde. Mit Platz 18 kann er aber dennoch zufrieden sein.

 

Max Rudigier toppte die Halbfinalroute als Einziger

Im Halbfinale zeigte Max Rudigier eine fantastische Leistung. Scheinbar mühelos kletterte er zum Top und sicherte sich Zwischenrang 1. Jakob Schubert und Jessica Pilz gaben sich ebenfalls keine Blöße und sicherten sich ihr Finalticket in souveräner Manier auf dem zweiten Zwischenrang. Georg Parma wurde 21. Julia Fiser kletterte auf Rang 15. Hannah Schubert wurde 16. und Christine Schranz beendete das Halbfinale auf Platz 20.

Jakob Schubert macht die 20 Weltcupsiege voll und Max Rudigier bestätigt seine Topform!

Im Finale der Herren warteten einige Passagen, in denen auch der kleinste Fehler bestraft wurde. Jakob Schubert kam als Vorletzter aus der Isolationszone und überkletterte die fraglichen Stellen souverän. Wenige Züge vor dem Umlenker verpasste er um Haaresbreite einen weiten Sprung, der auch schon den Franzosen Romain Desgranges gestoppt hatte. Aufgrund des besseren Halbfinalergebnisses ging Schubert in Führung, was am Ende den Sieg bedeutete. Es war eine nahezu perfekte Vorstellung, wie der Innsbrucker nach dem Finale sagte:

„Das war der Start, den ich mir erhofft habe! Beim Sprung oben hat nicht viel gefehlt. Weil es mir nicht so schwer vorgekommen ist – viel leichter als das Halbfinale – war ich mir sicher, dass jemand weiter geklettert ist. Umso mehr hat es mich gefreut, als ich erfahren habe, dass ich in Führung liege! Insgesamt war es ein fast perfekter Wettkampf. Max [Rudigier] ist in jeder Runde extrem stark geklettert. Es freut mich voll, dass er so fit ist und dass wir bei den Herren jemanden im Team zu haben, der vorne mit klettern kann. Dass ich hier meinen 20. Sieg feiere macht das Ganze noch schöner!“

Als Führender nach dem Halbfinale startete Max Rudigier als Letzter. Er untermauerte, dass sein Top im Halbfinale kein Zufall gewesen war. Nach einer beeindruckenden Vorstellung unterlief ihm in einer schwierigen Passage im oberen Viertel der Route ein kleiner Fehler der Rang 5 bedeutete. Ein Zug mehr, und er hätte sich den dritten Rang gesichert. Der 24-jährige Salzburger freute sich zurecht:

„Das war ein perfekter Start in die Saison. Die Routen lagen mir sehr gut. Ich bin sehr locker und zuversichtlich aus der Isolationszone gekommen. Oben ist mir dann ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden.“

Platz 2 ging an Romain Desgranges (FRA), Dritter wurde Tomoa Narasaki (JPN).

 

Jessica Pilz mit starker Vorstellung auf Rang 2

Jessica Pilz zeigte im Finale eine sehr starke Vorstellung.Sie kletterte ohne zu zögern weiter als alle anderen Athletinnen vor ihr und stürzte erste wenige Züge vor dem Ende, als ihr der Fuß abrutschte. Sie lag damit auf dem 1. Zwischenrang. Nach ihr kam nur noch Seriensiegerin Janja Garnbret, die noch etwas weiter kletterte Pilz. Es ist das sechste Mal, dass die 21-jährige Niederösterreicherin in einem Weltcup Zweite wird. „Als ich oben gestürzt bin, weil mir der Fuß abrutschte, war ich zuerst ziemlich enttäuscht! Ich habe mich an der Stelle noch sehr gut gefühlt und hätte weiter klettern können. Mit dem Ergebnis bin ich aber trotzdem super zufrieden. Dass ich zum Saisonbeginn auf das Podium klettern konnte, freut mich sehr“, so Jessica Pilz nach dem Finale. Rang 3 ging an die Koreanerin Jain Kim.

ÖAV-Nationaltrainer Roman Krajnik war mit dem Saisonauftakt ebenfalls sehr zufrieden:

„Das war ein super Saisonstart, so wie ich mir es erhofft und erwartet habe. Es könnte natürlich immer noch besser laufen, und ich bin sicher, dass das auch bald der Fall sein wird!“

 

Ergebnisse des IFSC Climbing Worldcup in Villars (SUI) 2018


Damen:

1 GARNBRET Janja SLO
2 PILZ Jessica AUT
3 KIM Jain KOR

4 HILY Manon FRA
5 NOGUCHI Akiyo JPN
6 NONAKA Miho JPN
7 KOTAKE Mei JPN
8 SHIRAISHI Ashima USA
9 KALAN Tjasa SLO
9 KOLLER Anne-Sophie SUI

15 FISER Julia AUT
16 SCHUBERT Hannah AUT

19 MARKOVIC Mina SLO
20 SCHRANZ Christine AUT
21 HULLIGER Michelle SUI

25 KLINGLER Petra SUI

28 POSCH Katharina AUT
29 BECERRA Mathilde FRA
30 RÖCK Magdalena AUT

34 CHOONG Katherine SUI
35 EGLI Zoé SUI

50 SPÄTE Jara SUI

53 BESTVATER Alma GER
54 YOKOYAMA Sofya SUI

58 KÜMIN Andrea SUI
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Männer:

1 SCHUBERT Jakob AUT
2 DESGRANGES Romain FRA
3 NARASAKI Tomoa JPN

4 GHISOLFI Stefano ITA
5 RUDIGIER Max AUT
6 MIN Hyunbin KOR
7 SKOFIC Domen SLO
8 HADA Yuki JPN
9 MEGOS Alexander GER

17 LEHMANN Sascha SUI
18 FLOHÉ Yannick GER

21 PARMA Georg AUT
22 KIM Hanwool KOR
23 HOJER Jan GER

38 VOGT Dimitri SUI

50 HARDMEIER Obed SUI

55 KLINGLER Florian AUT
56 MÜLLER Marco SUI

60 HANKE Christoph GER
61 MARTIN Philipp GER

66 TEKLES Martin GER

74 CHUAT Dylan SUI

86 GEISENHOFF Philipp SUI
87 FIRNENBURG Ruben GER
88 CLÉMENCE Julien SUI
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Alma Bestvater knackt den deutschen Speedrekord der Damen

Als einzige deutsche Starterin bei den Damen war Alme Bestvater (DAV Weimar) in Villars vertreten. Die frisch gebackene Deutsche Meisterin im Bouldern erzielte in dieser Saison schon gute Ergebnisse bei Boulderweltcups. Beim Leadweltcup am Wochenende schaffte sie es leider nicht ins Halbfinale und musste sich mit Rang 53 zufrieden geben. Dass die 22-Jährige aber in allen drei Disziplinen Talent hat, bewies sie beim Speedweltcup am Samstag. Auch wenn sie hier „nur“ Platz 28 erreichte, toppte sie mit 10,64 Sekunden an der Speedwand nicht nur ihre persönliche Bestzeit, sondern knackte damit auch den deutschen Speedrekord der Damen!

Alexandra Elmer auf Rang 18 knapp an der Endrunde vorbei.

Bei den österreichischen Damen lief Alexandra Elmer in 9.22 Sekunden auf Rang 18. Nina Lach wurde mit 10.18 Sekunden 25. Lukas Knapp lief in 6.85 Sekunden auf den 21. Platz, sein Team-Kollege Matthias Erber wurde 26. in 7.25 Sekunden.

Ergebnisse des IFSC Speed Worldcup in Villars (SUI) 2018


Damen:

1 JAUBERT Anouck FRA
2 ANDRIER Victoire FRA
3 KRASAVINA Mariia RUS

4 SONG YiLing


Herren:

1 SHIKOV Aleksandr RUS
2 SHILOV Aleksandr RUS
3 BOLDYREV Danyil UKR

4 MAWEM Bassa FRA

Allein im Juli warten drei weitere Weltcups

Mit Chamonix (11.-13.7.), Briançon (20.-21.7.) und Arco (27.-28.7.) warten im Juli drei weitere Weltcup-Stationen, bevor die Vorstieg-Elite einen guten Monat Zeit hat, sich auf das die Weltmeisterschaften in Innsbruck vorzubereiten: Am 6. September steht im Kletterzentrum Innsbruck die Qualifikation der Damen im Vorstieg an, die Herren folgen am 7. September. Die Finalrunden finden am 8. und 9. September in der Olympiaworld statt.

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