Hans Florine und Alex Honnold stellen neuen Rekord an der Nose auf, Michi Wohlleben knapp unter dem Gipfel des Jirishanca (6094m) gescheitert [Shortnews]

Kann es ein, dass die Nose inzwischen mit ’ner Dardabahn verwechselt wird (kennt das überhaupt noch jemand)?! War es damals schon und eigentlich auch heute noch eine drei-plus-x-Tage-Tour, wird sie heutzutage in nicht einmal drei Stunden geklettert.mehr braucht man nicht für eine Speedbegehung an der Nose

  • 1958 brauchten Wayne, George und Warren für ihre Erstbegehung  12 Tagen, nachdem sie aber zuvor schon 48 Tage für die  Vorarbeit  investiert hatten.
  • Die erste Wiederholung durch Joe Fitchsen, Tom Frost, Chuck Pratt und Royal Robbins 1960, ging dann schon deutlich schneller (7Tage).
  • 1963 brauchten Steve Roper, Glenn Denny und Layton Kor dann auch nur noch 3 1/2 Tage für ihren Durchstieg
  • Und vier Jahre später (1967) hat sich die Seilschaft  Kim Schmitz [nein nicht der Haker] und Jim Madsen sogar die dritte Übernachtung in der Wand gesparrt.
  • 1968, 1974, 1975 wurden dann die Wiederholungen immer schneller durchgezogen. 68 2,5 Tage, 74 1,5 Tage und 75 brauchte man dann nur noch einen Tag zum Gipfel. 1978 brauchten Mike Lechlinski und John Bachar dann sogar nur noch 15 Std aber dass lassen wir persönlich noch unter einem Tag laufen.
  • Bei  Xavier Bongard und Romain Vogler sieht es da schon wieder etwas anders aus. Denn die beiden brauchten 1988 mit 9:20 Std. nur noch nen halben Tag.
  • Mit 4:22 Stunden durch Peter Croft und Hans Florine konnte man 1992 dann schon von einer „wirklichen“ Speedbegehung sprechen. 2001 machten dann die Route mit der Solo Begehung von Steve Schneider (1Tag) Schlagzeilen.
  • Nachdem 1994 Lynn Hill sich der Route annahm, wurde sie dann auch endlich mal freigeklettert. Ob sich unser Grleichstellungsbeauftrager damals schon über die erste Damenbegehung aufregte, wissen wir auch nicht.
  • Es dauert zumindesten weitere 7 Jahre, bis sich die Männer von der Rotpunktbegehng durch Lynn Hill erholt hatten und wieder zur technischen Kletterrei zurückgriffen.
    • 3:59:35 (Timmy Oneil und Dean Potter)
    • 3:57:27 (Jim Herson und Hans Florine)
    • 3:24:20 (Timmy Oneil und Dean Potter)
  •  Hans Florine tauschte dann 2002 seinen Seilpartner durch den Japaner Yuji Hirayama aus und war dann auch gleich mit 2:48:50 Stunden schneller als ein Jahr zuvor.
  • 2003  braucht dann Hans Florine 11:50 Stunden. Aber da war er auch Solo unterwegs
  •  2:45:45 Stunden brauchten Alexander und Thomas Huber 2007 für die 900 Höhenmeter und mussten lernen, dass so ’ne Speedbegehung nicht ganz ungefährlich ist.
  • Das konnten Hans Florine und Yuji Hirayama natürlich nicht auf sich sitzen lassen und topten den Huberbuam Rekord mit 2;43,33 und 2:37,05 im Jahr 2008 gleich zwei Mal. Alex und Thomas hatten aber nach ihrem Rokord damals schon gesagt, dass es eine nette Aktion war, die sie mal gereizt hat, aber sie kein weiteres Mal den Rekord knacken möchten.
  • So schien es zwei Jahre lang, dass sie die Hans und Yuji erst einmal keine Sorgen machen mussten, dass ihr Speedrekord in Angriff genommen wird. Aber dann kamen Sean Leary und Dean Potter mit einer Zeit von 2:36:45 Stunden. Wir vermuten, dass sie keine Pinkelpause eingelegt haben und deshalb die paar Sekunden schneller waren.
  • Das konnte aber Hans Florine nicht auf sich sitzen lassen und  engagierte den aktuell wohl besten US-Alpinisten: Alex Honnold. Bam, Oida! 2:23:46 Stunden braucht man seit letzter Woche für die Nose, also hoch da ;)
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Video-Link: http://vimeo.com/11938818

 

Michi Wohlleben ist seit dem 27.05.2012 mit Arne Bergau und Johannes Jähn sowie der Kameramann Hans Hornberger in Peru auf Expedition. Vor ihrem Abflug, stand  eine Erstbegehung am Ostpfeiler des Jirishanca (6094m) auf der Wunschliste.  Die angepeilte Route führt durch eine ca. 900 Meter hohe Felswand, welche in einen Grat mündet, auf dem weitere 300 Höhenmeter zum Gipfel überwunden werden müssen. Nachdem sich die Jungs die lange und auch schon spannende Anreise ins Basislager und die Anpassung un die Höhe hinter sich gebracht hatten ging es auch gleich mit den ersten Materialschlepperei Richtung Gipfel los.

Michi erzählte Lukas Binder,  was sie erlebten und  wie sie um jeden Höhenmeter kämpften und am Ende doch knapp vor dem Gipfel wieder abseilten.

Sie kletterten am ersten Tag bis zum Italienerbiwak auf 5350m. Am Folgetag wartete unbekanntes Terrain der Italienerroute mit Schwierigkeiten erneut im Bereich 6c und A1. Die folgende Nacht biwakierten sie in einer selbst ausgegrabenen Schneehöhle unter einem Eisdach auf 5800m. Ab hier beschreibt Michi die Situation als extrem zermürbend: “ Der Schnee war grundlos, die Felsaufschwünge schlecht abzusichern und 6c+ in Bergstiefeln auf knapp 6000m zu klettern, war kein Spass! Dazu kamen zwischendurch Schnee- und Eisüberhänge, welche bis zu 10m und 45° überhängend zu überwinden waren.“ Diese Verhältnisse waren an dem Grat nicht sehr einladend. Die Jungs kämpften bis ca. 90 Höhenmeter unterhalb des Gipfels, wo sie eine Entscheidung fällen mussten, es war mit Sicherheit die richtige. Die komplette Nacht hindurch seilten sie ab, um dann im Basislager einen erholenden Schlaf einzunehmen. Die letzten Tage haben die Jungs dann alles Material aus der Wand geholt und bereiteten sich auf die Heimreise vor. Nun wünschen wir ihnen einen guten Flug! Am 22.07.2012 wird Michi schon wieder zurück sein und mit Sicherheit noch viele weitere Erlebnisse erzählen können.

Michi Wohlleben möchte sich auch noch kurz bei seinen Sponsoren bedanken, denn ohne sie währen  solche Unternehmungen nicht möglich.

  • Premium Partner:  Salewa, R+V Versicherungen, Volksbank
  • Main Partner: Würth, Knott (Trailertechnik), Julbo(Eywear)
  • Equipment Partner: Scarpa (Schuhe), Suunto (Uhren), Bergfreunde.de, Hoehenvorbereitung.de, Horncolor (Druckerei)

Text: Lukas Binder, kletterszene.com Foto:Hans FlorineHans Hormberger

  • Beitragsdatum 21. Juni 2012