Hamburg bekommt eine neue Kletterhalle [Nordwandhalle]

Geologisch übervorteilt in Sachen Klettern war die Hansestadt und ihr Umland ja bekannter Maßen noch nie und trotzdem die Historie -bedingt durch die vielen erkletterten Schiffsmasten – für vertikale Gene gesorgt hat, sind dem Hamburger Jung bisher nur wenige Stätten seines Vertrauens zur Verfügung gestellt worden, um sich den Reizen dicker Unterarme hinzugeben.

Diesen Zustand konnten eine Hand voller Bayern und ein Österreicher nicht länger tatenlos mitansehen und beschlossen vor nunmehr vielen Monden die Hansestadt um eine Attraktion reicher zu machen. Es wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um den norddeutschen Kletterern das zu geben, was sie seit langem verdienen … nämlich eine der größten und modernsten Kletteranlagen in der Geschichte des kletternden Deutschlands -> die Nordwandhalle.

Auf einem Grundstück in Hamburg/Wilhelmsburg von knapp 6.000 m² wird die Nordwandhalle mit ihren 850 m² Grundfläche viel Platz innen wie auch außen bieten. Die öffentliche Anbindung ist perfekt: nur 3 S-Bahn-Stationen vom Hauptbahnhof entfernt, Busanbindungen, direkte Lage an der Autobahnausfahrt
A253 und Autostellplätze in unmittelbarer Nähe und die geplante U-Bahn-Anbindung sorgen für ein stressfreies und rasches Ankommen.

In der ersten Ausbaustufe, sprich zur Halleneröffnung, werden rund 2.200 m² Kletter-und Boulderfläche realisiert. Mit einer zu bekletternden Höhe von 16 Metern bietet die Nordwandhalle durch geschickt aufgeteilte Wandfluchten nicht nur viele Deluxe-Kletterlinien, sondern auch sehr viel Platz zum Sichern am Wandfuss. Die Außenkletterwand wird im Frühjahr 2012 realisiert und rundet die Kletterfläche dann auf ca. 3.100 m² auf. Boulderblöcke sollen dann schon bald in der dritten Ausbaustufe fertiggestellt werden und die Außenanlage in der Parklandschaft bereichern.

Bei der Gestaltung und Aufteilung der Räumlichkeiten merkt man deutlich, dass die Nordwandhalle von Kletterern für Kletterer gemacht wurde. Neben dem Hallenschiff in dem sich die diversen Kletterwände der österreichischen Kletterwandbauinstitution ArtRock -von plattig bis extrem überhängend -befinden, gibt es auch einen großen Boulderraum mit 4,50 Metern Wandhöhe – der gemeinsam mit dem Boulderwelt-Macher Dave Cato entworfen wurde -sich in den Hallenbereich öffnet.

… Blick nach neun überhängenden Metern in rund 16 Metern Höhe ins Halleninnere.

… der markante Bug der Außenkletterwände ist bereits von der S-Bahn-Station sichtbar.

… links die „45er“ und rechts der Boulderbug

Der vom Hallengeschehen losgelöste Schulungsbereich gewährleistet einen reibungslosen Kurs-und Hallenbetrieb. Neben dem separaten Trainingsraum, in dem sich die starken Jungs und Mädels austoben können, befindet sich ein Kinderbetreuungsbereich der kletternden Jungeltern entspannte Kletterstunden
bescheren wird. Der Kindergeburtstagsraum sorgt in der Halle für entspannte, ruhige Kletteratmosphäre und bietet den Kids viel Platz und Raum zum Toben.

Da der Hamburger auch im kulinarischen Sinn dem gemeinen Bayer um nichts nachsteht, bietet die Nordwandhalle eine kleine aber feine Auswahl an hochwertigen Speisen in ihrem Loungebereich an und im Sommer schmeckt das Bier „danach“ gleich doppelt so gut, wenn man im Biergarten seine Blicke durch den Inselpark bis hin zu den Kletterwänden der Nordwandhalle streifen lassen kann. Selbstverständlich darf in dieser Komposition auch der kleine Kletterladen nicht fehlen … die Nordwandhalle wird primär Hardware, Schuhe und Klamotten aus der „Szene“ anbieten und die Nordwandhalle wäre nicht die Nordwandhalle, wenn auch hierbei keine Specials inklusive wären. So bieten die Nordwandler ein 24-Stunden-Bestell-Service von rund 25.000 Outdoor-Marken und –Artikeln und ein Wiederbesohlungsservice für Kletterschuhe an.

Als weitere Innovation und mit der Idee, der kommenden Entwicklung im modernen Kletterhallenbau vorzugreifen, setzt die Nordwandhalle als Teilelement ihres Sicherheitsmanagements auf den Fallschutzboden der Firma BSW. Bereits erfolgreich in einer Hand voll Kletterhallen (u.a. die Erweiterung des Kletterzentrums Thalkirchen/München) installiert, wird bei gleichbleibender Kletter-Entwicklung dieses Präventiv-Tool schon bald „state ot the art“ werden.

Die Nordwandhalle besticht aber nicht nur durch ihr großes Angebot an Serviceleistungen und die vielen anspruchsvollen Klettermeter, sondern auch durch ihre Architektur. Das Ergebnis vieler, vieler Planungsrunden zeigt sich in einer innovativen und CO2-neutralen Umsetzung der Visionen der Nordwandler. Die Westseite der Halle wird mit gebäudehohen, schwenkbaren Glaselementen ausgestattet, die neben sehr viel natürlichem Licht und frischer Luft auch das Gefühl vermitteln, draußen im Park zu klettern.

Der ambitionierte Fertigstellungstermin mit Ende 2011 wird durch diverse Neuheiten im Bau und durch spannende Gewerkekombinationen bewerkstelligt. Nachdem augenblicklich der Rohbau seine volle Höhe von rund 17 Metern erreicht hat, wird Mitte September das Team um Stefan Fürst vom Wandhersteller ArtRock, mit den ersten Hinterkonstruktionen der Kletterwände beginnen.

Bleibt an dieser Stelle eigentlich nicht viel zu sagen, außer den Nordwandlern viel Erfolg und den Hamburgern viel Spaß in ihrem neuen Kletterzentrum zu wünschen und da das Thema – wie wir finden – ein ganz ein spannendes ist, bleiben wir natürlich am Ball … bis dahin findet ihr alle Neuigkeiten rund um die Nordwandhalle im Facebook: www.facebook.de/nordwandhalle und auf der Website: www.nordwandhalle.de

P.S.Heißer Tipp: Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass die Nordwandhalle an alle Facebook-Freunde Sonderpreise zur Halleneröffnung vergibt … also lieber mal einmal mehr „Liken“ ;-)

 

Text: Christian Erenyi, kletterszene.com Foto: Nordwandhalle

  • Beitragsdatum 12. September 2011