Furia de Jabalí (9a+): Piotr Schab meldet sich eindrucksvoll zurück

Lange Zeit war es ruhig um den polnischen Spitzenkletterer – zumindest, was Begehungen im Bereich 9a und darüber hinaus betrifft. Nun meldet sich Piotr Schab am heißen Fels der Iberischen Halbinsel zurück: In Siurana kletterte er die 9a+‑Route Furia de Jabalí.

Piotr Schab ist zurück: Nach vielen beeindruckenden Rotpunktbegehungen in Spanien zwischen 2018 und 2021 hat der Profikletterer aus Polen jetzt erneut auf der Iberischen Halbinsel eine schwere Route gepunktet: Furia de Jabalí (9a+). Die Linie ist Teil der Capella-Trilogie, die aus den drei schwierigsten Routen im Sektor Capella des Klettergebiets Siurana besteht.

15 Züge, alle schwierig. Ein Rätsel, das es zu lösen galt. Kleine, scharfe Griffe, die nach ein paar Versuchen die Haut aufreißen. Ich habe vier Tage daran gearbeitet und bin jedes Mal ein Stück höher gekommen. Ich habe meinem Körper bei jeder Bewegung neue Details beigebracht, bis es endlich geklappt hat.

Piort Schab auf Instagram

Linie galt anfangs sogar als 9b

Die Vision für Furia de Jabalí stammt von Alberto „Beto“ Rocasolano, der die Route 2020 einbohrte. Die Erstbegehung gelang im Februar 2021 dem Schotten Will Bosi, der zunächst den Grad 9b vorschlug. Durch die zügigen Wiederholungen von Alex Megos (November 2021), Jakob Schubert (Dezember 2021) und Adam Ondra (Januar 2022) pendelte sich die Bewertung schließlich bei 9a+ ein.

Piotr Schab: vom Weltcup an den Fels

Bereits 2018 hatte Piotr Schab für Aufsehen gesorgt, als er die Weltcupsaison ausließ und stattdessen mit einer Serie harter Felsbegehungen von sich reden machte. Der Startschuss fiel im April 2018 mit seiner Wiederholung von Catxasa (9a+) in Santa Linya. Damals war er 21 Jahre alt. Es war nicht Schabs erste Route in diesem Schwierigkeitsgrad: Schon 2016 hatte er Papichulo (9a+) in Oliana und Thor’s Hammer (9a+) in Flatanger geklettert. Dennoch markierte 2018 den Beginn einer außergewöhnlichen Saison für den Polen.

Im Sommer desselben Jahres legte Schab mit einer seltenen Wiederholung des Céüse-Klassikers Biographie (9a+) nach und holte sich wenige Tage später die Erstbegehung von Cuenca Baby Boy (8c) im Onsight. Später folgten weitere Meilensteine wie Ali Hulk Extension Total (9a+) und No Pain No Gain (9a+). Im Winter 2019 gelang ihm schließlich La Rambla (9a+) in Siurana, und kurz vor Ende der Saison holte er sich mit dem Sharma-Testpiece Fight or Flight seine erste 9b.

Rückkehr an die Felskletter-Spitze?

Auch wenn Schab in den Jahren danach immer wieder mit starken Routen wie Wild West (9a) und Mr. Big (9a) oder Bouldern wie Monkey Wedding (8C) von sich hören ließ, wurde es deutlich stiller um den heute 28‑Jährigen. Furia de Jabalí (9a+) nennt Schab jetzt die „schwerste Route, die ich seit 2020 geklettert bin.“ Umso gespannter blickt die Szene also in die Zukunft: Wird Piotr Schab erneut untertauchen – oder hat ihm Furia de Jabalí die Motivation für neue, harte Felsprojekte zurückgegeben?

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Video-Link: https://youtu.be/qbXexJ1mSxw?si=kiOCGbtUAYfJNp_8
  • Credits Text kletterszene.com
  • Credits Fotos Piotr Schab
  • Beitragsdatum 6. März 2026