Franziska Ritter und Linus Bader sind die neuen Deutschen Speed Meister*in

Franziska Ritter holte bei der Deutschen Meisterschaft Speed zum dritten Mal hintereinander den Sieg – und korrigierte zudem zwei Mal den Deutschen Rekord auf 8,162 Sekunden, nach unten. Sandra Hopfensitz wurde Zweite, Julia Koch erhielt die Bronze-Medaille. Bei den Herren gewann Linus Bader gegen Thorben Perry Bloem. Dritter wurde Sebastian Lucke.

Ausgangslage:

Die jungen Klettertalente in Deutschland entdecken immer mehr das Speed-Klettern für sich – und das mit Erfolg! Beispiel Speed-Rekord der Herren: Vor zwei Jahren lag dieser noch bei über 7 Sekunden. Vor kurzem konnte ihn Leander Carmanns bei der Jugend-EM im russischen Perm erstmals auf unter 6 Sekunden drücken, genau: 5,97.

Auch beim Damen-Nachwuchs entwickelt sich diese Disziplin immer weiter: Nuria Brockfeld sicherte sich bereits 2019 den Titel der Jugend-Europameisterin. Das Speed-Klettern in Deutschland bewegt sich somit immer mehr in Richtung der internationalen Spitze, die bisher den Nationen aus dem Osten vorbehalten war.

Qualifikation:

Bei leichtem Regen geht die Damen-Quali über die Bühne. Elf Starterinnen laufen in Bochum die Wand hinauf. Nach je zwei Läufen stehen die Teilnehmerinnen für die KO-Runden fest – aufgrund der niedrigen Teilnehmerinnenzahlen allerdings für das Viertelfinale. Der Spannung tut dies jedoch keinen Abbruch: Die besten Läuferinnen sind nach Bochum gekommen und zeigen, was sie können: Fünf der acht Frauen liegen am Ende der Quali zwischen 8,4 und 8,9 Sekunden. Zum Vergleich: Der deutsche Rekord liegt derzeit bei 8,18 Sekunden. Damit kommen die Damen bereits in der Quali nah an den Rekord heran.

Nach einer kurzen Regenunterbrechung dürfen dann auch die Herren an die Speed-Griffe. Von den 22 Startern können sich die 16 Schnellsten qualifizieren, angeführt vom unglaublich starken Nachwuchs. Die ersten vier Plätzen liegen dabei zwischen 6,3 und 6,6 Sekunden – also nur wenige Zehntel vor der magischen 6-Sekunden Marke. Auch Olympia-Teilnehmer Jan Hojer gibt ein bestes und zieht als Fünfter in die nächste Runde. Weiter geht es mit dem Achtelfinale der Herren, gefolgt vom Viertelfinale der Damen.

Halbfinale:

Die ersten, die an die Wand traten, waren Julia Koch und Favoritin Franziska Ritter. „At your marks“ lautet das Kommando. Dann ging es auch schon los: Franziska startet unrund, zeitweise scheint es so, als läge Julia Koch vorne. Doch das täuscht: Am Ende siegt Franziska Ritter mit 8,177 Sekunden – und stellt damit einen neuen deutschen Rekord auf!

Die zweite Halbfinalpaarung geht deutlicher aus: Sandra Hopfensitz gewinnt souverän gegen Emilia März.

Das Halbfinale der Herren beginnt mit einem Krimi: Der Top-Favorit Linus Bader gegen Titelverteidiger Sebastian Lucke. Doch Lucke stolpert zwei Mal auf der 15 Meter Wand und überlässt Bader diesmal das Rennen.

Die Zweite Paarung heißt Thorben Perry Bloem gegen Till von Bothmer. Bloem stolpert auch zu Beginn, doch am Ende kann er seinen Rückstand aufholen.

Finale:

Es ist die Wiederauflage der Finals von 2020 und 2019: Franziska Ritter gegen Sandra Hopfensitz. Zwei Mal konnte sich Ritter durchsetzen. Doch wie sieht es diesmal aus? Sie gibt Gas – und gewinnt! Franziska Ritter ist die neue und alte Deutsche Meisterin im Speed-Klettern, holt damit das Tripple und: KNACKT ERNEUT DEN REKORD! 8,162 heißt nun die neue Bestmarke!

Im kleinen Finale gewinnt Julia Koch souverän vor Emilia Merz.

Im Finale lässt Favorit Linus Bader nichts mehr anbrennen und gewinnt fünf Zehntel vor Thorben Perry Bloem. Im Rennen um Platz drei läuft Sebastian Lucke nach einem frühen Sturz von Till von Bothmer alleine zum Top-Griff.

Ergebnisse der Deutschen Speed Meisterschaft 2021

Damen

1. RITTER Franziska
2. HOPFENSITZ Sandra
3. KOCH Julia

4. MERZ Emilia
5. APEL  Anna Maria
6. HOFFMANN Zoé
7. BROCKFELD Nuria
8. FUNK Ronja
9. SCHMITZ-KOLKMANN Karla
10. HORLACHER Katrin
11. WUHRER Linda Mathilde

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Herren:

1. BADER Linus
2. BLOEM Thorben Perry
3. LUCKE Sebastian

4. VON BOTHMER Till Worms
5. HOJER Jan
6. SCHIEFER Jakob
7. CARMANNS Leander
8. DONGUS David
9. DINGER Max
10. RADECKER Julian
11. HOLZINGER Marius

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  • Credits Text Franz Güntner / DAV, Kletterszene.com
  • Credits Fotos DAV/Vertical Axis
  • Beitragsdatum 6. Juni 2021