Frankenjura – Das geilste Klettergebiet der Erde

Yosemite Valley in Kalifornien? Oder Verdonschlucht in Südfrankreich? Das beste Klettergebiet der Welt liegt nicht in einem mehr oder weniger fernen Land, sondern direkt um die Ecke – zumindest nach Meinung von Alex Megos. „Das Frankenjura ist das geilste Klettergebiet der Erde“, sagt der Weltklassekletterer in einem neuen Videoclip. Darin ist zu sehen, warum das so ist, was das mit Naturschutz zu tun hat und welche Rolle der Kletter-Altmeister Guido Köstermeyer dabei spielt.

Guido Köstermeyer übernimmt Gebietsbetreuung

guido-koestermeyer2-foto-dav-steffen-reichGuido Köstermeyer ist seit dieser Klettersaison für die Betreuung der Kletterkonzepte im Frankenjura verantwortlich. Und damit trägt er maßgeblich dazu bei, dass das vielleicht beste Klettergebiet der Welt auch in Zukunft Bestand haben wird. Die Kletterkonzepte regeln nämlich, wie Klettern und Naturschutz in Einklang zu bringen sind. Aus Anlass seines Amtsantritts ist das Video mit Alex Megos entstanden. Megos weiß, wie existentiell wichtig die Kletterkonzepte für den Klettersport sind und unterstützt deshalb den DAV und seine Partner bei dieser Arbeit.

Alex Megos und der Spirit des Klettersports
alex-megos1-foto-dav-steffen-reichIm neuen Video sieht man Alex Megos beim Klettern an den Bärenschluchtwänden, einem traditionsreichen Kletterfelsen mitten im Frankenjura. Neben vielen Extremklassikern wie „Herkules“ gibt es dort mit „Space Lab“ (11) auch eine der ganz schwierigen Erstbegehungen von Megos. Im Interview spricht er über die Bedeutung, die das Klettern für ihn hat: „Wir gehen nicht nur Klettern, weil wir klettern wollen, sondern auch, weil wir es mögen, draußen in der Natur zu sein und ein schönes Erlebnis zu haben“.

Ganz einfache Regeln
Wie für Alex Megos ist das Frankenjura auch für Guido Köstermeyer das Heimatklettergebiet. Der Führer- und Trainingsbuch-Autor engagiert sich nun also dort, wo er seit rund drei Jahrzehnten aktiv ist. Seinen Appell an die Kletterszene formuliert er im Video so: „Kletterer können uns gut helfen, wenn sie sich in der Natur vernünftig bewegen, Felssperrungen beachten und Rücksicht auf die Landwirtschaft nehmen“.

Barbara Eichler: 14 Jahre für das Frankenjura
barbara-eichler-foto-dav-steffen-reichKletterkonzepte regeln das Miteinander der Kletterer und der Natur“, erklärt Barbara Eichler im Video. Sie ist Guido Köstermeyers Vorgängerin und hat sich seit 2002 als ehrenamtliche Gebietsbetreuerin beim Deutschen Alpenverein um das Klettern im Frankenjura gekümmert. Mit großem Engagement feilte sie mit Behörden und Verbänden an den Kletterkonzepten.

 

Vierter Video-Protagonist: Jürgen Kollert von der IG-Klettern
juerger-kollert2-foto-dav-steffen-reichDer Deutsche Alpenverein arbeitet im Frankenjura Hand in Hand mit der IG Klettern. Deren Vorstand Jürgen Kollert hat die Kletterkonzepte maßgeblich mit entwickelt. Im Video weist er auf die aktuellen Aufgaben hin: „Kletterer, die gerade mit dem Klettersport anfangen, darauf einzustellen, stellt eine große Herausforderung für die Zukunft dar“.

Kletterkonzepte im Frankenjura
Die über 1000 bekletterten Felsen des Nördlichen Frankenjura sind häufig auch ein sensibler Naturraum. Freiwillige Vereinbarungen, die 14 sogenannten Kletterkonzeptionen, lenken den Klettersport in naturverträgliche Bahnen. Dazu haben Vertreter der Naturschutzbehörden, der Naturparkverwaltung, der Naturschutzorganisationen, des DAV und der IG Klettern alle Felsen vor Ort begutachtet und in drei Zonen unterschiedlicher Nutzung eingeteilt. Bei Vogelbrut schützenswerter Arten wie Uhu oder Wanderfalke werden die Felsen zudem zeitlich befristet gesperrt. Alle Infos über die aktuell gültigen Kletterkonzepte – für das Frankenjura und für die allermeisten Klettergebiete in ganz Deutschland:

Spitzenkletterer Alex Megos
Alex Megos hat im Alter von 6 Jahren mit dem Klettern begonnen. Seit ein paar Jahren klettert er in der absoluten Weltspitze und hat rund um den Globus einige der schwierigsten Routen erstbegangen und wiederholt. Nach wie vor ist er seiner Kletterheimat, dem Frankenjura, sehr verbunden und hat auch hier einige der schwierigsten Routen im Einklang mit den bestehenden Naturschutz – und Ethikregeln erstbegangen – darunter auch die derzeit schwerste Route des Frankenjura – Supernova (11+).

Kommentare

  1. hansi | | Antworten

    Ich habe Alex Megos letztes Jahr dabei beobachtet, wie er sich für ein Fotoshooting mit einem Kumpel mitten in eine hochgewachsene Wiese kurz vorm Mähen begeben hat. Ich hab mir damals nur gedacht: „Tolles Vorbild! Dem Bauern für so ein schwachsinniges Foto die Wiese zertrampeln, das ist echt nötig!“

  2. Stefan | | Antworten

    Allmächd, wenner si in mei Wiesn g’hoggd hädd mäisd i nedd scho widder mäher…

  3. hansi | | Antworten

    Wenn man sich öffentlich als Vorbild aufspielt, wird man leider auch von vielen als solches benutzt. In dem Fall lag die Wiese neben einem bevölkerten Felsen. Wenn sich also der Megos in die Wiese setzt, der ja das grosse Vorbild für das richtige Verhalten am Fels zu sein vorgibt, dann machen das ganz schnell seine Jünger auch, und schon ist die ganze Wiese zertrampelt, der Bauer wird sauer und schlägt Haken um, Griffe ab oder versucht eine Felssperrung zu erreichen.

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