Filip Schenk wiederholt Erebor (9b) nahe Arco
Seit vergangenem Jahr war das Ausdauer-Brett Erebor (9b) das Haupt-Projekt des Südtirolers Filip Schenk gewesen, jetzt ist seine Zeit in der Route Geschichte. Der 25-Jährige erklettert sich jüngst die Wiederholung seiner bisher härtesten Sportkletterlinie.
2024 hatte Filip Schenk zwei Sessions in Erebor (9b) verbracht und die für ihn besonders herausfordernden Sequenzen ausfindig gemacht. Nach gezieltem Training eben dieser Moves ging es beim aktuellen Versuch dann, auch für ihn selbst überraschend, flott mit dem Durchstieg – innerhalb von nur vier Tagen war ein Haken an der Sache. Die emotionale Achterbahn des Projektierens fasst der Südtiroler so zusammen:
Stress, Angst, Perfektionismus und einige Rückschläge gehörten zu dieser Reise dazu, aber letztendlich war jeder Moment es wert, diese Emotionen zu erleben! Was für eine verrückte Reise!
Stefano Ghisolfis Testpiece Erebor (9b) von 2021 erfreut sich auch nach der Abwertung durch Adam Ondra von 9b+ auf 9b weiter großer Beliebtheit. Jakob Schubert und Laura Rogora sind nur zwei weitere der prominenteren Namen, die bereits zu deren Wiederholer*innen zählen. Rogora, der die erste Wiederholung gelungen war, galt bis zur Abwertung der Route als erste Frau, die eine Linie im Grad 9b+ klettern konnte.
Der Charakter der Route: abwechslungsreich auf höchstem Niveau. Man muss sich definitiv durch Vielseitigkeit in Sachen Kletterstil auszeichnen, um in Erebor Erfolg zu haben. Von kleingriffiger Fingerkraft über harte Boulderbewegungen bis hin zu präziser Schwerpunkttechnik verlangt diese Linie alles von ihren Herausforder*innen.
Die Saisonpause des Wettkampfzirkus sorgt für eine auffällige Low-Gravity-Phase am Fels. Ob Boulderbegehungen am oberen Limit des derzeit Möglichen, Flash-Erfolge oder reihenweise fallende Langzeitprojekte: Der Felshunger der Spitzenathleten scheint nach langer Kunststoffphase enorm zu sein.
Video-Link: https://youtu.be/gPuePc_iiPE?si=tGM3f0bcCNcMNoEm