Eva Hammelmüller klettert 8c+/9a sowie sieben 8b+ und aufwärts in Briançon
Seit dem Ende ihrer Wettkampfsaison in Chamonix ist Eva Hammelmüller an den Felsen der Schweiz und Südfrankreichs unterwegs. In Briançon tickte die Österreicherin jetzt mit La prophétie des grenouilles eine weitere 9a, verbucht sie allerdings als schwere 8c+.
Mit dem letzten Henkel in der Hand nochmal aus der Route zu fallen und sich dann trotzdem nochmal für einen Versuch aufzuraffen – so erging es Eva Hammelmüller kurz vor ihrem schwersten Send in Briançon. Die 25-jährige Österreicherin hatte im Sektor Rocher des Brumes die Route La prophétie des grenouilles (9a) ausgewählt, die laut 8a.nu-Statistik bisher von keiner Kletterin wiederholt wurde.

„Die Nerven hab ich nach dem Versuch schon gespürt“, sagt die Lead-Spezialistin aus Innsbruck, die vergangenes Jahr drei 9as geklettert ist. Rund 100 (!) Züge trennten Hammelmüller vom ersehnten Top-Griff, den sie sich prompt im darauffolgenden Go sicherte – dieses Mal ohne Sturz in letzter Minute.
„Schwere 8c+“: Hammelmüller wertet ab
„Ich bin echt stolz, dass ich diese lange, steile und kräftige Linie ticken konnte“, freut sich Hammelmüller. Gleichzeitig geht sie bei der Bewertung von 9a durch vorherige Begeher wie Sebastien Bouin, Adam Ondra oder Moritz Welt nicht mit – sondern verbucht die Route als schwere 8c+. Zuletzt hatten auch Max Bertone und Jorg Verhoeven eine Abwertung von La prophétie des grenouilles (9a) vorgeschlagen, zumal viele Wiederholer die Linie ohnehin als softe 9a bezeichnet hatten.
Trotzdem zeigte sich die Österreicherin nicht weniger begeistert von der Vielseitigkeit der Route, in die sie insgesamt drei Tage investiert hatte.
Diese Route hat wirklich alles! Schwere Züge an Crimps, Hooks, Kneebars, eine Feet-First-Sequenz und ein spicy Schluss an Slopern.
Eva Hammelmüller
Lange Tickliste aus Briançon
Auch abseits ihrer schwersten Begehung lief es in den letzten vier Wochen in Briançon nicht schlecht für Eva Hammelmüller. Insgesamt tickte sie dort sieben weitere Routen im Grad 8b+ und schwerer, außerdem flashte sie drei Linien im Grad 8a+.
Wie geht es weiter für die Wettkampfkletterin aus dem Team Österreich? Für den Herbst plant Hammelmüller weiterhin viel Zeit am Fels – gerne in Frankreich, einem ihrer Lieblingsländer zum Klettern. Weitere Wettkämpfe wie den letzten Lead-Weltcup in Koper oder die World Championships (beide im September) schließt sie aus: „Ich will mich vor allem auf schwere Sportkletterrouten konzentrieren und ein paar Mehrseillängen machen“, so die 25-Jährige auf 8a.nu.
Es gibt so viele gute Klettergebiete rund um Briançon, in denen man im Sommer nicht den ganzen Tag gegen die Hitze ankämpft. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken!
Eva Hammelmüller