Erste freie Begehung der Lumina | Simon Gietl und Ines Papert rocken die Nordostwand des Wildgall
In den Höhenlagen der Rieserfernergruppe haben sich zwei Kletterlegenden zusammengetan: Der Südtiroler Bergführer Simon Gietl und die deutsche Kletterikone Ines Papert haben die aufregende Erstbegehung der Route Lumina an der Nordostwand des Wildgall / Monte Collaspro (3.273 m) erfolgreich gemeistert.
Am 12. April 2025 öffnete Simon Gietl mit seiner Solo-Begehung von Lumina die Pforten zu einem neuen Abenteuer. Nach intensivem Training und einer ordentlichen Portion Durchhaltevermögen kletterte er die 300 Meter lange Route kürzlich mit Ines Papert frei. Ursprünglich von Simon mit M7 A0 bewertet, wurde die mixed Herausforderung nach der freien Erstbegehung von den beiden auf eine respektable M8- aufgewertet.

Lumina windet sich entlang des wunderschönen Pfeilers der Nordostwand, einem der eindrucksvollsten und zugleich herausforderndsten Gipfel der Rieserfernergruppe. Hier findet sich ein kleines, aber feines Mixed-Klettergebiet, das Kletter*innen in seinen Bann zieht.
Die neue Route verspricht abwechslungsreiche Kletterei im überwiegend solidem Fels. Wiederholen*innen sollten dennoch vorsichtig sein, denn in einigen Abschnitten ist der Fels brüchig – und gerade bei den im Gebiet typischen Risssystemen sowie lockeren Blöcken ist es wichtig, Vorsicht walten zu lassen. Bei seiner Erstbegehung ließ Simon drei Schlaghaken und einen Pecker zurück. Für diejenigen, die ihren eigenen Versuch starten wollen, empfiehlt er zwei Sätze Totem Cams, kleine Micro-Cams und einen #3 Friend mitzunehmen.
Simon Gietl, der alle Seillängen außer der dritten vorstieg, schwärmte über die gemeinsame freie Begehung von Lumina:
„Ich war überglücklich, dass Ines mich unterstützt hat und motiviert war, mitzumachen.“
Die erfahrene Ines Papert, bekannt für ihre starken Leistungen im Alpinklettern und ihre beeindruckenden Erfolge im Weltcup, brachte nicht nur ihr Können, sondern auch ihre unerschütterliche Freude am Klettern mit.
Laut Simon erfordert die Lumina umfassende alpine Erfahrung und ein feines Gespür für die Bedingungen — aufgrund der ausgeprägten Steinschlaggefahr ist eine Begehung daher nur bei kalten, stabilen Wetterverhältnissen ratsam.



